Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MRT treffsicherstes Verfahren bei der Diagnose von Brustkrebs

01.02.2007
Kein anderer bösartiger Tumor bei Frauen ist in den Industrieländern so weit verbreitet wie Brustkrebs. Allein in Deutschland erkranken jährlich 55.000 Frauen, für knapp ein Drittel der Patientinnen endet die Krankheit tödlich.

Dabei hat Brustkrebs - wird er rechtzeitig erkannt - gute Heilungschancen. Neben der Mammographie gewinnt hier die Magnetresonanztomographie (MRT) immer mehr an Bedeutung. Sie ist das derzeit treffsicherste Verfahren beim Aufspüren von Tumorherden in der Brust. Insbesondere bei Hochrisikopatientinnen sowie in der Krebsnachsorge - bei der Unterscheidung von Narbengewebe und neuem Tumor - hat sich die MRT zunehmend etabliert.

Aktuelle Entwicklungen der MRT in der Brustkrebsdiagnostik diskutieren Radiologen aus aller Welt momentan auf dem Internationalen MRT-Symposium MR 2007 in Garmisch-Partenkirchen.

Frauen, in deren Familie Brustkrebs gehäuft auftritt, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, selbst einmal daran zu erkranken. Ursache ist häufig ein Gendefekt. "Bei diesen Patientinnen ist ein besonders engmaschiges Netz an Früherkennungsmaßnahmen erforderlich. Die MRT ist hier deutlich treffsicherer als alle anderen Diagnoseverfahren - und sie kommt ohne Röntgenstrahlung aus", erklärt Prof. Maximilian Reiser, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie am Klinikum der Universität München.

Für Patientinnen mit familiär gehäuftem Brustkrebs, die bereits früh mit dem Screening beginnen und besonders empfindlich auf Röntgenstrahlen reagieren, ist dies besonders wichtig. Zudem ist bei jungen Frauen das Brustgewebe dichter. Auch in diesem Fall ist die MRT der Mammographie beim Erkennen von Krebsherden klar überlegen.

Eine zentrale Bedeutung kommt der MRT ferner in der Krebsnachsorge zu. "Wenn es um die Unterscheidung von Operationsnarbe und neuem Tumor geht, stoßen Mammographie und Ultraschall häufig an ihre Grenzen. Mit der MRT dagegen lässt sich mit hoher Präzision erkennen, ob ein neuer Krebsherd entstanden ist", so Dr. Claudia Perlet, Oberärztin und Spezialistin für Mammadiagnostik am Institut für Klinische Radiologie des Klinikums der Universität München.

Neben dieser bereits etablierten Indikation kommt die MRT in jüngster Zeit auch zunehmend vor dem operativen Eingriff zum Einsatz. Häufig wird so ein weiterer Tumor aufgespürt - eine für die anschließende Operationsplanung entscheidende Erkenntnis. "Vor einer Brustoperation sollte bei eingeschränkter mammographischer und sonographischer Beurteilbarkeit grundsätzlich eine MRT gemacht werden, damit wirklich alle Krebsherde erkannt und in einem einzigen Eingriff entfernt werden können. Das erspart der Patientin nicht nur eine zusätzliche Operation, sondern auch unnötige psychische Belastungen", erläutert Dr. Perlet.

Technische Innovationen und neue Anwendungsmöglichkeiten der MRT in der Brustkrebsfrühdiagnostik sind Schwerpunkte auf dem Internationalen MRT-Symposium MR 2007, das vom 1. bis 3. Februar in Garmisch-Partenkirchen stattfindet. Das bereits zum 12. Mal vom Institut für Klinische Radiologie des Klinikums der Universität München veranstaltete Symposium gehört mit inzwischen mehr als 1.300 Teilnehmern zu den größten seiner Art weltweit. Es referieren international führende MRT-Experten.

Ansprechpartner für Interviewanfragen:
Silke Stark & Katrin Lewandowski
ipse Communication
Tel.: 030 288846-22
Mail: s.stark@ipse.de, k.lewandowski@ipse.de
Klinikum der Universität München
Im Klinikum der Universität München (LMU) werden an den Standorten Großhadern und Innenstadt jährlich rund 83.000 Patienten stationär und 371.000 Patienten ambulant behandelt. Die 44 Fachkliniken, Institute und Abteilungen verfügen über 2.400 Betten. Von insgesamt 9000 Beschäftigten sind rund 1800 Mediziner. Forschung und Lehre ermöglichen eine Patientenversorgung auf höchstem medizinischem Niveau. Das Klinikum der Universität München zählt zu den größten Gesundheitseinrichtungen in Deutschland und hat im Jahr 2005 mehr als 55 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben. Das Klinikum der Universität München ist seit Juni 2006 Anstalt des öffentlichen Rechts.

Philipp Kressirer | idw
Weitere Informationen:
http://www.radiologie-lmu.de/
http://www.ipse.de/brustkrebsdiagnostik/index.php

Weitere Berichte zu: Brustkrebs Krebsherd MRT Mammographie Radiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Überdosis Calcium
19.06.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Berner Forschende entdecken Schlaf-Wach-Schaltzentrale im Hirn
11.06.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung

19.06.2018 | Veranstaltungen

LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018

19.06.2018 | Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rätselhaftes IceCube-Ereignis könnte von Tau-Neutrino stammen

19.06.2018 | Physik Astronomie

Automatisierung und Produktionstechnik – Wandlungsfähig – Präzise – Digital

19.06.2018 | Messenachrichten

Überdosis Calcium

19.06.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics