Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Training schützt vor Sturz im Alter

15.01.2007
Heidelberger Altersforscher zweifach ausgezeichnet / Neues Übungsprogramm zur Sturzprävention für ältere Menschen mit Demenz im Test

Ein spezielles Trainingsprogramm kann die Bewegungsfähigkeit älterer, an Demenz erkrankter Menschen verbessern und deren Sturzrisiko mindern. Dieses Trainingskonzept wurde von Privatdozent Dr. Klaus Hauer vom Bethanien-Krankenhaus Heidelberg entwickelt.

Für seine wegweisenden Arbeiten im Bereich der medizinischen Versorgung älterer Menschen ist der Heidelberger Sportwissenschaftler und Biologe im November 2006 gleich zweifach ausgezeichnet worden: Der Förderpreis der Wilhelm Woort-Stiftung ist mit 30.000 Euro dotiert ist und wird alle zwei Jahre für anwendungsnahe Forschung im Bereich der Versorgung älterer Menschen vergeben. Der Cochrane-Preis, der von der Deutschen Krankenversicherung AG gestiftet wurde, unterstützt Forschungsprojekte im Bereich evidenz-basierter, Medizin und ist mit 10. 000 Euro dotiert.

Demenzerkrankungen im Alter sind häufig: Ungefähr ein Drittel der über 85-Jährigen in Deutschland leidet an so genannten kognitiven Störungen. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird ihre Zahl von heute ca. einer Million sich bis 2040 mehr als verdoppeln. Die betroffenen Menschen sind sowohl in ihrer Denkleistung als auch in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt, zusätzlich entwickeln sie oft Verhaltensauffälligkeiten. Mit der Erkrankung gehen oft der Verlust der Selbstständigkeit und ein hohes Risiko für Stürze einher. "Epidemiologische Studien zeigen zudem einen Zusammenhang zwischen den kognitiven und körperlichen Leistungen", erklärt Dr. Klaus Hauer. So können bestimmte motorische Störungen auf spätere kognitive Schädigungen hinweisen.

Sportverbände greifen Trainingskonzept bundesweit auf

"Erste Trainingsstudien mit an Demenz erkrankten Menschen weisen darauf hin, dass nicht nur motorische Leistungen, sondern auch Denkleistung und Wohlbefinden durch ein gezieltes körperliches Training verbessert werden können", so Dr. Hauer. Er hat ein Bewegungsprogramm entwickelt, das krankheitsbedingte Einschränkungen und verbliebene Fähigkeiten berücksichtigt. In einer durch die Landesstiftung Baden-Württemberg geförderten Studie untersucht er in enger Kooperation mit dem Robert Bosch-Krankenhaus Stuttgart und der Robert Bosch Stiftung die Auswirkungen des Trainings auf den Allgemeinzustand der Patienten - dabei soll auch bewertet werden, wie effektiv die Übungen dabei helfen, Stürze zu vermeiden.

Um ein ausreichendes Übungsangebot für Personen mit Demenz aufzubauen, werden die Trainingsprogramme parallel zur wissenschaftlichen Untersuchung in ausgewählten Sportvereinen in deren Angebot integriert. Außerdem werden Ärzte, Krankengymnasten, Altenpfleger, Sport- und Ergotherapeuten, ebenso wie ehrenamtliche Übungsleiter, z. B. in Sportvereinen oder im Behindertensport, als Multiplikatoren ausgebildet: Schulungen versetzten sie in die Lage, das Training qualifiziert durchzuführen und ihre Kenntnisse weiterzugeben.

Auch der Deutsche Sportbund (DSB) unterstützt das Konzept: Erste Übungsleiterausbildungen haben bereits in zwei überregionalen Gruppierungen des DSB, dem Badischen Sportbund und dem Badischen Behindertensportverband, stattgefunden.

Weitere Information im Internet:

www.cochrane.de/de/award.htm#preis6
www.bethanien-heidelberg.de/krankenhaus---reha/forschung/forschung.html
Ansprechpartner:
Privatdozent Dr. Klaus Hauer
Bethanien-Krankenhaus/Geriatrisches Zentrum
Universitätsklinikum Heidelberg
Tel. 06221 / 3 19 15 32
E-Mail: khauer@bethanien-heidelberg.de
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.cochrane.de/de/award.htm#preis6
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse
http://www.bethanien-heidelberg.de/krankenhaus---reha/forschung/forschung.html

Weitere Berichte zu: Demenz Denkleistung Stürze Trainingskonzept

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein
02.12.2016 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Epstein-Barr-Virus: von harmlos bis folgenschwer
30.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen

05.12.2016 | Förderungen Preise

Höhere Energieeffizienz durch Brennhilfsmittel aus Porenkeramik

05.12.2016 | Energie und Elektrotechnik