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Herz-Kreislauf-Erkrankungen: mit klinischen Studien Leben retten und verlängern

26.02.2007
Keine Anwendung ohne vorherige klinische Prüfung: Das Netzwerk der Koordinierungszentren für Klinische Studien (KKSN) prüft Behandlungs- und Erkenntnisinnovationen auf Herz (und Nieren).

Klinische Studien schützen und verlängern Menschenleben: Besonders das "Herz - Motor des Lebens", so das Motto des diesjährigen Tags der Gesundheitsforschung, stellt an die medizinische Behandlung höchste Ansprüche. Klinische Forschung dient als lebenswichtiger Sicherheitscheck vor einem breitflächigen Einsatz neuester Techniken und Therapie­ansätze am Patienten. Dabei werden unter­schiedlichste Ansätze verfolgt: Von der Präventionsforschung, neuesten Errungen­schaften der Mikrotechnik und Telemedizin über Studien mit Bio­materialien bis zur Gen-Therapie. Das KKSN betreut an nahezu allen Standorten Studienprojekte aus den verschie­den­sten Bereichen der Herz-Kreislauf-Medizin, z.T. in Kooperation mit Studiengruppen und Kompetenznetzen (z.B. Kompetenznetz Angeborene Herzfehler), aber auch auf internationaler Ebene mit Spezialkliniken und Forschungsnetzen in Europa, USA und Kanada.

"Das KKS-Netzwerk leistet einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung wissenschaftlicher Erkenntnisse im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkran­kungen", so Prof. Dr. Walter Lehmacher, Sprecher des KKSN. "Was wenige wissen: Jede noch so viel versprechende neue Therapie, jede Variation einer bereits erfolgreich angewandten OP-Methode, auch die kleinste Abweichung beim Einsatz neuester Geräte muss in einer kontrollierten klinischen Studie auf Sicherheit, Wirksamkeit und Verbesserungs­potentiale hin überprüft werden. Mit diesem "TÜV" vor der flächen­deckenden Umsetzung neuer Behandlungs- oder Erkenntnis­mög­lich­keiten retten und verlängern wir Menschenleben."

Dabei arbeitet das KKSN in unterschiedlichsten Behandlungs- und Aufgabenbereichen (Beispiele):

- Bei der Herzkatheterbehandlung von Herz-Kreislauferkrankungen arbeiten KKSN-Wissenschaftler u.a. an der Evaluation neuer Verschlusssysteme für Vorhofscheidewanddefekte. Man forscht an perkutanen Herzklappenersatzmethoden sowie der Implantation von Aortenstents (Gefäßstützen in Hauptschlagader). Dabei dienen Bio­materialien den Experten immer häufiger als Substanzen für neue Stentbeschichtungen.

- Die Volkskrankheit Herzinsuffienz (Herzschwäche) wird auf neue Behandlungsmethoden, z.B. mit Beta-Rezeptorenblockern, überprüft. Außerdem werden in Studien spezielle Dispositionen untersucht, z.B. Herzschwäche bei HIV-Infektion.

- Auch In der Mikrotechnik forscht das KKSN an der Weiterentwicklung neuer Verfahren zur Untersuchung und Behandlung des Herzens. Das umfasst u.a. den Einsatz von Mikromotoren und neuer Schrittmacher­systeme. Endoskopische Operationsmethoden, d.h. die Korrektur von Herzfehlern und Gefäßengen ohne Eröffnung des Brustkorbs durch sogenannte "Schlüssellöcher", werden in klinischen Studien beim KKSN unter die Lupe genommen. Bei Kammerflimmern wird die lebensrettende Einpflanzung von Defibrillatoren getestet, die durch automatisch ausgelösten Elektroschock einen Herz-Kreislauf-Stillstand und damit den Tod verhindern.

- Jeder Eingriff am offenen Herzen ist lebensgefährlich. Deshalb spielt die nicht invasive Bildgebung in der Kardiologie eine besondere Rolle. So werden über klinische Prüfungen z.B. Verfahren zur verbesserten Ultraschalluntersuchung des Herzens und der Gefäße mit neuester Technik evaluiert (u.a. Echtzeit-3D/4DF-Echokardiographie, Gewebedoppler).

- Im Bereich der Telemedizin konnten klinische Prüfungen u.a. die Entwicklung des Herz-Handys vorantreiben. Über ein speziell aus­ge­stattetes Mobil­telefon können Patienten im Notfall sofort Kontakt mit einem medizi­nischen Service-Center aufnehmen. Derzeit sterben noch 6 von 10 Patienten durch verspätete Aufnahmezeiten. Auch neuartige Blutdruck- und Blutzucker-Handys oder die telemedizinische Rhythmus­überwachung von Schrittmachern werden über Studien mit Herzpatienten vor der breitflächigen Einführung in die Versorgung überprüft.

- Die Gen-Therapie Forschung widmet sich u.a. der Stammzellentherapie zur Behandlung von Patienten mit Herzmuskelschwäche. Im Bereich der Genetischen Medizin wird die Genetik von Infarkttypen untersucht, aber auch durch Polymorphismen bedingte Unterschiede in der Arzneimittelwirkung analysiert, die zu Herz-Kreislauferkrankungen führen können.

- Neben der Erforschung der Mikrostrombahn des Herzens und der Gefäße (u.a.) spielt die Arterioskleroseforschung im Bereich Herz-Kreislauf eine wichtige Rolle. Hier überprüfen KKSN-Experten neue Präventionsmethoden des Herzinfarktes.

KKSN-Presseservice:
Bei Rückfragen vermitteln wir Ihnen gerne Experten aus dem KKS-Netzwerk und stellen Ihnen Hintergrundmaterialien zur Unterstützung Ihrer Recherchen zusammen.
Kontakt:
Stephanie Wolff
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fon: 0221 . 478 870 97
E-Mail : stephanie.wolff@kks-netzwerk.de
Hintergrund: Telematikplattform für Medizinische Forschungsnetze (TMF)
In der TMF haben sich Netzwerke und vernetzt arbeitende Einrichtungen der medizinischen Forschung zusammengeschlossen, um gemeinsame Strategien und Lösungen zu übergreifenden Fragestellungen der vernetzten medizinischen Forschung - besonders im Bereich der Telematik - zu entwickeln. Ihr gehören unter anderem die Kompetenznetze in der Medizin, die Koordinierungszentren für Klinische Studien, verschiedene Netzwerke für Seltene Erkrankungen, das Nationale Genomforschungsnetz und weitere Forschungsinstitutionen an. Die TMF nutzt die thematische und fachliche Vielfalt in den Verbünden, um eine breite inhaltliche Abstimmung ihrer Ergebnisse in der medizinischen und medizininformatisch-biometrischen Fachwelt zu erreichen.

Antje Schütt | idw
Weitere Informationen:
http://www.tmf-ev.
http://www.kks-netzwerk.de

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