Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Natürliche Bypässe: Wenn aterielle Waldwege zu Autobahnen werden

25.08.2000


... mehr zu:
»Arteriogenese »Bypass »Kardiologie
Natürliche Bypässe:
Wenn arterielle Waldwege zu Autobahnen werden

Kardiologen des Universitätsklinikums erhalten 2,4 Millionen DM zur Erforschung von "arteriellen Umgehungsstraßen"


Die Volkswagenstiftung finanziert mit 2,4 Millionen DM eine neue "Nachwuchsforschergruppe" in der Abteilung Kardiologie und Angiologie von Professor Dr. Christoph Bode an der Medizinischen Klinik der Universität Freiburg. Die Forschergruppe unter der Leitung von Dr. Ivo Buschmann wird in einem 5-Jahres Projekt die Entstehung von "natürlichen Bypässen", also einer Art von Umgehungstraßen bei Verstopfung der großen Arterien untersuchen. Die Wissenschaftler, welche zuvor unter der Federführung von Professor Dr. Dr. h.c. Wolfgang Schaper am Max-Planck-Institut in Bad Nauheim tätig waren, erforschen die Grundlagen der Arteriogenese. Diese gilt als Zukunftshoffnung in der Therapie und Vorbeugung von Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Von Natur aus sind besonders in Herz, Gehirn und Beinen feinste Blutgefäße (Kollateral-Arterien) angelegt, die nach einer Wachstumsphase die Blutversorgung von wichtigen Schlagadern des Körpers übernehmen können. "Bei einem Stau auf den Blutautobahnen werden diese arteriellen "Waldwege" als Umleitungen benutzt. Bei anhaltenden Schwierigkeiten werden sie sogar zu Landstraßen ausgebaut und können die Funktion der Blutautobahnen ersetzen."

Untersuchungen zeigen, dass Patienten mit gut ausgebildeten Kollateral-Arterien deutlich kleinere oder überhaupt keine Herzinfarkte haben. Die Förderung dieser Blutgefäße könnte somit vielen Patienten helfen. "Die Arteriogenese könnte in Zukunft ein wichtiges Behandlungsprinzip der Herzmediziner werden" meint Buschmann. Bislang behandeln die Kardiologen und Kardiochirurgen ihre Patienten mit einer Gefäßweitung durch einen kleinen Ballon oder mit Bypässen.

Die Freiburger Nachwuchsforscher um Dr. Ivo Buschmann wollen nun untersuchen, wie man die Entstehung von Kollateral-Arterien auslösen und fördern kann. Dabei scheint vor allem eine Sorte weisser Blutkörperchen, die sogenannten Monocyten, eine wichtige Rolle zu spielen. Diese wollen die Forscher mit Botenstoffen beladen und ihre Wirkung untersuchen. Es sind dazu Zellkulturstudien und später auch Studien an Patienten geplant.

Die Volkswagenstiftung ermöglicht mit der Vergabe von Nachwuchsgruppen-Stipendien herausragenden Jung-Wissenschaftlern die Einrichtung einer selbständigen Forschergruppe an Universitäten. Der neuen Gruppe "Experimentelle und klinische Arteriogenese" werden Kardiologen, Molekular- und Zellbiologen am Freiburger Uni-Klinikum angehören.

Kontakt:

Dr. med. Ivo Buschmann
Medizinische Universitätsklinik und Poliklinik
Abteilung Innere Medizin III Kardiologie und Angiologie
Hugstetter Str. 55
79106 Freiburg im Breisgau
Tel: 0761/270-3441 oder -3596 oder -3533
Fax: 0761/270-3596
email: buschmann@med1.ukl.uni-freiburg.de

Leiter Kommunikation und Presse Rudolf-Werner Dreier |

Weitere Berichte zu: Arteriogenese Bypass Kardiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen