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Was bei Entzündungen in Blutgefäßen passiert

20.12.2006
In der Biomedizin der Uni Würzburg und hier besonders in der molekular ausgerichteten Herz-Kreislauf-Forschung stellt die Nachwuchsgruppe von Thomas Renné einen wichtigen Teilbereich dar.

Die jungen Wissenschaftler werden nun weiterhin von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert: Sie bekamen für ein weiteres Jahr gut 200.000 Euro für ihre Arbeit bewilligt.

Die Nachwuchsgruppe erforscht am Institut für Klinische Biochemie und Pathobiochemie/Zentrallabor Entzündungsvorgänge in den Blutgefäßen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Regulation der Blut-Gefäßschranke sowie Wechselwirkungen von Gerinnungsfaktoren mit Zellen des Blutes und mit den so genannten Endothelzellen, die die Blutgefäße auskleiden. Exemplarisch hierfür analysieren die Wissenschaftler Signalwege, die vom Blutgerinnungsfaktor XII (Hageman-Faktor) gestartet werden.

In Zusammenarbeit mit Gruppen des Würzburger Sonderforschungsbereiches (SFB) 688 hat die Nachwuchsgruppe gezeigt, dass dem Gerinnungsfaktor XII bei der Entstehung von Blutgerinnseln (Thromben) eine wesentliche Funktion zukommt. Die medikamentöse Blockade des Gerinnungsfaktors schützt im Mausmodell vor Schlaganfällen, erhöht dabei aber die Blutungsneigung nicht. "Dadurch ergeben sich neue, viel versprechende Ansätze für eine sichere Form einer blutverdünnenden Therapie", wie Dr. Renné erklärt.

Außerdem startet der Faktor XII einen Signalweg, über den die Durchlässigkeit der Blutgefäße gesteuert wird. Hierbei zeigt eine aktuelle Arbeit erstmals, dass die molekulare Ursache einer klinisch wichtigen Ödemneigung - den erblichen Angioödemen des Typs III - in einer Mutation des Faktors XII liegt. Diese Mutation bewirkt eine überschießende Bildung eines sehr potenten Botenstoffes, des Bradykinins, der dann zu den potenziell lebensbedrohenden Schwellungen bei den betroffenen Patienten führen kann. Veränderungen der durch Faktor XII aktivierten Signalwege in Gefäßen scheinen auch für Stoffwechselstörungen wie das metabolische Syndrom von Bedeutung zu sein, bei dem die Schrankenfunktion des Endothels gestört ist.

In einem weiteren Projekt gelang den Nachwuchsforschern der Nachweis, dass das Protein VASP in den Zellen des Endothels spezifisch an ein neues, zur Spektrin-Familie gehörendes Protein bindet, was für die Ausbildung von Zell-Zellkontakten in Gefäßen wichtig sein könnte.

Weitere Informationen: Dr. Thomas Renné, T (0931) 201-36116, thomas@renne.net

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

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