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Krankheitsmanagement von Brustkrebs / Qualitätskriterien der Deutschen Krebsgesellschaft

04.03.2002


Die Betreuung chronisch Kranker in Deutschland weist offenbar erhebliche Defizite auf. Weniger als die Hälfte aller chronisch kranken Patienten wird gemäß dem neuesten wissenschaftlichen Standard behandelt. Hier sollen jetzt sogenannte Disease-Management-Programme eine effektivere medizinische Versorgung bewirken. Eine Erkrankung, für die es Disease-Management-Programme geben wird, ist der Brustkrebs. Die Deutsche Krebsgesellschaft hat umfangreiche Qualitätskriterien erarbeitet, die alle Versorgungsschritte von der Diagnostik über die Therapie bis hin zur Nachsorge und Begleitung bei fortgeschrittener Erkrankung betreffen. Diese Kriterien sollen die Disease-Management-Programme für Brustkrebs maßgeblich bestimmen.

Disease-Management hat eine optimierte Zusammenarbeit von Ärzten, Krankenhäusern, Pflegediensten und anderen Leistungserbringern zum Ziel. Alle Versorgungsschritte sollen unter Einsatz evidenz-basierter Leitlinien aufeinander abgestimmt werden. Der Patient steht aktiv im Mittelpunkt dieser Betreuung und erhält alle wichtigen Informationen. Nicht zuletzt sollen dadurch Folgen der Erkrankung minimiert und so eine Kostenstabilisierung im ökonomischen Bereich erreicht werden.

Die Deutsche Krebsgesellschaft erwartet, dass die von ihr geschaffenen Leitlinien zum Brustkrebs in die Disease-Management-Programme einfließen, damit die am Stand des wissenschaftlichen Fortschritts orientierte bestmögliche Versorgung allen Patientinnen zugute kommen kann. Einen wichtigen Schritt in der Qualitätssicherung soll die Dokumentation der Behandlungsergebnisse darstellen. Außerdem sollen nur die Versorgungseinrichtungen Patientinnen mit Brustkrebs behandeln, die die Qualitätskriterien der Deutschen Krebsgesellschaft erfüllen und ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt haben.

Es ist geplant, dass die Krankenkassen ab Mitte 2002 Disease-Management-Programme für Brustkrebs beim Bundesversicherungsamt in Bonn anmelden können. Die Pilotprojekte werden in der zweiten Jahreshälfte 2002 sicher anlaufen.

Die Teilnahme an Disease-Management-Programmen für Brustkrebs ist grundsätzlich freiwillig. Alle Patientinnen, deren Krankenkasse für den Brustkrebs Programme anbietet, können sich einschreiben. In der Regel wird der in das Projekt einbezogene Frauenarzt die Betreffende ansprechen und ihr die Vorteile des Programms darlegen.

Dr. Barbara Michels |
Weitere Informationen:
http://www.krebsgesellschaft.de

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