Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schonendere Behandlung der Prostata mit dem Greenlight-Laser

21.12.2006
Frankfurter Uniklinikum verfügt über einen Greenlight-Laser der jüngsten Generation zur chirurgischen Behandlung der gutartig vergrößerten Prostata. Von dem "high performance system Greenlight-Laser" profitieren auch Hochrisikopatienten

Eine Repräsentativuntersuchung (Herner LUTS-Studie) bei Männern im Alter über 50 Jahre hat gezeigt, dass derzeit 4.862.000 Männer beim Wasserlassen an behandlungsbedürftigen Beschwerden des unteren Harntrakts (kurz LUTS für "lower urinary tract symptoms") leiden. Bei insgesamt etwa zwölf Millionen Männern dieser Altersgruppe in Deutschland leiden also 40,5 Prozent an LUTS-Symptomen.

Die Beschwerden beim Wasserlassen können im Rahmen einer gutartig vergrößerten Prostata eintreten und werden neuerdings als benignes - also gutartiges - Prostatasyndrom (BPS) klassifiziert. Wegen seiner Häufigkeit wird das BPS mittlerweile als Volkskrankheit angesehen. Trotz effektiver Möglichkeiten einer medikamentösen Behandlung können solche Beschwerden nach einiger Zeit fortschreiten und machen eine operative Therapie zur Normalisierung des Wasserlassens unerlässlich. Als bislang etablierte Methoden sind hier sowohl die endoskopische transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P) als auch die offene Operation (Prostataadenomenukleation) zu nennen. Allerdings können sie eine erhebliche Morbidität nach sich ziehen, so werden beispielsweise Bluttransfusionsraten mit bis zu 8,6 Prozent beschrieben.

In der Klinik für Urologie des Frankfurter Uniklinikums werden häufig schwerkranke Menschen behandelt, die nur sehr schonenden Verfahren zugeführt werden können. Zur operativen Therapie der gutartig vergrößerten Prostata (BPS) wurde in der Klinik für Urologie mit der neuesten Generation des Greenlight-Lasers mit dem "High Performance System" nunmehr ein weiteres sehr schonendes Verfahren eingeführt, das speziell für Risikopatienten von Vorteil sein kann. Denn dieses Laserverfahren zum Abtragen von Gewebe bietet aufgrund seiner physikalischen Eigenschaft eine ganz neue Qualität, was die Wirkung des Lasers auf das abzutragende Gewebe angeht. Der Vorteil dieses gewebeschonenden Lasers mit einer Eindringtiefe von unter 2 mm liegt darin, dass die applizierte Energie sehr oberflächlich und vor allem im gut durchbluteten Prostatagewebe absorbiert wird: die Zellflüssigkeit wird so erhitzt, dass es zum Zerreißen der Zelle und zur Verdampfung kommt (Vaporisation). Durch das Verdampfen kommt es im Gegensatz zum Schneiden kaum zu Blutungen. Im Gegensatz zu anderen Laserverfahren entsteht sofort eine Gewebeabtragung, die dem so genannten "Gold-Standard" der bereits erwähnten TUR-P gleichwertig ist. Verglichen zur TUR-P ist beim Greenlight-Laser meist eine Dauerspülung der Prostata und Harnblase nicht erforderlich. Außerdem kann der Blasenkatheter in der Regel nach ein bis zwei Tagen entfernt werden. Neben der geringeren Morbidität ermöglicht der Greenlight-Laser auch eine frühere Mobilität des Patienten, was wiederum den Krankenhausaufenthalt deutlich verkürzt.

Im Rahmen zunehmender Komorbiditäten der immer älter werdenden Bevölkerung gibt es zahlreiche Patienten, die aufgrund einer koronaren Herzerkrankung oder anderer Erkrankungen mit gerinnungshemmenden Medikamenten wie zum Beispiel Aspirin, Marcumar und Clopidogrel behandelt werden. Diese Patienten sind einem deutlich erhöhten Risiko der Blutung ausgesetzt. Zum anderen ist das kurzzeitige Aussetzen dieser Medikamente um den Zeitpunkt der Operation herum wegen der schwerwiegenden Grunderkrankungen ebenfalls mit einem hohen Risiko verbunden. Daher müssen manche Patienten als nicht operabel eingestuft werden und mit einem Blasenkatheter als Dauerlösung versorgt bleiben. Auch diesen Patienten könne mit einer Behandlung durch den Greenlight-Laser geholfen werden, meint Dr. Jon Jones, Oberarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Frankfurter Uniklinikum und Experte in der Behandlung von Prostataerkrankungen. "Mit dem Greenlight-Laser wollen wir unser operatives Spektrum zur Behandlung der gutartig vergrößerten Prostata erweitern und insbesondere die Patientenversorgung um ein weiteres optimieren. Dank dieses neuartigen chirurgischen Verfahrens können wir auch solchen Menschen helfen, denen eine Operation ansonsten versagt bliebe", erklärt Dr. Jones.

Für weitere Informationen:

Dr. med. Jon Jones
Klinik für Urologie
Klinikum der J.W. Goethe-Universität
Frankfurt/ Main
Fon (Sekr.)(0 69) 63 01 - 5352
Fax (0 69) 63 01 - 6464
E-Mail jon.jones@kgu.de
Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität
Frankfurt/ Main
Fon (0 69) 63 01 - 77 64
Fax (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de

Ricarda Wessinghage | idw
Weitere Informationen:
http://www.kgu.de

Weitere Berichte zu: BPS Greenlight-Laser Prostata TUR-P Urologie Wasserlassen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie