Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aktiv gegen das Altern: RUB-Neurowissenschaftler bitten zum Tanz

09.02.2007
RUB-Neurowissenschaftler bitten zum Tanz
Aktiv gegen das Altern: Forscher untersuchen, was hilft
Ältere Tänzer für Studie gesucht

Wer rastet, der rostet - das gilt immer, aber im Alter macht es sich umso mehr bemerkbar. Studien haben belegt, was man schon ahnte: Wer aktiv bleibt, bleibt länger jung. Welche Aktivitäten besonders gut helfen, Körper und Geist fit zu halten, erforschen Neurowissenschaftler der Ruhr-Universität.

Ein aussichtsreicher Kandidat unter den fit haltenden Aktivitäten ist der Tanz. In ihrer Diplomarbeit untersucht Izabela Kolankowska unter der Leitung von Assoc. Prof. Dr. Hubert Dinse (Lehrstuhl Theoretische Biologie, Institut für Neuroinformatik der RUB) die Auswirkungen des Tanzens auf den Alterungsprozess. Dafür sucht sie regelmäßige Tänzerinnen und Tänzer über 65 Jahre, die Lust haben, an einem Test ihrer persönlichen Leistungsfähigkeit teilzunehmen. Interessenten können sich unter Tel. 0234/32-27969 melden.

Tanz fördert die Geschicklichkeit

In der Studie untersucht Izabela Kolankowska den Einfluss des Tanzes auf die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden des Menschen höheren Alters. Sie nimmt an: Tanzen ist nicht nur ein geselliger Zeitvertreib, sondern bringt alten Menschen, unabhängig von ihrer körperlichen Verfassung, viele Vorteile. "Neben der Verbesserung der psychischen Verfassung konnte auch ein Anstieg der Geschicklichkeit festgestellt werden", erklärt sie. "Mit Hilfe wissenschaftlicher Tests wollen wir die feinmotorische Leistung, das Tastempfinden, Reaktionszeiten und die allgemeine Aufmerksamkeit von Tänzern im Vergleich zu Nichttänzern untersuchen."

Tanzende Rechtshänder ab 65 können mitmachen

Gesucht werden für die Studie Senioren (ab 65 Jahre alt, Rechtshänder), die regelmäßig tanzen und Interesse an der Teilnahme an einer wissenschaftlichen Studie haben. Sie sollten die Möglichkeit haben, zur Ruhr Uni Bochum zu kommen, um dort an den wissenschaftlichen Versuchen teilzunehmen. Dazu gehören Fragebögen (z.B. zu Aktivitäten des alltäglichen Lebens), die Bestimmung der Händigkeit z.B. durch Liniennachfahren, die Bestimmung der Berührungsschwelle durch das Aufsetzen feiner Haare auf die Haut der Fingerbeere und Tests der Motorik, z.B. durch die Messung der Geschwindigkeit von Handgelenkbewegungen, Fingergeschichtlichkeit und Haltungskonstanz von Armen und Händen. Bei einem Reaktionstest am Computer gilt es außerdem, einen Signalton per Tastendruck zu bestätigen. Die Versuche finden an zwei bis drei frei wählbaren Terminen statt und dauern jeweils zwei bis zweieinhalb Stunden. Der Zeitaufwand wird finanziell vergütet.

Was das Altern aufhalten kann

Die RUB-Wissenschaftler um Assoc. Prof. Dr. Hubert Dinse, Dr. Tobias Kalisch (beide Institut für Nueroinformatik) und Prof. Dr. Martin Tegenthoff (Neurologische Universitätsklinik Bergmannsheil) beschäftigen sich intensiv mit der Erforschung des menschlichen Alterungsprozesses. Besondere Aufmerksamkeit widmen sie dabei Verfahren, die die negativen Auswirkungen des Alterns, wie etwa den Leistungsverlust des Tastsinns und der Feinmotorik, aufhalten oder wieder umkehren können. Sie konnten in früheren Studien bereits zeigen, dass die Stimulation der Fingerkuppe mit einer vibrierenden Membran das Tastempfinden nach wenigen Stunden messbar verbessert. Eine weitere Studie ergab, dass ältere Menschen im Alltag zunehmend die nicht-dominante Hand zu Hilfe nehmen, wahrscheinlich um die sinkende Geschicklichkeit der anderen auszugleichen.

Weitere Informationen

Izabela Kolankowska, Lehrstuhl Theoretische Biologie, Institut für Neuroinformatik der Ruhr-Universität Bochum, Gebäude ND, Zimmer 1/150, 44780 Bochum, Tel: 0234/32-27969, E-Mail: Izabela.Kolankowska@ruhr-uni-bochum.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Berichte zu: Altern RUB-Neurowissenschaftler

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kokosöl verlängert Leben bei peroxisomalen Störungen
20.06.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Überdosis Calcium
19.06.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Im Focus: Revolution der Rohre

Forscher*innen des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) der Hochschule Coburg lassen Rohrleitungen, Schläuchen oder Behältern in Zukunft regelrecht Ohren wachsen. Sie entwickelten ein innovatives akustisches Messverfahren, um Ablagerungen in Rohren frühzeitig zu erkennen.

Rückstände in Abflussleitungen führen meist zu unerfreulichen Folgen. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt der Biofilm – eine Schleimschicht, in der...

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der “Stein von Rosetta” für aktive Galaxienkerne entschlüsselt

21.06.2018 | Physik Astronomie

Schneller und sicherer Fliegen

21.06.2018 | Informationstechnologie

Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

21.06.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics