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Wenn Hausarbeit krank macht

06.03.2007
Mannheimer Soziologe belegt ähnliche psychosoziale Belastungen wie bei der Erwerbsarbeit / Frauen mittleren Alters sind am häufigsten betroffen

Der Gesundheitszustand von Frauen mittleren Alters ist auffallend schlecht.

Ursache sind die bei dieser Altersgruppe besonders hohen psychosozialen Belastungen durch Haus- und Familienarbeit, so der Mannheimer Soziologe Dr. Christof Wolf vom Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA). "Frauen tragen in Familie und Haushalt traditionell immer noch die Hauptlast. Gerade für berufstätige Mütter ist ein relativ schlechter Gesundheitszustand daher fast schon typisch", so Wolf.

Mit seiner Untersuchung belegt Wolf, dass Haus- und Familienarbeit die gleichen gesundheitlichen Auswirkungen haben kann wie die von der Wissenschaft bislang viel stärker beachtete Erwerbsarbeit. Typische Risikofaktoren der Haus- und Familienarbeit sind demnach Zeitdruck, ein hohes Maß an Routinetätigkeiten, soziale Isolation und eine äußerst geringe soziale Anerkennung. Gelingt die Bewältigung dieser Faktoren nicht, ist laut Christof Wolf mit ähnlich negativen Gesundheitsfolgen zu rechnen wie sie von der Erwerbsarbeit bekannt sind:

"Gesundheitsbeeinträchtigungen durch Arbeit sind oft die Folge von psychosozialem Stress. Der kann im Büro oder an der Werkbank genauso auftreten wie im Haushalt und hat auch ganz ähnliche Folgen für Körper und Psyche."

Erwerbstätige Mütter leiden nach Wolfs Erkenntnissen beispielsweise besonders häufig unter Nacken-, Schulter- und Rückenschmerzen. Aber auch Kurzatmigkeit, Mattigkeit, Reizbarkeit, innere Unruhe, Schwindelgefühl und Schlaflosigkeit sind weit verbreitet.

Dargelegt sind diese Zusammenhänge in dem Sonderband "Soziologie der Gesundheit" der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Gemeinsam mit Claus Wendt vom Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) ist Christof Wolf Herausgeber dieser Fachpublikation. In "Soziologie der Gesundheit" werden mit dem Komplex der Lebenschancen und Lebensrisiken klassische Themen der Medizin- und Gesundheitssoziologie in einem aktuellen Kontext aufgegriffen. Enthalten sind auch neue Erkenntnisse zu besonders dynamischen Forschungsfeldern wie dem Vergleich europäischer Gesundheitssysteme, der EU-Gesundheitspolitik und der Bewertung des Gesundheitssystems durch die Bevölkerung. Co-Autoren sind Experten wie Thomas Gerlinger, Michael Wadsworth, Theodore R. Marmor, William C. Cockerham, Bernhard Badura und Friedrich W. Schwartz.

Weitere Informationen und Kontakte:

Wolf, Christof: Psychosozialer Stress und Gesundheit. Belastungen durch Erwerbsarbeit, Hausarbeit und soziale Beziehungen
in: Soziologie der Gesundheit
Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie
Sonderhefte Bd. 46
VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2006
ISBN: 3-531-15296-3
PD Dr. Christof Wolf
Wissenschaftlicher Leiter für den Bereich gesellschaftliche Dauerbeobachtung
Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA), Mannheim
Telefon: +49 621 1246-153, -197 oder -0
Fax: +49 621 1246-100
wolf@zuma-mannheim.de
Dr. Claus Wendt
Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)
Universität Mannheim
Telefon: +49-621-181-2819
Fax: +49-621-181-2803
claus.wendt@mzes.uni-mannheim.de

Achim Fischer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-mannheim.de

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