Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Besserer Schutz des Gehirns bei Frühgeborenen

08.12.2006
EU-weites Projekt NEOBRAIN gestartet

Jedes zehnte Neugeborene ist derzeit eine Frühgeburt. Da gerade das Gehirn sich am Ende der Schwangerschaft in der entscheidenden Phase seiner Entwicklung befindet, kann eine zu frühe Geburt eine gestörte oder veränderte Gehirnentwicklung zur Folge haben. Dies kann später zu Beeinträchtigungen wie Aufmerksamkeitsstörungen und Lernschwierigkeiten und in Extremfällen sogar zu schweren Behinderungen führen.

Im Rahmen des EU-Projektes NEOBRAIN (Neonatal Estimation Of Brain Damage Risk And Identification of Neuroprotectants) gehen Wissenschaftler den Fragen nach, wie man solche möglichen Schädigungen bereits sehr frühzeitig erkennen kann, wie entsprechende Therapien für Frühgeborene aussehen könnten und welche Art von Medikamenten hilfreich wären.

Internationale Partner

... mehr zu:
»EU-Projekt »Frühgeborene »NEOBRAIN

Beim EU-Projekt NEOBRAIN arbeiten kleinere und mittlere Unternehmen mit Industrie und Forschungsgruppen zusammen. Die Wissenschaftler von insgesamt 13 Universitäten sind miteinander vernetzt. Über die involvierten Firmen bietet sich dann die einmalige Chance, deren Forschungsergebnisse sehr schnell zu Produkten weiter zu entwickeln. Die Publikationen, die aus dem Projekt hervorgehen, werden die neuen Forschungsergebnisse und die daraus resultierenden Anwendungen international bekannt machen. Die wissenschaftliche Gesamtkoordination von NEOBRAIN liegt bei Prof. Dr. Olaf Dammann von der Medizinischen Hochschule Hannover (Deutschland). An der Medizinischen Universität Innsbruck (Österreich) erfolgt die Patentsichtung. Auch die Presseinformation wird hier koordiniert.

Teilnehmende Organisationen sind: Medizinische Hochschule Hannover (Deutschland), BIOCRATES life sciences GmbH/Medizinische Universität Innsbruck, BIOCRATES/ i-med Innsbruck (Österreich), BrainZ/Auckland (Neuseeland), Bioanalyt GmbH/Potsdam, THERAPTOSIS S.A./Paris (Frankreich), NEUROPHARMA/Madrid (Spanien), University Medical Center Utrecht (Niederlande), Göteborgs universitet/Göteborg (Schweden), Institut National de la santé et de la Recherche Médicale/Paris (Frankreich), Université de Genève-Hôpitaux Universitaires de Genève/Genf (Schweiz), Charité Universitätsmedizin/Berlin (Deutschland), Università degli Studi di Siena/Siena (Italien), Lunds Universitet/Lund (Schweden).

Ökonomische Auswirkungen

Durch den medizinischen Fortschritt konnte die Säuglingssterblichkeit erheblich reduziert werden. Damit geht aber auch einher, dass die Zahl der überlebenden Frühgeborenen ständig ansteigt. Und von den rund 4 Millionen Lebendgeborenen in der EU/Jahr weisen 60.000 ?Frühchen? eine Hirnschädigung auf. Annähernd die Hälfte (41 Prozent) der Fälle von zerebraler Kinderlähmung sind auf eine zu frühe Geburt zurückzuführen.

Ganz abgesehen von den Sorgen, die Eltern und Angehörige mit ihren zu früh geborenen Kindern begleiten, die steigende Anzahl von Frühgeborenen hat auch ökonomische Folgen: Rund 6 bis 7 Milliarden Euro an Behandlungskosten entstehen durch Frühgeborene pro Jahr EU-weit. Und weil es bei der medizinischen Forschung nicht ohne weiteres möglich ist, Erkenntnisse über Hirnschäden an Erwachsenen auf Frühgeborene zu übertragen, stehen die Mediziner vor einem Problem: Es gibt weder einen Marker zur frühen Diagnose von Hirnschädigungen noch eine Therapie zum Schutz des Gehirns.

Neue Forschungsansätze

Genau hier setzt das EU-Projekt NEOBRAIN an. Die Ziele des dreijährigen Forschungsprojektes sind:

1. Biomarker für frühe Hirnschäden sollen gefunden werden. In verschiedenen Tierversuchen werden hierzu die Mechanismen erforscht, die zu einer Gehirnschädigung führen. Außerdem sollen anhand einer klinischen Studie von Kindern, die vor der 28.Woche geboren wurden, Marker-Profile erstellt werden.

2. Strategien sollen entwickelt werden, um das Gehirn zu schützen. Auch hier werden zu Beginn Tierversuche gemacht werden. Nur die aussichtreichsten Ergebnisse sollen Eingang in den klinischen Bereich finden.

3. Die Schaffung einer klinischen Plattform als Forschungsnetzwerk für künftige europäisches und internationale Studien.

4. Die Entwicklung von Medikamenten während der dreijährigen Projektdauer und danach.

Ergebnisse der perinatalen Grundlagenforschung werden somit künftig direkt in die klinische Forschung einfließen. Und die so gewonnenen neuen Erkenntnisse und Therapieansätze sollen sehr rasch auch in die klinische Praxis bei der Neugeborenen-Intensivmedizin eingeführt werden.

Budget von NEOBRAIN:
-Projektvolumen 4,4 Millionen Euro
-Fördervolumen 3,3 Millionen Euro
Rückfragen an:
NEOBRAIN, c/o Mag. Uwe Steger, Communication, Public Relations & Media
Tel.: +43 (0)512 9003 70080, Mobil: +43 (0)676 8716 72080, pr-neobrain@i-med.ac.at
Ansprechpartner in der MHH:
Prof. Dr. med. Olaf Dammann ? Koordinator Neobrain
Telefon (0511) 532-6825, Fax (0511) 532-6827, dammann.olaf@mh-hannover.de

Stefan Zorn | EurekAlert!
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Berichte zu: EU-Projekt Frühgeborene NEOBRAIN

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Stammzell-Transplantation: Aktivierung von Signalwegen schützt vor gefährlicher Immunreaktion
20.04.2017 | Technische Universität München

nachricht Was Bauchspeicheldrüsenkrebs so aggressiv macht
18.04.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten