Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vom Kostenfaktor zur Zukunftslokomotive: Gesundheitsregionen in Deutschland

04.04.2007
Forschungsschwerpunkt Gesundheit und Lebensqualität am Institut Arbeit und Technik begleitet regionale Initiativen

Mit mehr als 4,5 Millionen Beschäftigten ist die Gesundheitswirtschaft heute die größte Wirtschaftsbranche in Deutschland. Immer mehr Regionen und Bundesländer Deutschlands setzen auf diese Zukunftslokomotive und versuchen, sich mit Initiativen zur Gesundheitswirtschaft zu profilieren. Die Bemühungen zielen zum einen darauf, die gesundheitliche Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern, gleichzeitig sollen Wachstum und Beschäftigung im Gesundheitssektor gefördert werden. Bis zu 800 000 zusätzliche Arbeitsplätze könnten nach Schätzungen des Instituts Arbeit und Technik (IAT) bis 2020 in der Branche entstehen.

Entscheidend für eine gute Positionierung von Regionen in der Gesundheitswirtschaft wird zukünftig auch die Frage sein, ob sie Innovationsprozesse in der Branche unterstützen und organisieren können. Leistungsprozesse und -akteure müssen branchen- und sektorübergreifend verknüpft werden, damit die prognostizierten Wachstumspotenziale erreicht werden. Bundesländer, die explizit auf Gesundheitswirtschaft setzen, sind etwa Bayern, Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen, hier vor allem die Metropole Ruhr und Ostwestfalen-Lippe.

Welche Schwerpunkte die einzelnen Regionen setzen, welche Entwicklungsstrategien sie verfolgen und wie sie ihre Kompetenzen bündeln und organisieren, hat der IAT-Forschungsschwerpunkt Gesundheit und Lebensqualität untersucht:

Fast die gesamte Palette der gesundheitswirtschaftlichen Handlungsmöglichkeiten bietet das Ruhrgebiet an - von der Spitzenmedizin über betriebswirtschaftliches Krankenhaus- und Versorgungsmanagement, Internationalisierung bis zur Seniorenwirtschaft. Die Initiative MedEcon Ruhr ist seit 2003 mit der Netzwerkbildung, regionaler Projektentwicklung sowie dem Regionalmarketing in der Gesundheitswirtschaft des Ruhrgebiets betraut. Berlin als wissenschaftsgestütze Gesundheitsregion setzt stark auf den Bereich "Forschung und Entwicklung", insbesondere im Bereich der molekularen Medizin. Das Deutsche Herzzentrum Berlin ist zudem ein bedeutendes Aushängeschild der Berliner Gesundheitswirtschaft. Netzwerkagentur ist hier die Gesundheitsstadt Berlin e.V. Wichtige Anlaufinstanz in Hamburg ist die Norgenta, die aus öffentlichen Mitteln finanziert wird und sich als Life-Science-Agentur für Norddeutschland versteht. In Bayern wird bereits seit längerem v.a. in München, Erlangen-Nürnberg und im Unterallgäu an der Entwicklung der Gesundheitswirtschaft gearbeitet. Über 80 Unternehmen und Verbände haben sich hier zur Health Care Bayern zusammen gefunden. Kur, Rehabilitation, Gesundheits- und Seniorentourismus sind Topthemen der Gesundheitswirtschaft in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Ostwestfalen-Lippe (Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft e.V.).

Das Interesse am Ausbau der Gesundheitswirtschaft startet in den meisten Regionen mit Fokus auf die eher technischen Disziplinen, also Biomedizin, Medizintechnik oder Neurowissenschaften; in der Folge werden dann auch die Potenziale bei den (sozialen) Dienstleistern erkannt. Erste Impulse gingen in den Regionen vor allem von kommunalen Akteuren und den Anbietern der Branche selbst aus. Dieses Engagement wurde anschließend von der Politik aufgegriffen und mitgetragen. Wie die IAT-Untersuchung zeigt, können regionale Entwicklungskonzepte zur Gesundheitswirtschaft nur nachhaltig wirken, wenn eine stabile Steuerungs- und Vernetzungsinstanz existiert, die auch für eine kontinuierliche Projektentwicklung Sorge trägt. Sie sollte nicht unmittelbar von Politik abhängig sein und einen soliden wissenschaftlichen Unterbau haben.

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://www.iat.eu

Weitere Berichte zu: Gesundheitswirtschaft Lebensqualität Ruhr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Eine Teleskopschiene für Nanomaschinen
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart, Stuttgart

nachricht Künstlicher Leberfleck als Frühwarnsystem
19.04.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics