Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kompetenznetze machen klinische Forschung international konkurrenzfähig

19.03.2001


... mehr zu:
»Lymphom
Patienten profitieren von intensivierter Zusammenarbeit

Klinische Forschung führt in Deutschland gegenüber der medizinischen

Grundlagenforschung ein Aschenputteldasein. Da die sozialgesetzlichen Bestimmungen es nicht zulassen, dass die Krankenkassen die Behandlung von Patienten in klinischen Studien bezahlen, wurden gut kontrollierte und gut geplante Therapieoptimierungsstudien in Deutschland bisher nur sehr spärlich durchgeführt. Wenn die Versorgung der Patienten verbessert werden soll und klinische Forschung in Deutschland international konkurrenzfähig sein will, müssen in Zukunft die verschiedenen Akteure des Gesundheitswesens in diesem Bereich verstärkt zusammenarbeiten. Das betonte Professor Dr. Volker Diehl, Sprecher des Kompetenznetzes Maligne Lymphome, am Freitag in einer Podiumsdiskussion, in der die Rolle der medizinischen Kompetenznetze im Gesundheitssystem zur Debatte stand.

Beispielhaft für den Wissenszugewinn durch klinische Forschung seien die im Kompetenznetz Maligne Lymphome zusammengefassten Studien, die sich mit der Hodgkin’schen Erkrankung, den niedrig und den hoch malignen Lymphomen befassen. Das Kompetenznetz biete nun, so Diehl, eine außerordentlich gute Möglichkeit, alle Gruppen zusammenzuführen, die an der Durchführung der Studien in unterschiedlicher Weise beteiligt sind: Pathologen und Strahlentherapeuten, Internisten, niedergelassene Ärzte und Krankenhausärzte, Patientenverbände und Apotheker, Vertreter der Sozialversicherungen sowie Politiker, die sich mit den Entscheidungsprozessen in der Gesundheitspolitik befassen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Kompetenznetze ins Leben gerufen, um die klinische Forschung in der Bundesrepublik Deutschland zu fördern und die Verbreitung der Forschungsergebnisse - horizontal zwischen den verschiedenen Forschungseinrichtungen sowie vertikal zwischen Forschung und Praxis - zu beschleunigen. So kann die Verbesserung der Therapiemöglichkeiten schneller und effektiver vorangetrieben werden, und auch Patienten, die außerhalb der Ballungszentren behandelt werden, profitieren dann schnellstmöglich von den neuen Erkenntnissen. Das Kompetenznetz Maligne Lymphome hat deshalb die Aufgabe, Patienten, Apothekern, Ärzten und allen an der Gesundheitsversorgung Beteiligten aktuelle und zielgruppenspezifisch aufbereitete Informationen zu geben, die eine koordinierte und nach den höchsten wissenschaftlichen Konzepten erfolgende Diagnostik, Behandlung und Nachsorge für Patienten mit malignen Lymphomen ermöglichen und gewähren.

Die Patienten sollen von den Kompetenznetzen einerseits durch eine verbesserte Krankenversorgung profitieren, andererseits sollen sie aber auch selber einen besseren Zugang zu Informationen über ihr Krankheitsbild erhalten. Der aufgeklärte, mündige und informierte Patient, der sich nicht mehr blind dem willkürlichen Entscheidungsprozess eines Arztes anvertraut, wird in Zukunft in der Medizin eine wichtige Rolle spielen. "Gerade auch die Internet-Seite des Kompetenznetzes wird die Behandlungsmöglichkeiten und -standards transparenter machen. Patienten werden leichter beurteilen können, wo sie sich mit ihrer Erkrankung am besten hinwenden sollten, und sie werden eher erkennen, wenn sie nicht nach dem aktuellsten Stand der Forschung behandelt werden", so die Prognose von Dr. Ulrike Holtkamp, Patientenbeistand der Deutschen Leukämie- und Lymphom-Hilfe. "Das Kompetenznetz könnte langfristig zu einer Instanz werden, an die sich Fachleute ebenso wie die interessierte Öffentlichkeit - und nicht zuletzt die Patienten - wenden können, um Antworten auf ihre manchmal sehr brennenden Fragen zu bekommen." Durch die ständige Beantwortung von Fragen könne zusätzliche Kompetenz im Netz angesammelt werden, so Holtkamp weiter. Ähnlich sieht auch Diehl die Zukunft der gesamten Medizin: "Es wird in den nächsten Jahrzehnten verstärkt eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Pflegegruppen, Patientenvertretern, Apothekern und den im Gesundheitsbereich aktiven politischen Institutionen geben."

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Antje Schütt | idw

Weitere Berichte zu: Lymphom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neues Verfahren zur Inprozesskontrolle in der Warmumformung

18.08.2017 | Verfahrenstechnologie

Auf dem Weg zu künstlichem Gewebe- und Organersatz aus dem 3D-Drucker

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten