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Ist Darmkrebs durch Hemmung von Botenstoffen zu verhindern ?

06.02.2007
Etwa 300.000 Menschen sind in Deutschland von den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) betroffen.

Klinisch zeigen sich vor allem Bauchschmerzen und Durchfälle bei diesen schubweise verlaufenden Erkrankungen. Im Langzeitverlauf besteht auch ein deutlich erhöhtes Risiko, an einem Darmkrebs zu erkranken.

Da klinische Befunde darauf hindeuteten, dass Entstehung und Wachstum von Darmkrebs durch die Entzündung ausgelöst werden, war es das Ziel unserer Untersuchung, auf molekularer Ebene zu verstehen, wie Entzündungsvorgänge das Krebswachstum im Darm beeinflussen. Hierbei sollte vor allem die Bedeutung des Botenstoffes Interleukin-6, (IL-6) untersucht werden.

Interleukin-6 wird vor allem durch Zellen im Darm bei den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gebildet. Daher war zu vermuten, dass dieses Zytokin, dass für die Entzündungsprozesse im Darm bei CED von hoher Bedeutung ist, auch beim Krebswachstum wichtig ist. Es wurden Experimente von entzündungsbedingtem Darmkrebs durchgeführt, bei denen die Funktion von IL-6 untersucht wurde. Hierzu wurde ein Antikörper verwendet, der die IL-6 Signalübertragung blockiert. Hierdurch konnte eine deutlich Hemmung der Entstehung von Darmkrebs erzielt werden, die auch therapeutische Auswirkungen für die Behandlung von Patienten haben könnte. Im Rahmen dieser Studie wurde die von der Arbeitsgruppe neu entwickelte Methode der Mausendoskopie eingesetzt, bei dem der Darm von Mäusen mit einem Mini Endoskop untersucht werden kann und Gewebeproben entnommen werden können.

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Zusammenfassend konnte durch die Untersuchungen ein neuer molekularer Mechanismus identifiziert werden, der erstmals verständlich macht, wie ein Entzündungsprozess das Tumorwachstum im Darm direkt steuert. Die Arbeit wurde durch die Wilhelm Sander Stiftung unterstützt und in der angesehenen Zeitschrift Immunity publiziert.

Die Wilhelm Sander-Stiftung förderte dieses Forschungsprojekt mit über 90.000 €.
Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 160 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.ced.uni-mainz.de
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

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