Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chronischer Spannungskopfschmerz verursacht Stress, Angst und Depressionen

21.12.2000


... mehr zu:
»Depression »Kopfschmerz
 Patienten, die unter chronischen Spannungskopfschmerzen leiden, haben aufgrund ihrer ständigen Schmerzen eine deutlich eingeschränkte Lebensqualität. Vor allem droht das Risiko eines
Medikamenten-bedingten Kopfschmerzes sowie von Angststörungen und Depressionen, wenn das Leiden nicht behandelt wird. Experten der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfehlen Patienten mit chronischen Spannungskopfschmerzen darum eine umfassende Therapie mit verschiedenen Strategien, wie sie in interdisziplinären Behandlungszentren angeboten wird.

In Deutschland haben rund drei Prozent der erwachsenen Bevölkerung, also mehr als zwei Millionen Menschen chronische Spannungskopfschmerzen, d.h. sie leiden täglich oder fast täglich unter den dumpf-drückenden oder ziehenden Kopfschmerzen.

Wenn Betroffene ihre Schmerzen dann mit Schmerzmitteln bekämpfen, besteht das Risiko eines Medikamenten-induzierten Kopfschmerzes. Denn Analgetika können Kopfschmerzen verursachen, wenn sie zu häufig genommen werden. Darüber hinaus ist die Lebensqualität der Patienten stark eingeschränkt, wie aktuelle Untersuchungen amerikanischer Forscher belegen. Depressionen und Angstzustände können die Folge sein. Dies berichtet die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft in den Kopfschmerz-News, den Informationen für ihre Mitglieder.

Patienten mit chronischen Spannungskopfschmerzen bemühen sich zwar, ihre sozialen und beruflichen Funktionen unter großen Mühen aufrecht zu erhalten, doch sie sind müde, schlafen schlecht und fühlen sich niedergeschlagen. Bei der Hälfte der insgesamt 245 Patienten diagnostizierten die US-Forscher darum eine behandlungsbedürftige Depression.

Ähnliche Beobachtungen machen auch deutsche Experten: »Mehr als 80 Prozent aller Patienten mit Spannungskopfschmerzen gehen nicht zum Arzt«, stellt Günther Fritsche, Psychologe an der Kopfschmerzambulanz der neurologischen Universitätsklinik Essen fest. »Wenn zunächst nur gelegentlich auftretende Spannungskopfschmerzen chronisch werden, weil sie unbehandelt bleiben, laufen die Betroffenen darum Gefahr, neben ihren Kopfschmerzen noch eine Angst- oder Depressionserkrankung psychiatrischen Ausmaßes zu entwickeln.«

Bei der Behandlung von Spannungskopfschmerzen stehen nicht-medikamentöse Behandlungsverfahren im Vordergrund: Die progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Stressbewältigungstraining, leichte sportliche Betätigung, Biofeedback und psychologisch-verhaltensmedizinische Strategien helfen den Patienten dabei, sich gegen die inneren und äußeren Belastungsfaktoren zu "immunisieren". Die psychologisch-verhaltensmedizinischen Methoden lindern auch Depression und Angst.

Darüber hinaus kann eine vorbeugende medikamentöse Therapie hilfreich sein. Dazu dienen Medikamente, die normalerweise zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden. Denn sie beeinflussen auch die Verarbeitung von Schmerzreizen im Gehirn.

Solche umfassenden Therapieverfahren werden in interdisziplinären Kopfschmerz-Zentren und Spezial-Praxen angeboten. »Die Betroffenen erfahren, dass sie Möglichkeiten und Strategien entwickeln können, um ihre Schmerzen zu bewältigen. Sie finden einen Weg aus ihrer sozialen Isolation, treffen ihre Freunde wieder und besuchen Kino oder Konzerte«, resümmiert Fritsche die Behandlungsergebnisse. Das Maßnahmenbündel aus Entspannung, Bewegung und Verhaltenstherapie führt nämlich dazu, dass die erniedrigte Schmerzschwelle der Patienten angehoben wird. So gelingt es, den Teufelskreis des Schmerzes zu durchbrechen.

Informationen zum Chronischen Spannungskopfschmerz
Der Schmerz tritt in beiden Kopfhälften auf und ist dumpf-drückend oder ziehend. Er ist von leichter bis mäßiger Intensität und verstärkt sich nicht bei normaler körperlicher Aktivität. Gelegentlich reagieren Patienten empfindlich auf Licht und Lärm und manchen kann mitunter sogar übel werden.

Über die möglichen Ursachen dieser Kopfschmerzart können Experten bislang nur Vermutungen anstellen: Stress, Angstgefühle oder Muskelverspannungen werden verdächtigt. Bei mehr als der Hälfte der Patienten ist die Muskulatur darüber hinaus besonders schmerzempfindlich - ein Zeichen dafür, dass die Schmerzverarbeitung im Gehirn und der Einfluss körpereigener schmerzhemmender Nervensignale beeinträchtigt ist.

Weitere Informationen auch auf der Homepage der DMKG unter www.dmkg.org in der Rubrik »Patienten«.

Quelle:
"Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft" 

Pressestelle:
Barbara Ritzert, ProScientia GmbH
Andechser Weg 17
82343 Pöcking
Tel.: (08157) 93 97-0, Fax: (08157) 93 97-97
E-Mail: proscientia@t-online.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dipl. Biol. Barbara Ritzert | idw

Weitere Berichte zu: Depression Kopfschmerz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

ASEAN Member States discuss the future role of renewable energy

17.10.2017 | Event News

World Health Summit 2017: International experts set the course for the future of Global Health

10.10.2017 | Event News

Climate Engineering Conference 2017 Opens in Berlin

10.10.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Gravitationswellen: Sternenglanz für Jenaer Forscher

19.10.2017 | Physik Astronomie

Materie-Rätsel bleibt weiter spannend: Fundamentale Eigenschaft von Proton und Antiproton identisch

19.10.2017 | Physik Astronomie