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Forschungsprojekt "JobReha" startet

09.01.2007
Mitarbeiter von VWN und der Deutschen Post bleiben fit für den Job / Vertragsunterzeichung am 9. Januar in der MHH

Betriebliche Prävention ganz konkret - das ist "JobReha", ein Projekt für Mitarbeiter von VW Nutzfahrzeuge Hannover und der Deutschen Post in Pattensen und Braunschweig. Ein dreistufiges Programm beugt Problemen des Bewegungsapparates vor und macht Arbeitnehmer fit für den Job. Die Deutsche BKK und die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover übernehmen die Finanzierung des Projektes, das gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und örtlichen Rehabilitationseinrichtungen umgesetzt wird.

Ob Bandarbeiter oder Postbote - gerade Arbeitnehmer, die körperlich schwere Arbeit leisten, leiden häufig unter Beschwerden des Bewegungsapparates wie Schulter-, Knie- oder Rückenschmerzen. Dies können erste Anzeichen für eine bevorstehende Krankheit, z.B. einen Bandscheibenvorfall sein. Heute unterschreiben Vertreter der Kooperationspartner den Vertrag zum Projekt "JobReha". In diesem Projekt werden Mitarbeiter mit Skeletterkrankungen frühzeitig erkannt und fit für den aktuellen Arbeitsplatz gemacht. Neu ist der interdisziplinäre Ansatz: Versicherte der Deutschen BKK werden über "JobReha" informiert. Erster Ansprechpartner ist dann der Betriebsarzt, der gefährdete Mitarbeiter identifiziert und untersucht. Er überweist sie an ein Reha-Zentrum, wo die Patienten in einem speziell auf ihre Bedürfnisse am Arbeitsplatz abgestimmten Rehabilitationsprogramm behandelt werden.

Wissenschaftlich begleitet und evaluiert wird "JobReha" durch Professor Dr. Christoph Gutenbrunner, Abteilung Physikalische Medizin und Rehabilitation, Balneologie und Medizinische Klimatologie der MHH. "Neu in dem Projekt ist, dass wir drei, den Beschwerden und der Situation der betroffenen angepasste Rehabilitationsformen anbieten können", erläutert Projektleiter Professor Gutenbrunner. Stufe 1 besteht in einer intensiven einwöchigen Rehabilitationsmaßnahme, in der die körperlichen Problem durch ärztliche und physiotherapeutische Untersuchungen genau analysiert werden und ein spezieller Behandlungs- und Trainingsplan erarbeitet wird. Die zweite und dritte Stufe sind erweiterte, klassische ambulante und stationäre Rehabilitationsmaßnahmen.

Die Deutsche BKK und die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover finanzieren "JobReha". "Die Reha-Forschung ist eine kluge Investition und bringt uns wieder einen Schritt nach vorn: mit Rehabilitationen, die auf die Bedürfnisse der Patienten und gleichzeitig perfekt auf die Anforderungen am Arbeitsplatz zugeschnitten sind. Solche Therapien helfen künftig noch gezielter, drohende Erkrankungen rechtzeitig abzuwenden", sagte Jörg Kayser, Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover.

Norbert Cordes, Filialleiter der Deutschen BKK in Hannover, ergänzt: "Mit "JobReha" beweist die Deutsche BKK ihre Kompetenz in punkto betriebliche Prävention. Maßnahmen wie diese werden angesichts der demographischen Entwicklung immer wichtiger, um Gesundheit, Lebensqualität und Arbeitskraft einer älter werdenden Belegschaft länger zu erhalten."

Ausführliche Informationen zum Projekt:

Am 9. Januar 2007 wird in der MHH die Kooperationsvereinbarung zwischen VW Nutzfahrzeuge, der Deutschen Post, der Deutschen BKK, der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover und verschiedenen Rehabilitationseinrichtungen für ein neues Projekt einer arbeitsplatzbezogenen Rehabilitation geschlossen. Das Projekt "JobReha" wurde von der Koordinierungsstelle angewandte Rehabilitationsforschung der MHH initiiert und sieht eine enge Verzahnung der Rehabilitationseinrichtungen mit den Betrieben vor. "Kern des Projektes ist eine verbesserte Kommunikation zwischen Betriebs- und Rehabilitationsärzten" erklärt Dr. Michael Spallek, Leitender Werkarzt von VW Nutzfahrzeuge in Hannover-Stöcken. "Diese Kommunikation war im bisherigen Rehabilitationssystem oft unbefriedigend." Durch die speziellen "JobReha"-Berichte informieren sich Betriebs- und Rehabilitationsärzte zeitnah und regelmäßig unter Verwendung standardisierter Formulare. Hierdurch soll eine optimale Verzahnung von Betrieb und Rehabilitationseinrichtung erreicht werden.

Die Teilnahme an dem Projekt "JobReha" ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beteiligten Betriebe freiwillig. Wenn sie Beschwerden am Rücken oder den Gelenken haben und diese mit der Arbeit in Zusammenhang stehen, können sie sich bei Ihrem Betriebsarzt melden. Er veranlasst auf kürzestem Wege eine für den Betroffenen optimale Rehabilitationsmaßnahme. Neu in dem Projekt sind die drei, den Beschwerden und der Situation der betroffenen angepasste Rehabilitationsformen. Die Stufe 1 besteht in einer intensiven einwöchigen Rehabilitationsmaßnahme, in der die körperlichen Problem durch ärztliche und physiotherapeutische Untersuchungen genau analysiert werden und ein spezieller Behandlungs- und Trainingsplan erarbeitet wird. Hierbei werden bestimmte Arbeitsaufgaben auch in der Rehabilitationseinrichtung nachgestellt, so dass die Probleme realitätsnah analysiert werden können. Auch ein Probearbeitstag im Betrieb gehört zu dem Programm, das sowohl in der Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation der MHH als auch im Rehacentrum Braunschweig durchgeführt wird. Die zweite und dritte Stufe sind die klassischen ambulanten und stationären Rehabilitationsmaßnahmen, z.B. in Gesundheitszentrum Hannover oder in Rehabilitationskliniken in Bad Eilsen und Bad Pyrmont. Auch diese werden durch die spezifischen Elemente der "JobReha" erweitert.

"Das Projekt wird von Anfang an wissenschaftlich begleitet", erklärt Dipl.-Psych. Monika Schwarze von der Koordinierungsstelle angewandte Rehabilitationsforschung. "Dies dient dazu die Kommunikation an den Schnittstellen zu optimieren und nachzuweisen, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Projekt JobReha tatsächlich länger an Ihrem bestehenden Arbeitsplatz verbleiben können und weniger Beschwerden haben."

Weitere fachliche Informationen:

Professor Dr. Christoph Gutenbrunner
Koordinierungsstelle Angewandte Rehabilitationsforschung
Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Tel.: 0511-532-4200
Fax: 0511-532-8123
Email: korefo@mh-hannover.de

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

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