Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Darmkrebs: Forschung top, aber Lücken bei der Patientenversorgung

16.03.2007
Tumorexperten feiern die Erfolge neuer Therapieansätze, beklagen aber Defizite in der Breitenversorgung

Konsequente Vorsorge und innovative Therapieansätze verlängern die Lebenserwartung bei Darmkrebs. Aber nicht alle Patienten profitieren bisher davon, bedauert Professor Karl-Walter Jauch vom Klinikum der Universität München, Campus Großhadern. Der Leiter der Chirurgischen Klinik führt dies auf suboptimale Verhältnisse in den Versorgungsstrukturen zurück. Organisation und Abläufe seien verbesserungswürdig. Deshalb werde Patienten mit Darmkrebs nicht immer die beste Therapie zuteil.

Derzeit müssen Deutschlands Ärzte Jahr für Jahr rund 71.000 Menschen - Durchschnittsalter 70 Jahre - mit der Diagnose Darmkrebs konfrontieren. Etwa 29.000 der Patienten sterben daran. Diese Quote könnte nach Ansicht Jauchs geringer sein. Voraussetzung sei eine bessere und an aktuellen Forschungsergebnissen orientierte Versorgungsstruktur. Erst dann könnten wirklich alle Patienten auch von Begleittherapien wie Bestrahlung und Chemotherapie profitieren, die nachweislich zu einer positiveren Prognose beitragen.

Zentrale Bedeutung im Kampf gegen den Darmkrebs kommt der Vorsorge und Früherkennung zu. Mittels Darmspiegelung lassen sich 70 Prozent der Tumore in einem heilbaren Frühstadium aufspüren. Obwohl bei keiner anderen Tumorart die Chancen auf dauerhafte Heilung so gut sind wie beim Dickdarmkrebs, ist das kolorektale Karzinom immer noch die Krebsart mit der höchsten Todesrate, warnt Dr. Gerd Pommer von der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie (DGK). Als wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Darmkrebs wertet Pommer die 2005 von den Krankenkassen eingeführte Vorsorge-Koloskopie für über 55-jährige. Bedauerlicherweise werde dieses Angebot bisher aber nur von einem sehr kleinen Teil der Bevölkerung angenommen.

Neue Entwicklungen bei der Therapie von Dickdarmkrebs stehen auch im Mittelpunkt des 33. Koloproktologenkongresses, der derzeit in München stattfindet. Die Selbsthilfeorganisation Deutsche ILCO nutzt den Kongress zur Präsentation ihrer neuen Info-DVD "Darmkrebs: Diagnostik - Therapie - Nachsorge". Der Film informiert Betroffene und ihre Familien über Chancen und Risiken moderner Behandlungsmethoden. Die Zuschauer erfahren auch, was Rehakliniken tun, um Patienten nach der OP körperlich und mental aufzubauen - und wie ihnen die Deutsche ILCO dabei hilft.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Karl-Walter Jauch
Chirurgische Klinik und Poliklinik
Marchioninistr. 15, 81377 München
Tel. 089/7095-2790; Fax: 089/7095-8893
Email Karl-Walter.Jauch@med.uni-muenchen.de
PD Dr. Martin Kreis
Chirurgische Klinik und Poliklinik
Marchioninistr. 15, 81377 München
Tel: 089/7095-6564
Email Martin.Kreis@med.uni-muenchen.de
Klinikum der Universität München
Im Klinikum der Universität München (LMU) werden an den Standorten Großhadern und Innenstadt jährlich rund 83.000 Patienten stationär und 371.000 Patienten ambulant behandelt. Die 44 Fachkliniken, Institute und Abteilungen verfügen über 2.400 Betten. Von insgesamt 9000 Beschäftigten sind rund 1800 Mediziner. Forschung und Lehre ermöglichen eine Patientenversorgung auf höchstem medizinischem Niveau. Das Klinikum der Universität München zählt zu den größten Gesundheitseinrichtungen in Deutschland und hat im Jahr 2005 mehr als 55 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben. Das Klinikum der Universität München ist seit Juni 2006 Anstalt des öffentlichen Rechts.

Philipp Kressirer | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenchen.de

Weitere Berichte zu: Darmkrebs ILCO Patientenversorgung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Eine Teleskopschiene für Nanomaschinen
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart, Stuttgart

nachricht Künstlicher Leberfleck als Frühwarnsystem
19.04.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics