Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verbreitung resistenter AIDS-Erreger

15.02.2002


Immunschwächeviren sind der Gegenwehr, die die Medizin entwickelt, bisher immer ein Stück voraus. Zur Zeit sind 16 Medikamente zugelassen, die den Verlauf der AIDS-Erkrankung bremsen können, doch die hochflexiblen Erreger verändern sich rasch und bilden neue Typen aus, die sich dem Zugriff der Pharmazeutika entziehen. Das europaweite Projekt SPREAD soll untersuchen, wie sich resistente Immundefizienzviren unter neu infizierten Patienten verbreiten. Die Koordination für Deutschland übernimmt das Nationale Referenzzentrum für Retroviren am Institut für Klinische und Molekulare Virologie der Universität Erlangen-Nürnberg unter der Leitung von Prof. Dr. Bernhard Fleckenstein.

Das Projekt befindet sich derzeit in der Anlaufphase. Bis zum Jahr 2004 sollen in 14 EU-Staaten und zwei assoziierten europäischen Ländern insgesamt 4.000 Proben getestet werden. Auf Wunsch der EU werden zusätzlich weitere osteuropäische Staaten in das Projekt aufgenommen. In Deutschland kann auf Vorarbeiten zurückgegriffen werden, die das Robert-Koch-Institut 1997 initiiert hatte. In der sogenannten HIV-Serokonverterstudie wurden Patienten, die zu einem bekanntem oder eingrenzbarem Zeitpunkt mit HIV-1 infiziert wurden und noch keine Behandlung erfahren hatten, auf resistente Viren getestet. Im Rahmen der epidemiologischen Überwachung des Robert-Koch-Instituts wurde zudem die Verteilung der HIV-Infektion nach Regionen und Risikogruppen erhoben.

Diese Daten bilden die Grundlage für einen Stichprobenschlüssel, der eine repräsentative Probensammlung gewährleisten soll. Neben einzelnen Ärzten, die HIV-Infizierte betreuen, sollen größere klinische Zentren und Schwerpunktpraxen in Deutschland angesprochen werden. Eine enge Zusammenarbeit ist mit in der HIV-Resistenztestung erfahrenen Labors vorgesehen. Die Ergebnisse des SPREAD-Projekts sollen für Patienten aus Deutschland beim Robert-Koch-Institut (RKI) zusammengeführt werden.

Für jedes der teilnehmenden Länder wurde ein Koordinator benannt, üblicherweise der Leiter des jeweiligen nationalen Referenzzentrums (NRZ). Als Koordinator für Deutschland bildet Prof. Fleckenstein eine Arbeitsgruppe mit Prof. Dr. Georg Pauli (RKI) für das Fachgebiet der Epidemiologie, Prof. Dr. Thomas Harrer (Medizinische Klinik III mit Institut für Immunologie, Universität Erlangen-Nürnberg) für klinische Probleme und Dr. Barbara Schmidt (NRZ Retroviren) für die Virologie. Initiiert wurde das europäische Kooperationsprojekt von Dr. C. A. B. Boucher, Eijkman-Winkler Institute for Medical and Clinical Microbiology, University Medical Center Utrecht in Holland.

Ärzte, die an der Studie teilnehmen, erhalten im Gegenzug zur Bereitstellung der Proben und Daten der Patienten kostenlos das Ergebnis der Resistenztests. Die Proben können an das Institut für Klinische und Molekulare Virologie, NRZ Retroviren, Schlossgarten 4, 91054 Erlangen oder an das Robert Koch-Institut, Retrovirologie (P22), Nordufer 20, 13353 Berlin geschickt werden. Die Erhebungsbögen für das SPREAD-Projekt werden derzeit erstellt und sind dann in elektronischer Form über die Internetseiten des RKI  abrufbar.

Gertraud Pickel | idw
Weitere Informationen:
http://www.viro./
http://www.rki.de/INFEKT/AIDS_STD/
http://www.viro. med.uni-erlangen.de/

Weitere Berichte zu: NRZ Retrovire Virologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte