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Ernährungswissenschaftler: Untergewicht ist alles andere als gesund

06.02.2002


Untergewicht ist nach Einschätzung der Diplom-Ernährungswissenschaftler Dr. rer. nat. Susanne Nowitzki-Grimm und Dr. rer. nat. Peter Grimm (Universität Hohenheim) weiter verbreitet als vielleicht vermutet. Da es "alles andere als gesund" sei, sollte jenen, die sich mit ihrem Untergewicht nicht wohl fühlten, die Möglichkeit gegeben werden, auf gesunde Weise zuzunehmen. In dem von den Ernährungsexperten entwickelten Programm "Mensch, bist Du dünn!" verweisen die Wissenschaftler auf eine epidemiologische Untersuchung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), wonach der Anteil der Untergewichtigen in der Bevölkerung je nach Bundesland und Geschlecht zwischen drei und 27 Prozent liegt. Bei Frauen trete das Untergewicht häufiger auf als bei Männern. Da für viele undenkbar sei, dass sich Menschen mit zu niedrigem Körpergewicht unwohl fühlen können, seien Informationen und Angebote für Zunehmen rar gesät. Die beiden Wissenschaftler wollen mit ihrem Programm daher allen wertvolle Ratschläge für eine Zunahme auch ohne ungesunde Kalorienbomben vermitteln.

Angesprochen seien Erwachsene jeden Alters, allein oder in der Gruppe. Im übrigen sei interessant, dass in der Altersgruppe über 64 Jahren die Zahl der untergewichtigen Personen deutlich zunimmt, teilen die Wissenschaftler mit. Gerade in diesem Alter lasse der Appetit häufig nach, erschwerten Kau- und Schluckbeschwerden das Essen. Oft rege auch das soziale Umfeld nicht gerade zum Essen an. Die Nahrungsmittelauswahl sei oft sehr einseitig, das Wohlbefinden dadurch zusätzlich beeinträchtigt. Das Programm solle den Betroffenen Impulse geben, ihr Gewicht langsam zu steigern. Sie könnten ihre individuellen Ursachen erforschen, individuelle Alternativen finden und sie vor allem im Alltag umsetzen. "Sie werden während des Programms Ihren individuellen Energiebedarf, Ihre individuelle Nahrungsmittelauswahl und Ihr individuelles Ernährungsverhalten erarbeiten, zu individuellen Lösungen kommen und dabei langfristig die Veränderungen festigen", versprechen die Wisssenschaftler den Lesern. Nicht geeignet sei das Programm für Patienten mit Anorexia nervosa und Bulimie. Der bei diesen Erkrankungen komplexe therapeutische Ansatz würde den Rahmen des Programms sprengen, argumentieren die Ernährungsexperten.

Ulrich Schneider | ots

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