Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Licht am Ende des Tunnels?

26.01.2007
Studie bei Zystennieren birgt Hoffnung für viele Patienten

Ein halbes Leben warten Patienten mit Zystennieren und hoffen auf eine Therapie, während ihre Nierenfunktion immer mehr verloren geht und sie sich unaufhaltsam dem Nierenversagen nähern. So lange, nämlich durchschnittlich 50 Jahre, dauert es, bis Patienten mit dieser Erbkrankheit nur noch mit einer regelmäßigen Dialyse (Blutwäsche) überleben können.

Bei der so genannten polyzystischen Nierenerkrankung sind die Nieren vollkommen von Zysten, flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen die von einer Kapsel umgeben sind, durchsetzt. Sie gehört zu den häufigsten Erbkrankheiten des Menschen, alleine in der Bundesrepublik sind etwa 100.000 bis 150.000 Menschen von dieser Krankheit betroffen.

Lange Zeit galt es als aussichtslos, diese angeborene Erkrankung zu therapieren. Nun haben Forschungsergebnisse aus Freiburg und anderen Forschungsstätten erstmalig eine viel versprechende Therapie aufgedeckt. Ein Medikament, welches erfolgreich nach der Nierentransplantation eingesetzt wird, hemmt überraschend auch das Wachstum von Zysten. Das neue Therapiekonzept wird nun in einer multizentrischen Studie in Deutschland und Österreich an insgesamt 300 Patienten überprüft. Autor dieser Studie ist Prof. Dr. Gerd Walz, Leiter der nephrologischen Abteilung am Universitätsklinikum Freiburg. "Das Interesse bei Patienten und Familienangehörigen ist riesengroß", so Prof. Walz. "Die Patienten nehmen zum Teil Anreisen von mehreren hundert Kilometern in Kauf, um an dieser Studie teilzunehmen."

Patienten und Ärzte hoffen, dass mit diesem Medikament (Everolimus; ein so genannter mTOR-Inhibitor) das Wachstum der Zysten verhindert werden kann und eine Nierenersatztherapie überflüssig wird. Spätestens in zwei bis drei Jahren rechnen die Experten mit Ergebnissen aus der Studie. "Es wäre eine Sensation, wenn man für diese häufige Nierenerkrankung eine Heilung gefunden hätte", so die Einschätzung von Prof. Walz.

Kontakt:
Prof. Dr. Gerd Walz
Ärztlicher Direktor der Abteilung Innere Medizin IV
Nephrologie und Allgemeinmedizin
Tel.: 0761/270-3251
Fax: 0761/203-3245
E-Mail: walz@mm41.ukl.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de/

Weitere Berichte zu: Erbkrankheit Nierenerkrankung Tunnel Zysten Zystennieren

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie