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Investieren, Forschen, Handeln: 125 Jahre nach der Entdeckung des Tuberkulose-Erregers durch Robert Koch

22.03.2007
Gemeinsame Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts (RKI), des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK), des Nationalen Referenzzentrums für Mykobakterien (NRZ), der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW), des Koch-Metschnikow-Forums (KMF) und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK)

Die Tuberkulose ist mit jährlich fast zwei Millionen Todesfällen weltweit nach wie vor eine der größten Gesundheitsgefahren. "Die vorrangige Herausforderung in der Bekämpfung dieser ansteckenden Krankheit liegt derzeit in Osteuropa" sagte Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit, bei der Eröffnung eines internationalen Symposiums am 22. März 2007 anlässlich des Welttuberkulosetags am 24. März.

"Vor allem die Entwicklung der Medikamentenresistenzen ist Besorgnis erregend", unterstreicht die Ministerin. Um die Tuberkulosekontrolle in Europa auf der politischen Ebene zu stärken, wird das Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit dem WHO-Regionalbüro Europa am 22.10.2007 in Berlin ein Ministerforum mit Experten aus Gesundheit, Entwicklungshilfe und Forschung veranstalten. Das BMG unterstützt die Modernisierung des Gesundheitswesens insbesondere in Osteuropa seit Jahren.

In Deutschland hat das Robert Koch-Institut nach dem auf dem Symposium vorgestellten "Tuberkulose-Bericht für 2005" 6.045 Tuberkulose-Erkrankungen registriert. "Bei der Schwere der Erkrankung und einer Therapiedauer von mindestens sechs Monaten ist das keine kleine Zahl" betont Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch-Instituts. "Darin zeigt sich auch die hohe Bedeutung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes". Insgesamt 188 Patienten starben 2005 an den Folgen der Infektionskrankheit.

Am meisten gefährdet sind die sozial Schwächeren. Schon Robert Koch unterstrich die große Bedeutung der notwendigen Verbesserung der sozialen Strukturen und der staatlich zu fördernden Tuberkulosekontrolle. "Beiden Faktoren kommt auch heute noch die entscheidende Rolle in der Tuberkulosebekämpfung zu, neben der Entwicklung besserer diagnostischer, therapeutischer und präventiver Maßnahmen" erinnert Robert Loddenkemper, Generalsekretär des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK).

Bei Erkrankungen mit resistenten Bakterienstämmen, die unempfindlich gegen die verfügbaren Medikamente sind, ist die Behandlung sehr viel langwieriger und teurer. In Deutschland ist der Anteil von multiresistenten Erregern (gleichzeitige Resistenz gegenüber Isoniazid und Rifampicin) mit 2,7 % gegenüber den Vorjahren weiter gestiegen (2004: 2,5 %, 2003: 2,1 %; 2002: 2,1 %). In Osteuropa und Zentralasien liegen die Raten bei circa 15 % der Neuerkrankungen, dreifach höher als in jeder anderen Region weltweit. Das hat auch Auswirkungen auf Deutschland. So sind hier Resistenzen häufiger bei den im Ausland geborenen und vorbehandelten Patienten zu finden.

Daher unterstützt das von Sabine Rüsch-Gerdes geleitete Nationale Referenzzentrum für Mykobakterien in Borstel den Aufbau von Labornetzwerken in besonders betroffenen Staaten und hilft bei der Weiterbildung osteuropäischer Ärzte. Vor Ort in den betroffenen Länder engagieren sich auch die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW), das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und das im vergangenen Jahr gegründete Koch-Metschnikow-Forum (KMF), eine deutsch-russische Initiative des Petersburger Dialoges, die Kooperationsprojekte auf dem Gebiet der Bekämpfung der Infektionskrankheiten koordiniert und gestaltet. "Die Tuberkulose-Bekämpfung muss auf allen Ebenen gestärkt werden und darf angesichts der - unverzichtbaren - Bemühungen um die Eindämmung von HIV nicht vergessen werden", fordern DAHW, DRK und KMF.

Herausgeber
Robert Koch-Institut
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D-13353 Berlin
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Susanne Glasmacher | idw
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