Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ultraschall-Vakuumbiopsiegerät der neuesten Generation erweitert Palette schonender Verfahren

08.12.2006
Greifswalder Brustzentrum erhielt erneut Bestätigungszertifikat

Das Interdisziplinäre Brustzentrum Greifswald (IBZ) am Universitätsklinikum Greifswald arbeitet seit kurzem mit einem völlig neuen Ultraschall-Vakuumbiopsiegerät, das die bisherigen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten nochmals deutlich verbessert.

Seit 1999 wird in Greifswald die Vakuumbiopsie mit den Vorgängergeräten angeboten, bei der krankes Gewebe bei Frauen mit Veränderungen in der Brust auch ohne eine offene Operation entfernt werden kann.

Unter lokaler Betäubung und unter Ultraschallsicht wird dabei mit einer sehr feinen Nadel über eine minimale Einstichstelle das befallene Gewebe zielgenau über eine Kanüle entfernt. Damit bleiben den Patientinnen ein Schnitt in der Haut und größere Gewebeentnahmen aus der Brust erspart. In der Regel können die Frauen am gleichen Tag die Klinik verlassen. "Wir sind nun in der Lage, dieses hochmoderne und gewebeschonende Verfahren für unsere Patienten verstärkt anbieten zu können", freute sich Dr. Ralf Ohlinger, Leiter des Brustzentrums. "Das Vakuumbiopsiegerät der neuesten Generation erhöht die Sicherheit sowohl im Bereich der Früherkennung, als auch in der Erstdiagnostik."

Im 1999 gegründeten Interdisziplinären Brustzentrum Greifswald, das vor zwei Jahren als erstes in Mecklenburg-Vorpommern von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert wurde, werden jährlich etwa 450 Patientinnen mit Brusterkrankungen operiert, davon über 150 mit primären Brustkrebs. Das sind mehr als 50 Prozent aller Karzinom-Operationen in Vorpommern. Jetzt wurden dem IBZ erneut höchste Qualitätsmaßstäbe bei der Betreuung brustkranker Frauen bescheinigt. So erhielt das Brustzentrum vor kurzem zum zweiten Mal ein Bestätigungszertifikat. Im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) sowie unabhängiger Prüfinstitute wie OnkoZert und NisZert werden jährlich die Einhaltung und die Verbesserung der Qualitätsstandards bei der Behandlung von Brustpatienten strengstens geprüft. Die Prüfer lobten auch in diesem Jahr die intensive fachübergreifende Zusammenarbeit mit allen beteiligten Behandlungspartnern und den niedergelassenen Fachärzten. Nicht nur das gut funktionierende Netzwerk, sondern auch die messbare Qualität, welche sich insbesondere durch die Entwicklung der Fallzahlen und die Auswertung der Zufriedenheitswerte der Patientinnen darstellen lässt, hatten erheblichen Einfluss auf das positive Urteil der Auditoren. Ein weiterer Aspekt, der von den Prüfern hervorgehoben wurde, ist die Qualität und Anzahl der über 100 plastischen Operationen im Jahr, bei denen die Brust nach Teil- und Amputationen wieder aufgebaut wurde.

Insgesamt 72,8 Prozent aller Frauen, unabhängig von der Tumorgröße, konnten Brust erhaltend operiert werden. Bei den früh erkannten Tumoren unter 2 cm Größe betrug dieser Anteil sogar 93 Prozent. Diese Ausgangslage bietet eine hervorragende Voraussetzung für die Therapie und vollständige Heilung der Betroffenen. Bei 62,2 Prozent der Patienten konnte darüber hinaus durch schonende und alternative Verfahren die komplette und für die Frauen belastende Ausräumung der Lymphknoten in der Achselhöhle vermieden werden.

Vor diesem Hintergrund betonte der IBZ-Leiter die Bedeutung des Mammascreenings-Programms, das im Mai dieses Jahres in Greifswald für die Region Vorpommern gestartet wurde und jetzt auch in Neubrandenburg und Schwerin und im kommenden Jahr in Rostock angeboten wird. Frauen im Alter von 50 bis 70 Jahre können eine kostenfreie Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs in Anspruch nehmen. Durch das Mammographie-Screening können schon minimale Krebsherde frühzeitig erkannt werden, noch bevor eine Frau selbst oder ein Arzt diese ertasten können.

Einen Namen hat sich das Greifswalder Brustzentrum inzwischen mit der sanften Methode der Milchgangspiegelung (Duktoskopie) gemacht, die ca. 50 Mal im Jahr durchgeführt wird. "Damit sind wir in Deutschland das führende Duktoskopiezentrum in der Anwendung, Erforschung und ärztlichen Weiterbildung dieses innovativen Verfahrens", betonte Ohlinger, der dazu eine internationale Multicenter-Studie mit zwölf Zentren in Deutschland, der Schweiz und Österreich leitet.

"Das Greifswalder Brustzentrum ist zudem mit der onkologischen Tagesklinik für die ambulante Chemotherapie und seiner Ausstattung auf hohem Niveau aufgestellt und sichert eine optimale Behandlung für die Patientinnen, die sich uns anvertrauen", betonte Prof. Marek Zygmunt, Direktor der Universitätsfrauenklinik. "Dennoch befindet sich das IBZ ständig in der Entwicklung. Unsere Schwerpunkte liegen in der effektiveren Früherkennung, der interdisziplinären Zusammenarbeit sowie in der Vermeidung von unnötigen Operationen, in der Ausweitung schonender Verfahren, in der Brusterhaltung sowie in der psychoonkologischen Beratung der Frauen."

Das Interdisziplinäre Brustzentrum Greifswald vereint ein hoch spezialisiertes und eng kooperierendes Expertenteam aus diagnostizierenden und operierenden Gynäkologen, Radiologen, Nuklearmedizinern, Pathologen, Strahlentherapeuten und Onkologen sowie plastisch tätigen Gynäkologen, um die Früherkennung, Therapie und Heilungschancen für Frauen mit Brustkrebs insgesamt zu verbessern und unnötige Operationen zu vermeiden. Im Fokus stehen dabei die wöchentlichen interdisziplinären Brustkonferenzen aller beteiligten Spezialisten vor und nach allen operativen Eingriffen. Das Greifswalder IBZ ist eines der vier prädestinierten Einrichtungen im DMP-Brustkrebs im Land neben Rostock, Schwerin und Neubrandenburg.

Ansprechpartner
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
Leiter des Brustzentrums: OA Dr. med. Ralf Ohlinger
Wollweberstraße 1, 17475 Greifswald
T +49 3834 86-73 12
F +49 3834 86-65 12
E ralf.ohlinger@uni-greifswald.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-greifswald.de
http://www.klinikum.uni-greifswald.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Herzerkrankungen: Wenn weniger mehr ist
30.03.2017 | Universitätsspital Bern

nachricht Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
29.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE