Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strahlenheilkunde UKD Düsseldorf: Präzisere und schonendere Bestrahlung mit IMRT Technik

10.05.2007
In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 350.000 Menschen an Krebs. Neben operativen Verfahren und der Chemotherapie stellt die Strahlentherapie eine der wirksamsten Behandlungsformen für Krebserkrankungen dar.

Die intensitätsmodulierte Strahlentherapie, kurz: IMRT, die neuerdings auch am Universitätsklinikum Düsseldorf eingesetzt wird, erreicht eine möglichst präzise und gleichzeitig nebenwirkungsärmere Bestrahlung. Hierbei werden Strahlenfelder verwendet, deren Stärke an individuell berechnete Profile angepasst werden kann.

Krebszellen sind besonders empfindlich gegen die verwendeten Röntgenstrahlen, aber alle Gewebe, die der Photonenstrahl auf seinem Weg durch den Körper durchdringt, werden ebenfalls geschädigt. Man versucht daher, zwei im Prinzip gegensätzliche Ziele zu vereinen: die Strahlendosis im Tumor zu erhöhen und gleichzeitig die Dosis in den strahlenempfindlichen Nachbarorganen zu senken.

Dadurch entstehen Dosisberge und -täler, die sich durch Bestrahlungen aus verschiedenen Richtungen zu einer komplizierten dreidimensionalen Dosislandschaft zusammensetzen, so dass etwa das Zentrum des Tumors stärker bestrahlt werden kann als die Randbereiche oder die Nachbarorgane.

Etwa 80 einzelne motorgesteuerte schmale Bleiblenden (Multileaf-Kollimator) bilden variable Bestrahlungsfelder, die sich computergesteuert auf die jeweilige Tumorkontur ausrichten können. So kann die Dosis dem Tumor und den anatomischen Gegebenheiten des einzelnen Patienten millimetergenau angepaßt werden. Die dafür erforderlichen aufwendigen Berechnungen werden mit einem in Tübingen entwickelten und kommerziell noch nicht erhältlichen Programm druchgeführt. Mit diesem neuartigen Computermodell können nun auch noch in schwierigen Situationen individuell optimierte Dosisverteilungen erreicht werden.

Selbst bei "ungünstig" gelegenen Tumoren kann man nun in Dosisbereiche mit hoher lokaler Heilungswahrscheinlichkeit vordringen, die vorher undenkbar waren. Bei Bestrahlung von Geschwulsten in Hals oder Kopf können beispielsweise die Ohrspeicheldrüsen geschont werden, deren Schädigung sonst quälende Mundtrockenheit nach sich ziehen würde.

Kontakt: Prof. Dr. Winfried Budach, Tel.:0211-811-7990, -7991

Susanne Dopheide | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-duesseldorf.de/

Weitere Berichte zu: Bestrahlung IMRT Strahlenheilkunde Strahlentherapie UKD

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie