Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herz- und Kreislaufzentrum in Würzburg gegründet

20.09.2000


Um die Erkennung, Behandlung und Erforschung von Herz- und Kreislaufkrankheiten noch weiter zu verbessern, haben sich an der Universität Würzburg vor wenigen Tagen 14 Kliniken, Institute und
Lehrstühle zum "Herz- und Kreislaufzentrum Würzburg" zusammengeschlossen.

Der Vorstand des Herzkreislaufzentrums der Universität Würzburg, Professor Dr. Georg Ertl, Direktor der Medizinischen Klinik, Professor Dr. Olaf Elert, Direktor der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, und Professor Dr. Martin Lohse, Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie, stellten die neue Einrichtung am vergangenen Mittwoch bei einer Pressekonferenz vor.

Herzerkrankungen entstehen aufgrund von Risikofaktoren, d.h. die Patienten sind zuckerkrank, leiden an Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck oder chronischen Nierenerkrankungen. Darüber hinaus treten Herz-Kreislauferkrankungen häufig im mittleren und höheren Lebensalter auf, so dass ein Zusammentreffen mit anderen Erkrankungen häufig ist. Letztlich können Herz- und Kreislauferkrankungen zu Funktionsstörungen aller Organe des Körpers führen. Ein organfixiertes Denken ist daher nicht ausreichend, vielmehr stellen Herz- und Gefäßerkrankungen eine Herausforderung im Sinne einer fachübergreifenden Verantwortung dar. Die Medizin muss daher Strukturen schaffen, die in der Patientenversorgung, der Forschung und Lehre, ein fachübergreifendes Arbeiten fördern und einen Informationstransfer ermöglichen. Die Bildung von Zentren, die aus verschiedenen Kliniken Fachleute zusammenführt, scheint hierfür eine geeignete Struktur darzustellen. Beispiele für bereits existierende Zentren an der Universität sind das Zentrum für Infektionsforschung, das Tumorzentrum und das Transplantationszentrum.

Von besonderer Bedeutung ist die Einbindung von umliegenden Krankenhäusern, insbesondere auch den Lehrkrankenhäusern und den niedergelassenen Kollegen in diese neuen Strukturen. Dies ist nicht nur für die Patientenversorgung in zunehmendem Maße wichtig, sondern auch für die Lehre und Weiterbildung, da viele Krankheitsbilder in ausreichender Häufigkeit heute nur noch in der Ambulanz oder im nicht universitären Krankenhaus (z.B. Rehabilitation) gesehen werden.

Ganz wesentlich ist solch ein Netzwerk aber auch für die klinische Forschung, die nur bei einer ausreichenden Anzahl und langfristigen Betreuung chronisch kranker Patienten möglich ist. Forschung über Herz- und Kreislauferkrankungen hat bereits jetzt sowohl im Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung (IZKF) als auch durch den Sonderforschungsbereich 355 "Pathophysiologie der Herzinsuffizienz" an der Universität Würzburg einen besonders hohen Stellenwert.

Bei dem neu gegründeten "Herz- und Kreislaufzentrum der Universität Würzburg" handelt es sich um eine Einrichtung der Universität, deren Mitglieder die Vorstände der beteiligten Institute bzw. Kliniken sind. Der Vorstand des Vereins besteht aus mindestens drei Personen, die von den Mitgliedern gewählt werden. Ein wissenschaftlicher Beirat aus auswärtigen, unabhängigen Mitgliedern soll das Zentrum regelmäßig bewerten.

Die Ziele des Herz-Kreislaufzentrums liegen in der fachübergreifenden Versorgung von Herz- und Gefäßerkrankungen bezüglich Diagnostik, Vorbeugung, Therapie und Rehabilitation. Hierbei ist eine fachübergreifende Zusammenarbeit innerhalb der Universität als auch mit Ärzten der Region und überregionalen Institutionen sinnvoll. Fachübergreifende Forschung, Aus- und Weiterbildung helfen in diesem Zusammenhang, den medizinischen Qualitätsstandard zu sichern bzw. weiter auszubauen.

Die rasante Entwicklung der Medizin und ihrer verschiedenen Fachrichtungen hat zu einer ausgeprägten Spezialisierung geführt, durch die bestimmte diagnostische und therapeutische Verfahren erst möglich wurden. Universitäre, ja umfassende Patientenversorgung sowie zukunftsorientierte Forschung, Lehre und Weiterbildung benötigen diese Spezialisierung. Allerdings kommt sie der Patientenversorgung nur dann zugute, wenn eine enge Kooperation zwischen den unterschiedlichen Fachrichtungen gewährleistet ist. Das Herz-Kreislaufzentrum Würzburg wird hierzu seinen Beitrag leisten.

Robert Emmerich |

Weitere Berichte zu: Gefäßerkrankung Herz-Kreislaufzentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften