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Gene kurbeln Alterungsprozess im Gehirn an

27.02.2002


Schnellerer Verlust der Nervenzell-Funktion bei Trägern der APOE4-Genvariante



Wissenschaftler des Duke University Medical Centers haben neue Hinweise dafür gefunden, warum das Gehirn mancher Menschen im Alter schneller abbaut als bei anderen. Forscher um die Studienleiterin Murali Doraiswamy entdeckten einen Zusammenhang zwischen altersbedingten Veränderungen der Nervenzellen und einer Variante eines Apoliprotein-Gens namens APOE4. Rund 25 Prozent der Bevölkerung sind Träger dieses Gens, das mit einem erhöhten Alzheimer-Risiko assoziiert wird. APOE4 spielt auch eine Rolle bei Herzkreislauferkrankungen und dem Gedächtnisverlust nach Kopfverletzungen. Die Ergebnisse wurden auf dem 15. Jahrestreffen der American Association for Geriatric Psychiatry präsentiert.

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"Der Stirnhirnlappen ist jener Bereich, wo Alterungsprozesse im Gehirn am frühesten auftreten", so Doraiswamy. Nahezu jedes Symptom des geistigen Abbaus im Alter sei auf eine verminderte Funktion des Stirnhirnlappens zurückzuführen. Mit Hilfe eines genetischen Markers entdeckten die Forscher eine Genvariante, die zu einer signifikante Veränderung der Nervenzellen im Alterungsprozess führen kann. "Bei jenen Probanden, die das APOE4-Gen trugen, wurde ein schnellerer Verlust der Nervenzellfunktion festgestellt", führte die Studienleiterin weiter aus. Dies hieße mit anderen Worten, dass das Gehirn der Genvarianten-Träger schneller alterte als das jener, die dieses Gen nicht besaßen.

Bei Trägern von APOE4 entdeckten die Wissenschaftler eine dreimal so hohe altersbedingte Veränderung der Nervenzellen. Dafür nutzten sie die Magnetresonanz-Spektroskopie und maßen den Spiegel der Gehirnsubstanz N-Acetylaspartat (NAA), die in engem Zusammenhang mit Nervenzellen und damit der geistigen Funktion steht. Die Substanz befindet sich vorwiegend im Inneren der Gehirnnervenzellen und spiegelt ihren Gesundheitszustand wieder. "Absterbende Nervenzellen haben einen geringen NAA-Spiegel, was zu einem schnelleren Verlust des Kurzzeit-Gedächtnisses führt", so Doraiswamy. Die Forscherin erhofft sich, dass sich durch diese Erkenntnisse Chancen ergeben, den geistigen Abbau im Alter zu stoppen.
(Ende)

Sandra Standhartinger | pte
Weitere Informationen:
http://www.mc.duke.edu
http://www.aagpgpa.org

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