Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Göttinger "Schnarch-Schnuller"-Spiel hilft Kindern, mit geschlossenem Mund zu atmen

14.05.2007
Handpuppen erweitern "Schnarch-Schnuller"-Behandlung an der Universitätsmedizin Göttingen: Zusammenarbeit mit Logopäden

Ein neues "Schnarch-Schnuller"-Spiel der Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität, hilft Kindern ab vier Jahren zu lernen, durch die Nase zu atmen. Mit Handpuppen-Tieren und einem dünnen Schlauch wurde der für Erwachsene entwickelte "Schnarch-Schnuller" jetzt auch für die Behandlung von Kindern erweitert. Logopäden im Raum Göttingen nutzen das System, um Kindern, die gewohnheitsmäßig durch den Mund atmen, die gesündere Nasenatmung zu vermitteln. "Mit Elly, der Elefantendame, oder Leo, dem Löwen, lernen die Kinder spielerisch, wie sie im Mund einen Unterdruck erzeugen und die Zunge am Gaumen festsaugen", so Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke, Leiter der Rhonchopathie-Sprechstunde in der Abteilung Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (Direktor: Prof. Dr. Dr. Henning Schliephake).

Bisher wurde der "Schnarch-Schnuller" ausschließlich für die Behandlung erwachsener Schnarcher eingesetzt. Unter ärztlicher Anleitung lernen die Betroffenen im Universitätsklinikum Göttingen, beim Schlucken einen Unterdruck im Mund zu erzeugen, der die Zunge an den Gaumen "saugt". Im Spiegel verfolgen die "Nuckel-Schüler" ihren Erfolg anhand eines kleinen Trichters, der aus dem Mund ragt: Durch den Unterdruck im Mund stülpt sich eine Gummihaut auf dem Trichter ein. Wird zuhause weiter trainiert, bleiben auch die nächtlichen Sägegeräusche weitgehend aus. "Bei sieben von zehn Betroffenen verringert sich das Schnarchen deutlich", sagt Professor Engelke.

Die Zusammenarbeit mit Logopäden und Hals-, Nasen-, Ohrenärzten hat den Göttinger Arzt auf die Idee gebracht, die Membrantrichterplatte um eine spielerische Komponente für Kinder zu erweitern. Statt sich wie die Erwachsenen im Spiegel zu beobachten, testen die Kinder ihre Saugkraft mit einem Verlängerungsschlauch an der Membrantrichterplatte. Das Ende des Schlauches ragt aus dem Maul eines Handpuppen-Tieres. Mit dem Unterdruck im Kindermund können die Tiere jetzt Hütchen "fressen" und Flüssigkeiten "trinken". Mit dem Mund angesaugt, können beispielsweise bunte Kugeln um die Wette sortiert werden. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. "Den Kindern macht das einen Riesenspaß", weiß Prof. Engelke.

Ein elektronisches Feedback-Gerät als "Nuckel-Erfolgskontrolle" für Erwachsene haben die Göttinger Schnarch-Experten bereits vor rund einem Jahr entwickelt. Mit Hilfe eines handlichen Gerätes am Ende des Verbindungsschlauches von der Membrantrichterplatte untersuchen die Ärzte im Universitätsklinikum Göttingen, ob ein Patient für das Training mit dem "Schnarch-Schnuller" in Frage kommt. Das elektronische "Biofeedback-Gerät" misst den Unterdruck, den ein Patient im Mund erzeugen kann. Nur wenn der Unterdruck gelingt, macht die Behandlung mit der Membrantrichterplatte Sinn. Andernfalls untersuchen die Göttinger Ärzte den Betroffenen weiter, um andere Behandlungsmöglichkeiten für sein Schnarchen zu finden.

Eine serienmäßige Produktion des Biofeedback-Geräts als "Heimtrainer" plant jetzt das Unternehmen Bredent aus Senden in Süddeutschland. Für das "Schnarch-Schuller"-Spiel wird derzeit nach einem Partner gesucht, der die Handpuppen serienmäßig für den Einsatz in logopädischen Praxen herstellt.

Die Rhonchopathie-Sprechstunde ist zu erreichen unter der Telefonnummer 0551 / 39-8317.

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität
Abt. Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke, Tel.: 0551/39-8303
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
wengelke@med.uni-goettingen.de

Stefan Weller | Uni Göttingen
Weitere Informationen:
http://www.universitaetsmedizin-goettingen.de

Weitere Berichte zu: Logopäden Membrantrichterplatte Schnarch-Schnuller"

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mikrobiologen entwickeln Methode zur beschleunigten Bestimmung von Antibiotikaresistenzen
13.02.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Überschreiben oder Speichern? Die Gewissensfrage zur Vergesslichkeit
13.02.2018 | PhytoDoc Ltd.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics