Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bonner Mediziner arbeiten mit am OP der Zukunft

27.04.2007
Es ist ein Projekt der Superlative: Fast 30 Firmen und Forschungseinrichtungen arbeiten momentan an neuen Strategien, um Erkrankungen von Hüfte, Knie und Wirbelsäule schonender zu behandeln. Ziel des Projekts unter Leitung des Uniklinikums Aachen ist ein OP der Zukunft, der genau auf die Anforderungen der Mediziner zugeschnitten ist.

12,9 Millionen Euro stellt das BMBF bis 2010 für die auf den Namen "orthoMIT" getaufte Studie zur Verfügung. Neu hinzugestoßen ist das Uniklinikum Bonn: Die Bonner Mediziner sollen unter anderem neue Operationstechniken entwickeln, verschlissene Hüftgelenksprothesen schonend zu ersetzen.

Hüftgelenksprothesen haben nur eine beschränkte Lebensdauer. So lässt sich nicht verhindern, dass sie sich mit der Zeit lockern. Als letzte Konsequenz droht ein Austausch der Prothese. "Die Schwierigkeit dabei ist, diese Folgeprothese wieder stabil im Becken- und Oberschenkelknochen zu verankern", erklärt Professor Dr. Dieter Christian Wirtz. "Daher ist die Operation auch in aller Regel komplizierter als eine erste Hüftgelenks-OP."

Wirtz ist Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Bonn. Im orthoMIT-Projekt sollen seine Mitarbeiter und er schonende Techniken für die Hüftwechseloperation entwickeln. Ein zweiter Fokus liegt auf der Behandlung von hüft- und kniegelenksnahen Knochenbrüchen. "Wir wollen auch bei komplizierten Eingriffen infolge einer Verletzung die Belastung des Patienten minimal halten", betont der Mediziner. Ziel sei es vor allem, die Muskulatur bei der Operation nicht zu schädigen. "Es hat keinen Sinn, beim Auto eine Reifenpanne zu reparieren, wenn danach der Motor nicht mehr läuft."

... mehr zu:
»Orthopädie

Erprobung am Kunstknochen

Fast 13 Millionen Euro fließen bis 2010 aus den Kassen von Bundesforschungsministerium und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in die orthoMIT-Studie. Damit ist sie das derzeit größte Drittmittelprojekt am Stütz- und Bewegungsapparat in Deutschland. Endziel der Partner ist ein OP der Zukunft, der genau auf die Bedürfnisse von Unfallchirurgen und Orthopäden zugeschnitten ist. "Ausgehend von der augenblicklichen OP-Situation schreiben wir gewissermaßen eine Wunschliste", erklärt Wirtz. "Also beispielsweise: Welche Röntgengeräte und anderen bildgebenden Verfahren benötigen wir im OP? Welche Instrumente müssen zur Verfügung stehen? Wo kann die Technik den Operationsvorgang weiter unterstützen?"

Die beteiligten Industriepartner setzen diese Vorgaben in eine Art "Modell-OP" um. Darin testen die Mediziner am Kunstknochen, welche Vorteile die neuen Geräte bringen und wo noch Optimierungsbedarf besteht. In ständiger Rückkopplung soll so ein Operationssaal entstehen, in dem sich auch schwierige Eingriffe präzise, schonend und zügig durchführen lassen. Im Fokus steht dabei auch die Operations-Logistik: "Wir entwickeln Ideen, wo Geräte und Instrumente angebracht sein sollten, um den Ablauf möglichst reibungsarm zu gestalten", betont Professor Wirtz. "Schließlich ist es nicht sinnvoll, wenn wir unsere Patienten für eine Röntgenaufnahme im OP erst aufwändig umbetten müssen."

Kontakt:
Kontakt für die Medien:
Professor Dr. Dieter Christian Wirtz
Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-14170
E-Mail: dieter.wirtz@ukb.uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://ukb.uni-bonn.de

Weitere Berichte zu: Orthopädie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie