Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Diabetes-Forschung für den Erhalt lebenswichtiger Betazellen

21.12.2006
Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit Stipendium ausgezeichnet

Prof. Dr. Michael Ristow, Inhaber des Lehrstuhls für Humanernährung der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wurde im Rahmen der 42. Tagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Kopenhagen mit einem Forschungsstipendium in Höhe von 100.000 Euro ausgezeichnet. Gestiftet vom Pharmaunternehmen MSD SHARP & DOHME und der EUROPEAN FOUDATION FOR THE STUDY OF DIABETES (EFSD), wurden europaweit insgesamt acht Stipendien vergeben. Drei der ausgezeichneten Forscher arbeiten an deutschen Forschungsinstitutionen. Ristows Stipendium finanziert dessen Forschungsarbeit auf dem Feld der Beta- bzw. Inselzellenforschung zur Verhinderung der Diabetes-Entstehung.

Entstehung von Diabetes

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselkrankheit, bei der die Blutzuckerwerte erhöht sind. Dies kann bei nicht angemessener Behandlung schwere Folgekrankheiten nach sich ziehen. Wie viel Zucker das Blut enthält, wird durch Insulin reguliert, ein von den Betazellen, die in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse sitzen, produziertes Hormon. Beim Typ-2-Diabetes stellt die Bauchspeicheldrüse weiterhin Insulin her, zunächst sogar mehr als normal. Da die Zellen aber zunehmend unempfindlicher gegenüber Insulin werden und den Zucker nicht mehr aufnehmen, produziert die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin, um den Blutzuckerspiegel zu normalisieren. Dies hat zur Folge, dass das Organ irgendwann erschöpft ist und nicht mehr ausreichend Insulin ausschütten kann. Durch diesen Zustand werden die Betazellen besonders anfällig für Störungen, wie beispielsweise oxidativen Stress. Im Rahmen seiner Forschungsarbeit sucht Ristow eine Möglichkeit, die Widerstandsfähigkeit der Betazellen zu verbessern.

Das ausgezeichnete Forschungsprojekt der Universität Jena

Am Lehrstuhl von Prof. Ristow werden seit Februar 2005 die biochemischen Grundlagen der Ernährungsmedizin und der benachbarten Fachgebiete bezüglich der Entstehung von Adipositas (Übergewicht), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Krebs und Neurodegeneration sowie anderer ernährungsabhängiger Erkrankungen untersucht. Das Ziel des gemeinsamen Forschungsvorhabens von Prof. Michael Ristow und Prof. Hans-Georg Joost, Direktor des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam, besteht insbesondere in der Erhaltung der Betazellmasse der Bauchspeicheldrüse. Diesen Prozess erforscht der Jenaer Wissenschaftler anhand der Zufuhr eines schützenden Proteins (Frataxin) bei diabetesgefährdeten Mäusen, um daraus Rückschlüsse auf den menschlichen Organismus zu ziehen: "Die Betazellen sind sehr viel empfindlicher gegenüber oxidativem Stress, dem Altern durch freie Radikale, als andere Zellen des Menschen. Dieser Stress trägt wesentlich zur Zerstörung von Betazellen bei und fördert so die Entstehung von Diabetes", so Ristow. Mit seiner Arbeit möchte er den Zerstörungsprozess verhindern oder zumindest verzögern, indem er Frataxin in die Betazellen einbringt, um diese resistenter gegenüber schädlichen Einflüssen zu machen und die Insulinproduktion zu steigern.

Diabetes - alarmierende Zahlen

Die Relevanz der Diabetes-Forschung liegt auf der Hand: Diabetes mellitus, insbesondere der so genannte "Altersdiabetes" Typ 2, ist ein weltweites Gesundheitsproblem von großem Ausmaß. Allein in Deutschland leiden ca. fünf bis sechs Millionen Menschen an Diabetes. Und die Zahl der an dieser Erkrankung verstorbenen Bundesbürger hat in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten deutlich zugenommen. Nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes starben im vergangenen Jahr in Deutschland mehr als 24.300 Menschen an Diabetes. Im Vergleich zu 1980 (rund 18.900 Tote) ist die Zahl der Opfer damit um 29 Prozent gestiegen. Weltweit gibt es schätzungsweise mehr als 230 Millionen Diabetiker - dies sind fast sechs Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung. Typ-2-Diabetes ist inzwischen in allen Altersgruppen vertreten und wird zunehmend auch bei jüngeren Patienten beobachtet.

Kontakt:

Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Institut für Ernährungswissenschaften
Prof. Dr. med. Michael Ristow
Dornburger Str. 29
07743 Jena
Tel.: 03641 / 949630
E-Mail: michael.ristow[at]mristow.org
Presse:
MCG Healthcare Relations
Lutz Emmelmann
Mörsenbroicher Weg 200
40470 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 583357511
E-Mail: lutz.emmelmann[at]medical-consulting.de

Judith Funk, | idw
Weitere Informationen:
http://www.humanernaehrung.de

Weitere Berichte zu: Bauchspeicheldrüse Betazellen Diabetes Insulin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise