Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ursache des Höhenlungenödems entdeckt

23.03.2007
Forschungsergebnisse liefern Behandlungsansatz für Risikogruppe

Ein Schweizer Forscherteam hat eine Ursache des Höhenlungenödems entdeckt. Auslöser sei demnach eine durchlässige Foramen ovale, - die Öffnung zwischen rechter und linker Herzkammer -, wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA berichten. "Die Ergebnisse liefern weitere Forschungsansätze, die in neuen Behandlungsmöglichkeiten resultieren können", sagt Autor Urs Scherrer vom Universitätsspital Lausanne im Gespräch mit pressetext. Neben Skiunfällen ist das Höhenlungenödem die häufigste Todesursache bei Skifahrern ab einer Höhe von 2.500 Metern.

Für ihre Untersuchung schickten die Forscher 35 Freiwillige, von denen die Hälfte bereits von einem Höhenlungenödem betroffen waren, zum Höhenforschungslabor der Regina-Margherita-Hütte in knapp 4.600 Metern Höhe. Dort machten sie Tests, um den Zustand des Foramen ovale zu prüfen. Das Ergebnis: "Bei anfälligen Personen fand sich beim Aufenthalt in der Höhe vier- bis fünfmal häufiger ein offenes Foramen ovale", sagt Scherrer. Sogar im Tal sei der Foramen ovale noch immer geöffnet gewesen. "Dies deutet darauf hin, dass die Öffnung der Vorhofscheidewand in diesem Fall nicht reversibel ist", so Scherrer.

Beim Fötus ist die Vorhofscheidewand zunächst offen, schließt aber in den ersten Monaten nach der Geburt. Dabei verhindert eine Membran, dass das Blut direkt von einem Vorhof in den anderen gelangen kann. Stattdessen nimmt es einen Umweg über die Lunge, wo es Sauerstoff aufnimmt. "Möglicherweise wird durch die Öffnung der Vorhofscheidewand der Lungenkreislauf kurzgeschlossen, sodass das Blut nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird. Bei 25 Prozent der europäischen Gesamtbevölkerung ist das Foramen ovale jedoch generell durchlässig. "In Zukunft muss deshalb geprüft werden, ob diese Bevölkerungsgruppe für das Höhenlungenödem besonders gefährdet ist", so Scherrer. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, wären vorsorgende Maßnahmen möglich. "Es wäre denkbar, dass Formen ovale von Riskopatienten zu schließen", sagt Scherrer. "Zumal der Eingriff, der mittels Katheter erfolgt, gut etabliert, einfach und relativ wenig invasiv ist."

Christoph Marty | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.chuv.ch/

Weitere Berichte zu: Vorhofscheidewand

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise