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Bericht in "Nature Neuroscience": Ein Schalter für das Überleben von Nervenzellen

13.02.2001


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Wenn im Gehirn Nervenzellen absterben, dann kann das mit der Alzheimer-Krankheit zusammenhängen. Es kann sich aber auch um ein ganz normales Ereignis handeln, denn bei der embryonalen Gehirnentwicklung
gehen ebenfalls massenhaft Nervenzellen zugrunde. Hierbei spielt ein einziges Protein eine zentrale Rolle, wie Forscher von der Universität Würzburg herausgefunden haben.

In der Februar-Ausgabe des Fachblatts "Nature Neuroscience" berichten die Wissenschaftler um Michael Sendtner (Institut für Klinische Neurobiologie) und Ulf R. Rapp (Institut für Medizinische Strahlenkunde und Zellforschung), dass die embryonalen Nervenzellen in einer kritischen Phase ihrer Entwicklung nicht überleben können, wenn ihnen das Protein B-Raf fehlt: Derartige Zellen sprechen nicht mehr auf die Wachstumsfaktoren an, die sie normalerweise zum Überleben brauchen. Selbst das sehr eng verwandte C-Raf-Protein kann diese Zellen nicht vor dem Tod retten.

Die Würzburger Wissenschaftler erforschen diese Vorgänge im Hinblick auf Krankheiten, für die das Absterben von Nervenzellen typisch ist. Dazu gehören Erkrankungen, bei denen das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln und damit die Bewegungsfähigkeit der Patienten beeinträchtigt wird, aber auch Leiden wie Alzheimer und Parkinson.

Warum gerade bei der normalen Entwicklung des Gehirns im Embryo massenhaft Nervenzellen absterben, ist bislang nicht geklärt. Prof. Sendtner: "Zwei Drittel aller Nervenzellen gehen schon nach wenigen Tagen wieder zugrunde." Das hat aber keine schlimmen Folgen, weil die Zellen zuvor im Überschuss vorhanden sind. Nach Meinung des Würzburger Professors ist dies eine Strategie, mit der bei der Entwicklung des Gehirns nie ein Mangel an "Baumaterial" entstehen kann.

Der Bericht über diese Forschungen ist erschienen in "Nature Neuroscience", Vol. 4, Nr. 2, Februar 2001, Seiten 137-142. Sein Titel: "Specific function of B-Raf in mediating survival of embryonic motoneurons and sensory neurons".

Weitere Informationen: Prof. Dr. Michael Sendtner, T (0931) 201-5767, Fax (0931) 201-2697, E-Mail: sendtner@mail.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

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