Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innenleben offen gelegt

09.03.2001


... mehr zu:
»Gewebe
Ob für Schwangerschaftsvorsorge, Organuntersuchungen, Tumor- oder Blutflussanalyse - die unkompliziert erscheinenden
Ultraschalluntersuchungen haben sich durchgesetzt. Bislang benötigt der Arzt jedoch für jede dieser Untersuchungen ein eigenes Ultraschallgerät. Dr. Rainer Schmitt und sein Team am Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT in St. Ingbert entwickelten eine modulare Ultraschall-Diagnose-Plattform, die unterschiedlichste Untersuchungen auswerten kann. Für eine kleine Start-Up-Firma in Taiwan wird das System modifiziert, um eine neue Gerätegeneration mit verbesserten diagnostischen Eigenschaften für den asiatischen Markt bereitzustellen.

»Bei der Ultraschalluntersuchung werden über den Sensorkopf Schallwellen in den Körper geschickt. Treffen diese auf Grenzflächen zwischen verschiedenen Gewebearten, z.B. zwischen Adern und Organen, werfen sie bestimmte Echos zurück«, erklärt Peter K. Weber vom IBMT. »Anhand dieser akustischen Daten werden die Bilder erstellt, die der Arzt für die Diagnose verwendet.« Das Gerät aus dem IBMT verfügt über eine frei programmierbare Sende- und Empfangselektronik, so können die für die einzelnen Untersuchungsmethoden benötigten unterschiedlichen Schallsignale erzeugt und verarbeitet werden. Ein universeller Scan-Konverter sorgt dafür, dass die empfangenen Signale anatomisch richtig dargestellt werden. Weitere Vorteile: Alle Arten von Sensorköpfen können angeschlossen werden. Inhomogenitäten im Gewebe – sie sind im Ultraschallbild als graue Flecken zu sehen und beeinträchtigen Bildqualität und Diagnose - können vermieden werden. Das gelingt durch die Arraytechnik, bei der sich der Sensorkopf aus vielen kleinen Einzelelementen zusammensetzt. Diese können elektronisch so angesteuert werden, dass, wie bei einem Parabolspiegel, ein Fokuspunkt entsteht. An diesem Punkt sind die Bilder am schärfsten. Fokus und Ultraschallstrahl lassen sich im Körper beliebig verschieben und bewegen, so dass das Gewebe Punkt für Punkt abgetastet und ein exaktes Ultraschallbild erzeugt wird.

Mit Ultraschallverfahren lassen sich Strukturen innerhalb des Körpers abbilden, aber auch der Blutfluss in Gefäßen und Organen farblich codiert darstellen. So können etwa Herzfehler wie unzureichend schließende Klappen oder Blutrückfluss schnell und zuverlässig diagnostiziert werden. Die Technik erschließt auch ganz neue medizinische Anwendungsgebiete, etwa die intraoperative Navigation bei minimalinvasiven Operationen. Das Operationsgebiet kann von außen, ohne einen zusätzlichen Eingriff abgebildet und beobachtet werden.

Peter K. Weber |

Weitere Berichte zu: Gewebe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften