Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erstes kombiniertes PET/CT-Gerät in Deutschland

20.02.2002


Im Radiologischen Zentrum des Universitätsklinikums Essen wurde Anfang des Jahres das erste kombinierte PET/CT-Gerät Deutschlands in Betrieb genommen. Seit kurzem steht es routinemäßig für die Patientenbetreuung zur Verfügung. Das Essener Gerät ist das europaweit zweite kombinierte PET/CT-Gerät.

Bei dem PET/CT-Gerät handelt es sich um die Kombination zweier in der Krebsdiagnostik etablierter Verfahren: der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und der Röntgen-Computertomographie (CT). Das Gerät vereinigt in sich die Vorteile beider Verfahren und macht die weniger aussagekräftigen Einzeluntersuchungen überflüssig.
Mit Hilfe der PET, eines nuklearmedizinischen Verfahrens, können Stoffwechselprozesse sichtbar gemacht werden. Zum Einsatz kommen dabei Substanzen, die mit sogenannten Positronenstrahlern markiert sind. Zerfallen die Positronen, so senden sie in diametral entgegengesetzter Richtung zwei Photonen aus, die mit Hilfe des PET-Gerätes detektiert, also aufgezeichnet werden können. Wichtig ist, dass es sich um sogenannte physiologische Tracer handelt, also um Verbindungen, die in analoger Form Bestandteil des natürlichen Körperstoffwechsels sind.
Für die Krebsdiagnostik besonders wichtig ist beispielsweise die FDG-PET, also eine PET-Untersuchung mit Fluor-18 markierter Glukose (Traubenzucker), mit deren Hilfe sich der Zuckerstoffwechsel des Körpers sichtbar machen lässt. Da Krebszellen gegenüber gesunden Zellen einen erhöhten Zuckerumsatz haben, reichert sich das FDG in ihnen deutlich stärker an, als im umgebenden gesunden Gewebe. Die entarteten Krebszellen sind im späteren, zwei- oder dreidimensionalen PET-Bild als "Hotspots" sichtbar.
Nicht besonders hoch ist dagegen die Bildauflösung, die mit der PET erzielt werden kann. Gerade vor operativen Eingriffen ist es aber notwendig, den Tumor genau zu lokalisieren. Dies ist die Aufgabe der Röntgen-CT-Untersuchung im PET/CT-Gerät. Bei der Röntgen-CT werden von außen Röntgenstrahlen durch den Körper des Patienten geschickt und anschließend detektiert. Computergestützt wird aus diesen Informationen ein hochauflösendes Bild der Struktur der inneren Organe erstellt.
Wurden die Ergebnisse beider Verfahren benötigt, musste der Patient bisher vom einen in das andere Gerät umgebettet werden, wobei es nahezu unmöglich war, ihn dort wieder in die gleiche Lage (Körperhaltung) zu bringen. Anschließend konnten die PET- und CT-Bilder fusioniert, also elektronisch übereinandergelegt werden, was jedoch aufgrund der abweichenden Körperhaltung stets unpräzise blieb.
Das Gerät macht es möglich, beide bildgebenden Verfahren gleichzeitig und somit bei identischer Körperhaltung durchzuführen. Das Ergebnis ist ein Fusionsbild, in dem die Stärken beider Verfahren vereinigt sind: Die durch die PET-Untersuchung sichtbar gemachten Stoffwechselanomalien können durch das hochauflösende "scharfe" CT-Bild hervorragend den Gewebestrukturen im Körper zugeordnet werden.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Dr. Andreas Bockisch, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Tel.: (02 01) 7 23 - 20 32, E-Mail: andreas.bockisch@uni-essen.de, Prof. Dr. Jörg Debatin, Direktor des Zentralinstituts für Röntgendiagnostik, Tel.: (02 01) 7 23 - 15 00, E-Mail: debatin@uni-essen.de und Prof. Dr. Michael Forsting, Direktor am Zentralinstitut für Röntgendiagnostik, Tel.: (02 01) 7 23 - 15 38 ,E-Mail: m.forsting@uni-essen.de.

Heike Jordan | idw
Weitere Informationen:
http://www.nuklearmedizin.de/

Weitere Berichte zu: PET PET/CT-Gerät

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise