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Neue Technik verbessert gezielte Schmerztherapie

21.03.2007
54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und
Intensivmedizin (DGAI) / Deutscher Anästhesiecongress (DAC)
5. - 8. Mai 2007, Congress Centrum Hamburg

Neue Technik verbessert gezielte Schmerztherapie: Ultraschall weist der Injektionsnadel den Weg

Verbesserte Technik und handliche Geräte machen es möglich: Immer häufiger setzen Anästhesisten Ultraschallgeräte ein, um ihre Medikamente gezielter an die Nerven zu spritzen und so eine Weiterleitung der Schmerzen zum Gehirn zu blockieren. Diese schonende Form der Schmerztherapie ist ein zentraler Bestandteil bei der modernen, auf Qualität und Wirtschaftlichkeit ausgerichteten Patientenversorgung in Klinik und Praxis.

Die neueste Generation von Ultraschallgeräten macht Gelenkflächen, Muskeln und selbst feinste, nur wenige Millimeter dünne Nervenfasern sichtbar. "Wir können jetzt in Echtzeit verfolgen, wie sich die Lokalanästhetika, die ins Gewebe gespritzt werden, um die Zielstrukturen verteilen", erläutert Professor Dr. med. Norbert Roewer, Mitglied des DGAI Präsidiums und Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie an der Universitätsklinik Würzburg. Diese betäubenden Mittel schalten schmerzleitende Nervenfasern aus.

Die Ultraschallgeräte sind mittlerweile so klein, dass sie der Arzt am Krankenbett einsetzen kann. Der Nutzen ist laut Professor Roewer vielfältig. Auch Katheter, die für die Überwachung und Infusion lebenswichtiger Medikamente nötig sind, lassen sich dadurch einfacher legen. Denn Venen und Arterien bilden beim Ultraschall einen guten Kontrast zum umgebenden Gewebe. "Gerade, wenn bei der Punktion Schwierigkeiten zu erwarten sind, wie bei Säuglingen oder krankheitsbedingt notwendiger spezieller Lagerung der Patienten, ist die Ultraschall gesteuerte Kanülierung konventionellen Verfahren überlegen", so Roewer im Vorfeld des Anästhesiecongresses in Hamburg.

"Gezielte Injektionen bedeuten weniger Betäubungsmittel und damit weniger Nebenwirkungen", sagt Dr. med. Urs Eichenberger, Leiter des Bereichs Schmerztherapie an der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie des Inselspitals Bern in der Schweiz. Hilfreich ist das Ultraschallverfahren auch bei der Stellatumblockade, also einer Ausschaltung eines Nerven-Relais im Halsbereich mittels einer gezielten lokalen Leitungsanästhesie. Dieses Verfahren kann bei Schmerzen des Kopfes oder der oberen Extremität eingesetzt werden. Aber auch bei Brustwandschmerzen nach Gürtelrose oder nach einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule werden schmerztherapeutische Eingriffe unter Ultraschallkontrolle durchgeführt, so die Experten in der Fachzeitschrift Anästhesiologie Intensivmedizin Notfallmedizin Schmerztherapie (AINS).

"Um den Fortschritt nutzen zu können, bedarf es einer systematischen Ausbildung im Umgang mit dem Ultraschall. Kenntnisse in der Technik und dem Anwendungsspektrum sind ebenso wichtig wie das Wissen um die Grenzen und Fehlermöglichkeiten der Methode", fordert Roewer. Kurse und Weiterbildungsveranstaltungen, die national und international angeboten werden, zielen auf das Erlernen der Handhabung und Indikationsgebiete. Es wird die Aufgabe weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen sein, sinnvolle und zukunftsweisende Anwendungsgebiete für die Sonographie zu erarbeiten.

TERMINHINWEISE:

Ultraschallverfahren für Gefäße und Nerven
DAC, 05. Mai 2007, 12.00 Uhr bis 12.30 Uhr, Raum A, CCH Hamburg
Ultraschall zur Plexusanästhesie - Wie beginne ich damit?
DAC, 07. Mai 2007, 12.36 Uhr bis 13.00 Uhr, Raum Münster, CCH Hamburg
Literatur
Roewer, Norbert: Ultraschall in der Anästhesiologie - Einführung und Überblick. AINS - Anästhesiologie Intensivmedizin Notfallmedizin Schmerztherapie 2006; 41 (11): 738-739

Eichenberger, Urs; Greher, Manfred; Curatolo, Michele; Kapral, Stefan: Ultraschall in der Anästhesiologie - Ultraschall kontrollierte interventionelle Schmerztherapie. AINS - Anästhesiologie Intensivmedizin Notfallmedizin Schmerztherapie 2006; 41 (11): 760-766

Pressekontakt für Rückfragen:
DGAI Pressestelle
Silke Jakobi
Postfach 30 11 20
D-70451 Stuttgart
Tel.: 0711 89 31 - 163 / Fax: 0711 89 31 - 566
E-Mail: jakobi@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.DAC2007.de

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