Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schwindelbeschwerden interdisziplinär begutachten

28.02.2002


Etwa jeder zehnte Patient in der Allgemeinarztpraxis klagt über Schwindelbeschwerden. Da es sich hierbei um subjektive, also nicht messbare Missempfindungen handelt, ist die Diagnose beziehungsweise die Fahndung nach den Ursachen besonders schwierig. Mit der fachübergreifenden Begutachtung von Schwindelbeschwerden und anderen Funktionsstörungen im Ohr beschäftigt sich am Freitag und Samstag, 1./2. März 2002, eine Tagung am Universitätsklinikum Münster (UKM). Über 300 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet werden zu diesem von der HNO-Klinik des UKM unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Stoll ausgerichteten "4. Hennig-Symposium" erwartet.

Ein Höhepunkt der im Institut für Anatomie des UKM stattfindenden Veranstaltung zum Leitthema "Das neurootologische Gutachten" wird die Verleihung des Hennig-Vertigo-Preises 2002 an Prof. Dr. Andrew H. Clarke vom Benjamin Franklin-Klinikum der FU Berlin sein. Der Preisträger hat sich sehr intensiv mit der Wissenschaft von Gleichgewichtsstörungen in der Schwerelosigkeit beschäftigt und ist sowohl bei der NASA als auch bei der russischen Raumfahrt als Wissenschaftler und Koordinator bekannt. Sein Kurzvortrag über seine wissenschaftliche Tätigkeit bei den genannten Institutionen und die Erläuterungen der Zukunftspläne wird von den Teilnehmern des Symposiums mit großer Spannung erwartet.

Immer wieder wird in unserem Entschädigungs- und Versorgungssystem danach gefragt, welche Einbußen Schwindelbeschwerden im täglichen Leben oder im Beruf durch Erkrankungen auslösen können. In die Begutachtung sind HNO-Ärzte, Neurologen, Internisten, Orthopäden, Psychiater und Juristen einbezogen. Die 21 Experten verschiedener deutscher Universitäten und einer österreichischen Hochschule, die für die Tagung in Münster als Referenten gewonnen werden konnten, haben sich vorgenommen, einen Konsensus zu finden. Insbesondere soll nach Angaben Stolls auch das Beschwerdebild nach Halswirbelsäulen(HWS)-Traumen einer genaueren Analyse unterzogen werden, um allzu große Abweichungen von einer gängigen Lehrmeinung vorzubeugen.


Ein Teil der Vorträge sind auch Tauglichkeitsbestimmungen bei verschiedenen Berufsgruppen sowie auch beim Führen von Fahrzeugen gewidmet. Auch diese Beiträge werden mit großem Interesse verfolgt, da oftmals die Einschätzungen der Tauglichkeit für bestimmte Tätigkeiten sowohl vom Patienten als auch vom Arzt nicht richtig eingeschätzt werden.

Die Tatsache, dass die Firma Hennig zu diesem Symposium nach Münster einlud, ist auch auf eine gewisse Tradition in der münsterschen HNO-Klinik zurückzuführen, da Prof. Feldmann, der frühere Direktor und Lehrer vieler namhafter Referenten, die Begutachtung von Schwerhörigkeiten als einen wissenschaftlichen Schwerpunkt in seinem Berufsleben betrieb. Die Veranstaltung belegt, dass das klinische und wissenschaftliche Interesse an der Begutachtung von Funktionsstörungen im Ohr in Münster bis zum heutigen Tage seinen Stellenwert behaupten konnte.

Jutta Reising | idw
Weitere Informationen:
http://medweb.uni-muenster.de/institute/hno/veranstaltungen/index.html

Weitere Berichte zu: Schwindelbeschwerden UKM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Beschichtung lässt Muscheln abrutschen

18.08.2017 | Materialwissenschaften

Fettleber produziert Eiweiße, die andere Organe schädigen können

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

18.08.2017 | Geowissenschaften