Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Verfahren ermöglicht Brustkrebs-Diagnose durch Milchgang

23.03.2007
Duktoskopie erspart Frauen einen Eingriff / Vorstellung des Verfahrens bei Kolloquium am 28. März am Jenaer Universitätsklinikum

Brustkrebs ist und bleibt mit 55.000 Neuerkrankungen im Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Wird eine Frau mit einem Tumorverdacht in der Brust konfrontiert, stellt sich ihr immer auch die Frage der Ästhetik und des Brusterhalts. "Ausgehend von diesen Wünschen haben wir uns auf endoskopische Diagnose- und Interventionsverfahren spezialisiert, die eine minimalinvasive Abklärung und Behandlung ermöglichen", erklärt Prof. Dr. Ingo Runnebaum, Leiter des Interdisziplinären Brustzentrums am Universitätsklinikum Jena (UKJ).

Dazu gehört auch die jetzt erfolgte Einführung eines innovativen Verfahrens, das den Brustkrebsspezialisten des UKJ ein noch schonenderes Vorgehen ermöglicht: Die neu am Zentrum eingeführte Technik der Duktoskopie gewährt einen Blick direkt in die Milchgänge. "Möglich wird dies durch den Einsatz eines feinsten Endoskops von 1 bis 3 Millimeter Durchmesser, das über die Milchgänge der Brust eingeführt wird", erläutert der Operateur Runnebaum. Damit können Veränderungen in den Milchgängen, die zu Ausfluss aus der Brustwarze führen, untersucht und mit winzigen Instrumenten abgetragen werden.

"Der Vorteil dieses neuen Diagnoseverfahrens ist nicht nur, dass wir in vielen Fällen künftig ganz ohne einen Schnitt auskommen, sondern dass wir mit empfindlichsten molekularbiologischen Methoden bereits einzelne bösartige Zellen im Gangsystem der Brust aufspüren können - lange bevor sich ein Tumor etabliert hat", so Runnebaum. Zunächst wird das Verfahren bei Ausfluss aus der Brustwarze, der so genannten Milchgangssekretion, und bei Verdacht auf Milchgangspapillom (Entartungsrisiko 5-17 Prozent) angewandt. Das bisher weltweit erst in wenigen Zentren eingesetzte neue Verfahren wird von den Jenaer Gynäkologen jetzt im Rahmen einer groß angelegten Studie hinsichtlich der Wirksamkeit untersucht.

... mehr zu:
»Brustzentrum »UKJ

Welche neuen Möglichkeiten mit dem Einsatz des innovativen Verfahrens verbunden sind, ist auch Thema des am 28. März stattfindenden Abendkolloquiums des Interdisziplinären Brustzentrums. Das Jenaer Zentrum vereint unter einem Dach alle Spezialisten für Brusterkrankungen - Gynäkologen, Onkologen, Radiotherapeuten, Radiodiagnostiker -, die gemeinsam Diagnose- und Therapiepläne für Patientinnen mit Brusterkrankungen erstellen. Mittlerweile werden mehr als 60 Prozent der Brustkrebspatientinnen in qualitätsgesicherten Brustzentren nach neuesten Standards behandelt. Angestrebt werden 100 Prozent.

"Wir werden am 28. März auch die aktuellen Ergebnisse der mit Spannung erwarteten großen Brustkrebs-Konferenz in St. Gallen im März vorstellen und diskutieren", führt Prof. Ingo Runnebaum zum Programm des Kolloquiums aus. "Neue Empfehlungen zur Therapie mit Hormonen und neuen Biologischen Substanzen sind dabei ebenso zu erwarten wie zur Diagnose und zu Risikofaktoren. Das wichtigste ist, die optimale Behandlung für jede Patientin individuell zu finden."

Das Abendkolloquium findet am Mittwoch, dem 28. März, um 17.30 Uhr im Hörsaal der Universitätsfrauenklinik des UKJ in der Bachstraße 18 statt.

28. März 2007, 17.30 Uhr
Abendkolloquium "Neue Behandlungsempfehlungen zum Mammakarzinom nach St. Gallen 2007", Hörsaal Universitätsfrauenklinik, Bachstraße 18
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Ingo Runnebaum
Leiter des Interdisziplinären Brustzentrums, Universitätsklinikum Jena
Geschäftsführender Direktor der Frauenklinik
Tel.: 03641/933063
Anmeldung zur Duktoskopiesprechstunde:
Tel.: 03641/933205
E-Mail: direktion-gyn[at]med.uni-jena.de

Helena Reinhardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

Weitere Berichte zu: Brustzentrum UKJ

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kokosöl verlängert Leben bei peroxisomalen Störungen
20.06.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Überdosis Calcium
19.06.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Im Focus: Revolution der Rohre

Forscher*innen des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) der Hochschule Coburg lassen Rohrleitungen, Schläuchen oder Behältern in Zukunft regelrecht Ohren wachsen. Sie entwickelten ein innovatives akustisches Messverfahren, um Ablagerungen in Rohren frühzeitig zu erkennen.

Rückstände in Abflussleitungen führen meist zu unerfreulichen Folgen. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt der Biofilm – eine Schleimschicht, in der...

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der “Stein von Rosetta” für aktive Galaxienkerne entschlüsselt

21.06.2018 | Physik Astronomie

Schneller und sicherer Fliegen

21.06.2018 | Informationstechnologie

Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

21.06.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics