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Stammzellen ermöglichen neue Heilmethoden beim Dickdarmkrebs

04.12.2006
Entdeckung eröffnet neue Wege im Kampf gegen Darmtumoren

Ein Forscherteam am Istituto Superiore di Sanita in Rom hat anhand von Untersuchungen an 19 Patienten die Präsenz von Stammzellen beim Dickdarmkrebs nachgewiesen. Die in Zusammenarbeit mit dem Istituto Oncologico del Mediteraneo in Catania und dem Ospedale Sant´Andrea in Rom gelungene Entdeckung gilt als Revolution, da sie völlig neue Wege bei der Bekämpfung von Darmtumoren eröffnet.

Guppenleiter Ruggero De Maria erklärte dazu: "Es handelt sich um im erkrankten Gewebe gefundene Stammzellen, eine kleine Population, die nur zwei Prozent der gesamten Zellen im Tumorgewebe ausmacht. Diese 'unsterblichen' Zellen sind in der Lage, eine theoretisch unbegrenzte Zahl von Tochterzellen zu bilden. Die Intuition kam uns durch die Entdeckung, dass mit dem Protein CD133 ausgestattete Zellen im erkrankten Gewebe viel zahlreicher als bei gesundem Gewebe auftraten. Dadurch sind wir auf diese kleine, kaum erkennbare Nebenpopulation gestoßen."

Krebsbefall am Darmende ist nach wie vor die zweithäufigste Todesursache nach dem Lungenkrebs. Trotz fortgeschrittener Heilmethoden sterben über 40 Prozent der Patienten innerhalb von fünf Jahren nach der Erstdiagnose. Bei den übrigen breitet sich die Krankheit in der Mehrzahl der Fälle weiter aus. Die Entdeckung der Stammzellen vom Typ CD 133 bietet die Grundlage für die Entwicklung innovativer Therapien. Das gilt nicht nur für die Heilung von erkranktem Gewebe, sondern auch für die Verhinderung der Metastasenbildung. Außerdem werden eine präzise Quantifizierung der Krebszellen und eine genauere Bestimmung der biologischen Eigenschaften des Tumors ermöglicht.

"Als Nächstes geht es darum, Informationen über die Stammzellen verschiedener Patienten zu sammeln und zu katalogisieren. Danach werden die gewonnenen Dateien einer detaillierten Prüfung unterzogen und die Schlussfolgerungen für individuelle Therapieansätze formuliert", bestätigt Ruggero De Maria. "Diese werden für den Patienten von weniger Nebenwirkungen begeleitet und deshalb weitaus verträglicher als die herkömmlichen Heilmethoden sein." Eine ähnliche Entdeckung wie am Istituto Superiore di Sanita war vor kurzem von Mitarbeitern der Universität von Toronto (Kanada) gemacht worden.

Harald Jung | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.iss.it

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