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Säuglingsstudie

11.01.2001


Helicobacter pylori und Allergien
Ulmer Säuglingsstudie
Pressekonferenz am Donnerstag, 18.1.2001, 11.00 Uhr in der Medizinischen Klinik, Raum 26

Die Abteilung Epidemiologie des Deutschen Zentrums für Alternsforschung (DZFA) an der Universität Heidelberg (Leiter Prof. Dr. Hermann Brenner, ehedem Abteilung Epidemiologie der Universität Ulm) führt zusammen mit der Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Rolf Kreienberg) und der Abteilung Innere Medizin I (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Guido Adler), beide Universität Ulm, seit 20.11.2000 die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Ulmer Säuglingsstudie durch.

Allergische Erkrankungen bei Kindern nehmen zu und zählen mittlerweile zu den wichtigsten Volkskrankheiten in den Industrienationen. Umweltfaktoren, die wachsende Exposition gegenüber Allergenen, aber auch fehlende Auseinandersetzung des Immunsystems mit Infektionserregern könnten dafür verantwortlich sein. Die genauen Ursachen sind noch unklar. Von der Ulmer Säuglingsstudie sollen Beiträge zu einem besseren Verständnis der Zusammenhänge als Grundlage für Maßnahmen der Krankheitsvorbeugung geleistet werden. Die Studie baut hauptsächlich auf den Erkenntnissen der bisherigen Studien zur Epidemiologie von Helicobacter pylori auf, die in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Ulm, niedergelassenen Kinderärzten der Region und anderen Institutionen durchgeführt wurden.

Mittlerweile gibt es Hinweise, dass die Besiedlung mit Helicobacter pylori in bestimmten Fällen auch positive Auswirkungen beim Menschen haben kann. So scheinen beispielsweise bestimmte allergische Erkrankungen bei Keimträgern eher seltener aufzutreten. Die Abwesenheit von frühkindlichen Infektionen könnte eine mögliche Erklärung für die beobachtete Zunahme der Allergien bei Kindern sein. Ferner gibt es Hinweise darauf, dass die Besiedlung mit Helicobacter pylori möglicherweise auch Durchfallerkrankungen mildert, was vielleicht ein Resultat der Produktion von antibakteriell wirksamen Eiweißen durch den Keim selbst ist.

Diese Fragen lassen sich am besten in einer Studie klären, in die eine große Zahl von Kindern über mehrere Jahre nach der Geburt einbezogen wird. So soll untersucht werden, wann die Besiedlung des Magens mit Helicobacter pylori erfolgt, von wem sie ausgeht, wie dauerhaft eine einmal erworbene Besiedlung ist und welche Rolle andere Faktoren, zum Beispiel das Stillen, die Zusammensetzung der Muttermilch und Lebensgewohnheiten dabei spielen. Dabei wird Hinweisen auf positive Auswirkungen der Keimbesiedlung nachzugehen und die Frage zu klären sein, ob bestimmte allergische Erkrankungen oder Durchfallerkrankungen bei Anwesenheit des Magenkeims seltener auftreten.

Alle Mütter, die im Erhebungszeitraum (seit 20.11. 2000 ein Jahr lang) in der Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universität Ulm ein gesundes Kind zur Welt bringen, werden gebeten, an der Studie teilzunehmen. Bei der Basisuntersuchung erfolgt eine erste Befragung in der Klinik direkt nach der Niederkunft. Dazu ist ein Fragebogen mit Angaben zu Vorerkrankungen und Lebensgewohnheiten auszufüllen. Ferner werden ein 13C-Harnstoff-Atemtest durchgeführt, um festzustellen, ob Helicobacter pylori im Magen vorhanden ist, sowie eine Speichel- und eine erbsengroße Stuhlprobe von der Mutter (und wenn möglich auch von Ihrem Partner) und eine Stuhlprobe vom Kind untersucht. Bei Müttern, die nach 6 Wochen und 6 Monaten noch stillen, wird jeweils eine Muttermilchprobe (10 ml) zu Hause gesammelt. Nach 12, 24 und 36 Monaten erfolgen auf postalischem Wege erneute Befragungen, durch die Angaben zum Gesundheitszustand der Säuglinge und Kleinkinder erhoben werden.

Die Teilnahme an dieser Beobachtungsstudie ist ohne jegliches Risiko für Mutter und Kind. Wichtig für die Aussagefähigkeit der Studie ist die Teilnahme möglichst vieler Mütter. Interessierte erhalten unter der Telefonnummer 0731-50-31072 weitere Informationen.

Am Donnerstag, dem 18. Januar 2001, findet 11.00 Uhr
im Raum 26 der Medizinischen Klinik auf dem Oberen Eselsberg (Hinweistafel im Foyer) eine Pressekonferenz statt. Die Leiter der drei an der Studie beteiligten Abteilungen - Prof. Dr. Guido Adler, Prof. Dr. Hermann Brenner und Prof. Dr. Rolf Kreienberg - erläutern das Projekt. Die Vertreter der Medien sind herzlich dazu eingeladen.

Peter Pietschmann | idw

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