Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Druckluft die Umwelt sauber halten

14.02.2001


Energieverbrauch von Druckluftanlagen in

der Europäischen Union pro Jahr (1 TWh = 1 Milliarde

Kilowattstunden)


Die Energiekosten sind über den gesamten

Lebenszyklus einer Druckluftanlage der größte Kostenfaktor. Das ISI

untersuchte nun die Einsparmöglichkeiten beim Energieverbrauch von

Druckluftanlagen und ermittelte Potenziale von bis zu 50

Prozent


Einsparungen von bis zu 50 Prozent möglich / Derzeit EU-weit rund 320 000 Kompressoren im Einsatz / Managementstrukturen komplex

Auf die Drucklufterzeugung entfallen in der Europäischen Union jährlich etwa 10 Prozent des industriellen Stromverbrauchs. Das entspricht über 80 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr. Trotz dieses hohen Wertes ist die Energieeffizienz vieler Druckluftanlagen ausgesprochen niedrig. Nun zeigt das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe, dass Einsparungen von 50 Prozent möglich sind.

Nach der Erhebung, die die Fraunhofer-Wissenschaftler gemeinsam mit Partnern aus anderen Ländern durchführten, sind in der Europäischen Union derzeit rund 320 000 Kompressoren mit Leistungen zwischen 10 und 300 Kilowatt im Einsatz. Der Markt für Druckluftanlagen ist europaweit stabil, mit 1 bis 2 Prozent Wachstum in Italien, Griechenland und Spanien und einer Stagnation der Bestandszahlen in den übrigen EU-Ländern. Kompressoren sind sehr langlebige Investitionsgüter. So haben Geräte zwischen 90 und 300 Kilowatt eine durchschnittliche Lebensdauer von 16 Jahren. In dieser Zeit sind sie rund 56 000 Stunden in Betrieb.

Die Effizienz einer Druckluftanlage hängt sowohl von den einzelnen Komponenten als auch von der Auslegung der Gesamtanlage und deren Betrieb ab. Energieeinsparungen lassen sich am ehesten bei der Installation einer neuen Anlage realisieren. Häufig hilft es jedoch auch, Komponenten einer bestehenden Anlage zu ersetzen. Große Einsparungen lassen sich schließlich durch angemessene Wartung und durch regelmäßige Lecksuche und -beseitigung erzielen.

Im Durchschnitt belaufen sich die wirtschaftlichen und technischen Energieeinsparungen auf mehr als 30 Prozent, die im Laufe einer Zeitspanne von 15 Jahren erzielbar sind. Alle von den Fraunhofer-Forschern untersuchten technischen Maßnahmen haben Amortisationszeiten von weniger als drei Jahren. Die wichtigsten Maßnahmen sind dabei die Verminderung von Verlusten durch Leckagen, eine verbesserte Auslegung der Anlagen, der Einsatz von drehzahlvariablen Antrieben sowie die Wärmerückgewinnung.

Obwohl die zur Steigerung der Energieeffizienz in Druckluftanlagen notwendigen technischen Maßnahmen profitabler sind als viele andere Investitionen, werden sie aus organisatorischen Gründen häufig nicht umgesetzt. Das hat im Wesentlichen drei Gründe: Es gibt keine eindeutige Kostenstelle für die Drucklufterzeugung und -nutzung, es herrscht mangelndes Problembewusstsein und die Managementstrukturen sind zu komplex.

Da die Hemmnisse zur Umsetzung energieeffizienter Maßnahmen mehrheitlich auf organisatorische Faktoren zurückzuführen sind, orientieren sich mögliche Maßnahmen auf Veränderungen in der Organisation. Die Forscher schlagen daher verschiedene Maßnahmen vor: Angefangen von Werbekampagnen über Demonstrations- und Pilotvorhaben bis hin zu Steuern auf Energie oder auf CO2-Emissionen.

Die Autoren fassten die Maßnahmen als Handlungsempfehlung in zwei sich ergänzenden Programmen zusammen: Ein »Awareness Raising Programme« (Aufmerksamkeits-Programm) und ein »Economic and Regulatory Programme«, das stärker auf Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen, Vorschriften, Subventionen und Steuern abhebt. Das Awareness Raising Programme umfasst dagegen Maßnahmen zur Information und zur Entscheidungsunterstützung. Von diesen beiden Programmen versprechen sich die Wissenschaftler zusammen Einsparungen von bis zu 24,7 Prozent oder rund 11 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr. Das entspräche einer Einsparung von mehr als 5 Millionen Tonnen CO2 bis zum Jahr 2015.

Die Studie erscheint Ende Februar im Log_x- Verlag, Stuttgart, und ist über den Buchhandel oder direkt beim Fraunhofer ISI zu beziehen (ISBN 3-932298-16-0). Die gedruckte Version hat 175 Seiten und kostet DM 78,--. Eine Online-Ausgabe ist zeitgleich im Internet unter www.isi.fhg.de/e/ verfügbar.
Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI erweitert das naturwissenschaftlich-technisch orientierte Fachspektrum der Fraunhofer-Gesellschaft um wirtschafts- und gesellschaftspolitische Aspekte. Dazu analysiert es technische Entwicklungen sowie deren Marktpotenziale und Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinär zusammengesetzten Teams des Instituts konzentrieren sich insbesondere auf die Bereiche Energie, Umwelt, Produktion, Kommunikation und Biotechnologie sowie auf die Regionalforschung und Innovationsspolitik.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dipl.-Phys. Gerhard Samulat | idw

Weitere Berichte zu: Druckluftanlage Drucklufterzeugung ISI Managementstruktur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt
18.10.2017 | Universität Bern

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik