Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rolle von Makrophagen (Fresszellen) bei der Schuppenflechte enträtselt

26.03.2007
Ein internationales Forscherteam mit Prof. Dr. Karin Scharffetter-Kochanek, Ärztlicher Direktorin der Ulmer Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie, eröffnet Wege zu neuen therapeutischen Ansätzen.

(Hintergrundinformationen zur Präsentation der Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie im Ulmer Stadthaus vom 29.-31.3.2007)

Die Gruppe von Wissenschaftlern aus Deutschland, Italien, den Niederlanden und China konnte jetzt zeigen, dass Makrophagen/Fresszellen eine zentrale Bedeutung bei der Krankheitsentstehung der Schuppenflechte haben. Makrophagen/Fresszellen entwickeln sich im Knochenmark und beseitigen als eine Art Müllschlucker tote und abgestorbene Körperzellen wie auch Zelltrümmer - Mediziner nennen das "phagozytieren". Die Schuppenflechte galt lange Zeit als T-Lymphozyten vermittelte Erkrankung. Die Dermatologen konnten nun zeigen, dass neben den T-Lymphozyten (und anderen Immunzellen) auch zahlreiche Makrophagen/Fresszellen in der entzündlich erkrankten Haut nachweisbar sind.

Zusätzlich war in diesen von der Schuppenflechte befallenen Hautstellen auch die Konzentration des "Tumor Nekrose Faktors alpha" drastisch erhöht - ein Signalstoff, der u.a. auf Entzündungen und die Immunabwehr wirkt. Stark erhöht war auch die Konzentration eines spezifisch auf die Makrophagen wirkenden Lockstoffes. Diese innovativen Ergebnisse, die den Makrophagen in das Zentrum der Entsehung der Psoriasis rücken, erklären jetzt erstmalig den erfolgreichen Einsatz von sogenannten "Biologics". Diese biotechnologisch hergestellten Eiweiße sind körpereigenen Substanzen ähnlich oder können diese hemmen und können in verschiedene Regulationsmechanismen des Immunsystems eingreifen. Sie werden zur Neutralisierung des "Tumor Nekrosefaktors alpha" bereits erfolgreich in der Klinik zur Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt - jetzt kann man ihre Wirkungsweise besser verstehen.

Die Untersuchungen des Dermatologen-Teams haben gezeigt, dass an der Auslösung und Erhaltung der Schuppenflechte verschiedene Zellen der Haut beteiligt und unterschiedliche Signalwege miteinander verflochten sind. Sie konnten weitere Angriffsstellen für neue Therapien identifizieren, die in Zukunft bei der Behandlung von Patienten mit Schuppenflechte verwendet werden könnten. Dr. Honglin Wang aus China, der in der Universitätsklinik für Dermatologie wesentlich zur Erarbeitung dieser wichtigen Daten beigetragen hat, wurde für seine Promotion mit "Summa cum Laude" ausgezeichnet. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden 2006 in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift "Journal of Clinical Investigation" veröffentlicht.

Die Schuppenflechte oder Psoriasis ist eine nur beim Menschen vorkommende häufige Hautkrankheit, bei der die Haut münzförmig oder in größeren Bereichen entzündet und mit weißlichen Schuppen bedeckt ist. Der Name Psoriasis ist abgeleitet vom griechischen Wort Psora = Krätze, da man früher an-nahm, die Schuppenflechte wäre eine Art der Krätze. Etwa 2-3 % der Bevölkerung in Mitteleuropa sind erkrankt und besonders in ihrer Lebensqualität betroffen. Bei der Schuppenflechte erneuern sich die Hautzellen der Oberhaut bis zu vier mal schneller als in gesunder Haut und lagern sich schließlich als fehlerhafter Endpunkt als weißliche Schuppen ab. Da ihre Zahl stark vermehrt ist, bilden diese Schuppen auf der Haut eine dicke weißliche Schicht. Die Krankheit hat eine genetische Komponente und wird als Autoimmunkrankheit eingestuft, da eine fehlgeleitete körpereigene Immunabwehr eine wesentliche Rolle spielt.

Weitere Informationen zur Veranstaltung im Ulmer Stadthaus finden Sie im unten angegebenen Link.

Ansprechpartnerin ist Prof. Dr. Karin Scharffetter-Kochanek, Ärztliche Direktorin der Ulmer Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie. Tel: 0731 - 500 57501

Universitätsklinikum Ulm
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Einstein-Allee 29
89081 Ulm
Tel: 0731 - 500 43025
Fax: 0731 - 500 43026
E-Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de

Petra Schultze | idw
Weitere Informationen:
http://www.jci.org/
http://www.uniklinik-ulm.de/news/article/1119/hautkrankhei.html
http://www.uniklinik-ulm.de/struktur/kliniken/dermatologie-und-allergologie.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops

Wie weggeblasen!

08.12.2016 | Seminare Workshops

Seminare 2017 HDT Berlin

08.12.2016 | Seminare Workshops