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Playstation 3 verspricht Durchbruch bei Alzheimerforschung

16.03.2007
Spielekonsole verkürzt Rechenzeit bei Simulationen

Die Sony Playstation 3 (PS3) kann ab Ende März nicht nur als Spielekonsole verwendet, sondern auch zur Unterstützung der Alzheimerforschung der Universität Stanford eingesetzt werden. Mittels einer speziellen Software, die von Sony zum Download zur Verfügung gestellt wird, mutiert die Playstation zu einem Teil des Netzwerks Folding@Home: Momentan untersuchen 200.000 PCs die Faltprozesse von Proteinen, um die Entstehung von Alzheimer besser zu verstehen. Ist der Einsatz der Spielekonsole von Erfolg gekrönt, wird auch die Erforschung verschiedener Krebsarten, Parkinson und anderer Krankheiten durch Privatpersonen möglich.

"Folding@Home könnte durch den gezielten Einsatz der Playstation 3 seine Leistungsfähigkeit verdoppeln", sagt Professor Vijay Pande von der Stanford Universität, der vor sieben Jahren das Alzheimer-Forschungs-Netzwerk gegründet hat. Der Forscher sieht durch die hohe Prozessorgeschwindigkeit der Konsole enorme Verbesserungsmöglichkeiten für das Projekt: Der Cell-Prozessor der PS3 kann bestimmte Berechnungen zwanzig Mal schneller durchführen als ein PC. Schon 10.000 Playstations können die gleiche Rechenleistung wie die aktuell eingesetzten 200.000 PCs des Netzwerkes erbringen - mit der Einbindung der Spiele-Community könnten die Simulationen der komplizierten Protein-Interaktionen statt in bisher 50 Tagen bereits in 25 Tagen durchgeführt werden. Diese optimistische Sicht hängt allerdings abgesehen von der Anzahl auch vom Spielverhalten der teilnehmenden Playstation-Spieler ab: Während der spielerischen Nutzung der Konsole sind Berechungen für Stanford nicht möglich. Die Playstation muss zwischen den Spieleinsätzen eingeschaltet bleiben, um sich in das Folding-Netzwerk einklinken zu können.

Einmal mit Folding@Home verbunden, werden die Simulationen der Forschungsgruppe rund um Pande auf den PS3-Konsolen durchgeführt und die Daten anschließend zur Auswertung zur Universität Stanford geschickt. Die Art und Weise wie Proteine sich falten, also zusammenfügen, soll durch die Ausweitung der Simulationsroutinen im PC-PS3-Netzwerk noch genauer untersucht werden. Momentan sind zwei Arten der unkorrekten Faltung bei Proteinen bekannt, die zu Krankheiten wie Alzheimer führen können. Ziel ist, neben einem besseren Verständnis dieser Vorgänge auch die Prävention der Miss-Faltung und damit die Heilung von Folgekrankheiten wie Alzheimer.

Hannes Richter | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://folding.stanford.edu

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