Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herzmuskel-Entzündung: Erstmals schonende Diagnose ohne Gewebeprobe

13.04.2007
Die kardiale Magnetresonanz-Tomographie (MRT) erlaubt bei vielen Patienten mit einer Herzmuskelentzündung ("Myokarditis") erstmals eine nicht in den Körper eingreifende ("nicht-invasive") und deshalb möglichst schonende Untersuchung und Diagnose.

"Cardio-MRT ermöglicht außerdem die Kontrolle des Heilungsverlaufs und bei Patienten mit bereits geschädigtem Herzmuskel die Unterscheidung zwischen entzündlich bedingten und nicht entzündlich bedingten Ursachen", berichtete Prof. Dr. Udo Sechtem (Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart) auf einer Pressekonferenz der 73. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim, auf der 6000 Teilnehmer erwartet werden.

Eine Herzmuskelentzündung kann für Beschwerden wie Brustschmerzen, Luftnot, Abgeschlagenheit und Herzrhythmusstörungen verantwortlich sein. Es ist oft schwierig, entzündungsbedingte Schäden infolge einer Virusgrippe (Influenza) oder anderer schwerer Infekte von Schäden zu unterscheiden, die durch eine Verengung der Herzkranzgefäße hervorgerufen werden. Eine sichere Diagnose, so Prof. Sechtem, gelang lange Zeit nur mittels Herzmuskelbiopsie, der Entnahme von Gewebeproben aus dem Herzmuskel. Dieser Eingriff birgt aber ein gewisses Risiko, in erster Linie Blutungen in den Herzbeutel, weshalb nach möglichst zuverlässigen Diagnosemethoden geforscht wurde, die nicht in den Körper eingreifen.

Die Herzmuskelentzündung heilt oft folgenlos aus. In etwa 20 Prozent der Fälle muss man allerdings damit rechnen, dass sich bei fehlender Heilung der Entzündung eine Herzmuskelschwäche ("Kardiomyopathie") einstellt. "Die Patienten erholen sich nicht, die Luftnot und die fehlende Belastbarkeit bleiben, und die Lebenserwartung ist verkürzt", sagt Prof. Sechtem. "Bisher ist unbekannt, welche Patienten nach einer Herzmuskelentzündung diesen ungünstigen Verlauf haben. Da die kardiale MRT ohne Belastung für den Patienten ist, lassen sich nun regelmäßige Nachuntersuchungen machen, um den Heilungsverlauf verfolgen und einen ungünstigen Heilungsverlauf frühzeitig erkennen zu können." Es gibt allerdings auch Patienten mit in der Biopsie nachgewiesener Entzündung, bei denen die kardiovaskuläre MRT ein unauffälliges Bild zeigt.

Kontakt:
Prof. Dr. Eckart Fleck, Pressesprecher der DGK
Christiane Limberg, Pressereferentin der DGK, Tel. im Kongresszentrum 0621-41065002

Roland Bettschart, B&K Medien- und Kommunikationsberatung, Tel. im Kongresszentrum 0621-4106-5003 oder mobil 0043 676 6356775

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

Weitere Berichte zu: Entzündung Gewebeprobe Herzmuskel Herzmuskelentzündung Luftnot MRT

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Forscher entschlüsseln einen Mechanismus bei schweren Hautinfektionen
24.01.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie