Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Leuchtturmprojekt Demenz“ – neuer Forschungsbericht veröffentlicht

24.04.2007
Mit der Veröffentlichung des Forschungsberichtes „Rahmenempfehlungen zum Umgang mit herausforderndem Verhalten bei Menschen mit Demenz in der stationären Altenhilfe“ wird ein wichtiger Beitrag zum von der Regierungskoalition vereinbarten „Leuchtturmprojekt Demenz“ geleistet.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte Prof. Dr. habil. Sabine Bartholomeyczik von der Universität Witten/Herdecke beauftragt, diesen Forschungsbericht zu erstellen.

Dazu erklärt Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: „Die Verbesserung der Lebenssituation von demenzkranken Menschen ist eine wichtige Zukunftsaufgabe. Die Bundesregierung hat deshalb beschlossen, dies mit einem 'Leuchtturmprojekt Demenz' ressortübergreifend zu unterstreichen. In einer gemeinsamen Regierungsinitiative sollen nicht nur Maßnahmen verschiedener Ressorts gebündelt, sondern auch gute Beispiele anderer Akteure sichtbar gemacht werden.

Zur Bewältigung der gesundheits- und gesellschaftspolitischen Herausforderung durch die zunehmende Zahl von Demenzkranken sind neben der bevorstehenden Pflegereform und der mittelfristigen Überarbeitung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs erhebliche zusätzliche Anstrengungen notwendig. Die Sicherung der pflegerischen Versorgung kann nicht nur durch Maßnahmen des Bundesgesetzgebers erreicht werden. Vielmehr handelt es sich um eine Gemeinschaftsaufgabe, bei der alle Beteiligten in ihren Aufgabenbereichen Verantwortung zu tragen haben.

Die Ergebnisse des Forschungsberichtes zeigen, wie die Qualität der pflegerischen Versorgung demenziell erkrankter Menschen verbessert und die Pflegekräfte in den Pflegeheimen unterstützt werden können.“

In Deutschland leben heute rund 1,1 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Bis zum Jahr 2030 wird sich diese Zahl auf ca. 1,7 Millionen erhöhen. Es gibt Defizite bei der frühzeitigen Diagnose von Demenz und bisher keine Heilungsmöglichkeiten. Durch gezielte Maßnahmen kann das Fortschreiten der Krankheit jedoch in einem begrenzten Umfang aufgehalten und die Situation der Betroffenen verbessert werden.

Die Pflege demenzkranker Menschen, insbesondere in Altenpflegeheimen, stellt große Herausforderungen an das Pflegepersonal. Vor allem dann, wenn die Pflegebedürftigen als störend oder problematisch empfundene Verhaltensweisen zeigen, sind hohe fachliche und kommunikative Kompetenzen gefordert. Für spezielle Betreuungssituationen werden viele pflegerische Maßnahmen eingesetzt. Bislang ist nur wenig bekannt, wie gut die derzeit empfohlenen Maßnahmen sind. Deshalb sind die vorliegenden Rahmenempfehlungen für eine angemessene Pflege demenziell erkrankter Heimbewohner von herausragender Bedeutung. Sie sind einerseits forschungsbasiert und andererseits eine Praxishilfe für die verantwortungsvolle Tätigkeit der Pflegekräfte. Das Pflegeverständnis sowie das interne Qualitätsmanagement der Pflegeeinrichtungen müssen sich nach den zumeist hochbetagten Pflegeheimbewohnern, speziell den Demenzkranken richten und nicht ausschließlich nach Fragen der Organisation.

Durchgeführt wurde das Forschungsprojekt von einem Verbund des Instituts für Pflegewissenschaften der Universität Witten/Herdecke in Witten mit dem Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA), einer Beratungs- und Forschungsgesellschaft für Altenhilfe in Köln. Verhaltensformen wie Aggressivität, Agitation, Apathie/Rückzugsverhalten und vokale Störungen sind sowohl für die Pflegeheimbewohner als auch für die Pflegenden mit besonderen Belastungen verbunden. In dem Forschungsbericht werden Rahmenempfehlungen zu den folgenden Themen formuliert:

Verstehende Diagnostik, Assessmentinstrumente, Validieren, Erinnerungspflege, Berührung/Sensorische Stimulation, Bewegungsförderung und pflegerisches Handeln in akuten psychiatrischen Krisen. Die Rahmenempfehlungen sind damit eine fundierte Grundlage für die zukünftige Entwicklung von Expertenstandards zur weiteren Qualitätssicherung in der Pflege.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit der Veröffentlichung einer Bekanntmachung zu einem krankheitsbezogenen Kompetenznetz „Degenerative Demenzen“ begonnen, die Koalitionsvereinbarung zu diesem Thema umzusetzen. Es ist beabsichtigt, für Forschungsverbünde des Netzes insgesamt ca. 50 Mio. Euro über einen Zeitraum von 10–12 Jahren zur Verfügung zu stellen. Die ersten Verbünde werden noch in diesem Jahr in die Förderung gehen.

Forschungsbericht 007 Gesundheitsforschung des Bundesministeriums für Gesundheit, ISSN 1862-1600, Herausgeber: BMG, Referat Öffentlichkeitsarbeit, 11055 Berlin.

| BMG News
Weitere Informationen:
http://www.bmg.bund.de

Weitere Berichte zu: Altenhilfe Demenz Demenzkranke Pflegekräfte

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik