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Malaria und Dengue breiten sich weiter aus

15.02.2007
Malaria in Jamaika als Einzelfall - Warnung vor Dengue-Fieber

Wie Experten es bereits prophezeit haben, kommt es zu einer globalen Zunahme von Erkrankungen durch Stechmücken. Erst diese Woche berichtet die Weltgesundheitsorganisation WHO davon, dass es auf der karibischen Insel Jamaika zwischen November 2006 und Feber 2007 280 Malariafälle gegeben hat.

Derzeit untersuchen Experten der WHO mit Unterstützung des Caribbean Epidemiology Centre die Ursachen für die Erkrankung auf der Karibikinsel. Todesfälle blieben bisher aus, Reiserestriktionen wurden nicht ausgesprochen.

Für Tropenexperten wie den Mediziner Hans Dieter Nothdurft, Oberarzt an der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, sind die Fälle in Jamaika allerdings eine Ausnahme. "Die genauen Ursachen stehen noch nicht fest. Wir gehen aber davon aus, dass aufgrund der starken lokalen Begrenzung möglicherweise Einwanderer die Erkrankung eingeschleppt haben", so der Mediziner im pressetext-Interview. Ähnliche Fälle seien etwa aus der Dominikanischen Republik bekannt geworden.

Nothdurft sieht dabei keine Gefahren für Touristen. Es sei allerdings eine Tatsache, dass sich die insektenübertragenen Erkrankungen über die Grenzen der Wendekreise ausbreiten. "Das sieht man am Beispiel von Tadschikistan oder Aserbaidschan", so Nothdurft. Bis Zentraleuropa sei die Erkrankung noch nicht vorgedrungen, obwohl die Trägerinsekten, Anopheles-Stechmücken, auch hier heimisch sind.

Eine weitere durch Stechmücken übertragene Erkrankung ist das Dengue-Fieber. "Auch die Aedes-Stechmücken sind ebenso wie die Anopheles in Europa heimisch", so der Forscher. Dengue habe sich in den vergangenen Jahren massiv ausgebreitet. Hauptverbreitungsgebiet sind heute Lateinamerika, Zentralafrika, Indien, Südostasien, Teile des Pazifischen Ozeans sowie der Süden der USA. Mit jährlich etwa 2.000 eingeschleppten Fällen gehört Dengue auch zu den häufigsten viralen Infektionen bei deutschen Urlaubern. Von Dengue gibt es von Zeit zu Zeit regelrechte Epidemien - wie etwa im Vorjahr in Kuba. Nach verschiedenen Berichten wurden dort besonders betroffene Stadtteile von Havanna sowie vier weiteren Provinzen von den Gesundheitsbehörden zeitweise abgeriegelt. "Bisher gibt es gegen Dengue-Fieber nur den Mückenschutz und Sprays, an einem Impfstoff wird derzeit intensiv gearbeitet. Die Forschung dazu geht gut voran", so der Mediziner. Nothdurft rät Reisenden in tropischen und subtropischen Ländern auf die Einnahme von Aspirin dringend zu verzichten und auf andere schmerzstillende Medikamente auszuweichen.

"Für Touristen gibt es heute genügend Möglichkeiten, sich gegen Malaria zu schützen", so Nothdurft. Neben den herkömmlichen Medikamenten rät der Mediziner auch zum Einsatz von Repellentien. Die Prophylaxen seien im Vergleich allerdings teuer, so dass sich die meisten Entwicklungsländer dies nicht leisten können. "Der Einsatz von DDT gegen Malaria ist eine sehr gefährliche Angelegenheit, da es sich um eine äußerst giftige Substanz handelt", erklärt der Experte. Das sei maximal eine Kompromisslösung. Bei der Behandlung von Malaria hat die WHO erst kürzlich eine Kombinationstherapie von Artemisinin gemeinsam mit anderen Medikamenten empfohlen. Artemisinin ist der Wirkstoff aus dem Beifuß-Gewächs, der in der Traditionellen Chinesischen Medizin seit Jahrhunderten angewendet wird. "Bisher sind keine Resistenzen gegen den Wirkstoff bekannt geworden", so der Wissenschaftler abschließend im pressetext-Interview.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.who.int
http://www.tropinst.med.uni-muenchen.de

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