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Wie maligne Melanome die Chemotherapie austricksen

20.12.2006
Krebszellen können wie normale Zellen erscheinen

Maligne Melanome, die tödlichste Form von Hautkrebs, scheint die Chemotherapie zu umgehen, in dem sie vorgibt aus normalen Hautzellen zu bestehen. Wissenschafter des Marie Curie Research Institute haben nachgewiesen, dass Melanomzellen ihre Form verändern können, sich im Körper ausbreiten und anschließend vor der Bildung eines neuen Tumors jahrelang ruhen können. In Großbritannien sterben laut BBC jährlich mehr als 1.700 Menschen an malignen Melanomen. Die Behandlung kann sich auch mit leistungsstarken Medikamenten gegen Krebs schwierig gestalten. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Genes and Development veröffentlicht.

Bei Melanomen erkranken die Melanozyten, jene Pigmentzellen, die bei der Färbung der Haut mithelfen. Diese Krebsform ist besonders gefährlich, da sie über die Fähigkeit verfügt, sich in andere Teile des Körpers auszubreiten. Ist das eingetreten, wird die Behandlung deutlich erschwert. Das Team um Colin Goding hat jetzt einen der Gründe entdeckt, warum sich Melanome so leicht im Körper ausbreiten können. Dem Wissenschafter fiel auf, dass Krebszellen des ursprünglichen Tumors unter bestimmten Bedingungen ihre Form verändern und die rasche Zellteilung stoppen können. Damit erscheinen sie wie normale Pigmentzellen der Haut.

Mit der neuen runden Form kann die Zelle den Tumor leichter verlassen und neue Orte für ihr Wachstum finden. Die Chemotherapie zielt auf abnormale, sich rasch teilende Zellen ab. Laut Goding entwickeln sich diese invasiven Krebszellen entsprechend den Bedingungen im Inneren des Tumors. "Haben sie sich in andere Bereiche des Körpers ausgebreitet, bestimmt ihre neue Umgebung, ob sie untätig bleiben oder beginnen sich erneut zu teilen und Tumore bilden." Die Forscher gehen davon aus, dass sich herausgefunden haben, wie es die Zellen schaffen sich zu transformieren.

Die Werte der Chemikalie "Mitf" scheinen eine Rolle zu spielen. Fallen die Werte, hören die Melanomzellen auf sich zu teilen, verändern ihre Form und schaffen so die Voraussetzungen für die Ausbreitung. Die Mitf-Werte werden durch die Bedingungen im Inneren des Tumors bestimmt. Goding hofft, dass es eines Tages Behandlungsansätze geben wird, die diese Veränderung der Zellen verhindern können. Eine weitere Möglichkeit wäre die Erhöhung der Mitf-Werte während der Krebsbehandlung, um Zellen noch unentdeckte Zellen erkennbar und anfällig für die Chemotherapie zu machen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mcri.ac.uk
http://www.genesdev.org

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