Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausrotten der Hepatitisinfektionen - schon bald Realität!?

20.11.2006
"Die Leber geht stiften" - 7. Deutscher Lebertag: Neu gegründete Deutsche Leberstiftung setzt auf frühzeitige Diagnose und Therapie

Am heutigen 7. Deutschen Lebertag ist die Deutsche Leberstiftung offiziell gegründet worden und nimmt ihre Arbeit auf. Ein Ziel ist es, langfristig Hepatitisinfektionen ganz ausrotten zu können und Lebererkrankungen heilbar zu machen. Dabei setzt die Stiftung, die aus dem Kompetenznetz Hepatitis (Hep-Net) entstanden ist, auf neueste Forschungen und interdisziplinäre Kooperationen. "Mit der Deutschen Leberstiftung bieten wir ein umfassendes Netzwerk aus Grundlagenforschern, Klinikern und Patientenselbsthilfegruppen.

Wenn wir deren Wissen und das Engagement bündeln, kann es gelingen, die Hepatitisvirusinfektionen deutlich einzudämmen, wenn nicht gänzlich auszurotten," sagt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, Sprecher des Kompetenznetz Hepatitis und Direktor der Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover. Hohe Leberwerte seien kein Kavaliersdelikt, sondern der Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung. Bei rechtzeitiger Diagnose besteht eine hohe Heilungschance. Deshalb ist frühe und umfassende Aufklärung über Hepatitisvirusinfektionen in der Bevölkerung unbedingt notwendig. Zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Leberstiftung gehören insgesamt neun Institutionen. Unter ihnen sind z.B. die Medizinische Hochschule Hannover, das Universitätsklinikum Frankfurt, die Deutsche Leberhilfe e.V. und medizinische Fachgesellschaften.

Hep-Net als Keimzelle

Das bundesweite Kompetenznetz Hepatitis (Hep-Net) gehört zu insgesamt 17 Kompetenznetzen in der Medizin und stellt mit einer aktuellen Förderung von 2,4 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Keimzelle der Deutschen Leberstiftung dar. Die im Hep-Net seit fünf Jahren zusammengeschlossenen Wissenschaftler, Ärzte und Initiativen führen nach Auslaufen der staatlichen finanziellen Unterstützung ihr Engagement in Form der Deutschen Leberstiftung fort. Die Stiftung will das Kapital innerhalb einer Dekade verzehnfachen. Privates Stiftungskapital soll die Arbeit der Deutschen Leberstiftung auf Dauer absichern. Ziel ist es, Patienten mit Lebererkrankungen aus Tabuisierung und Stigmatisierung herauszuholen, die Öffentlichkeit für die Erkrankung und Präventionsmöglichkeiten zu sensibilisieren und die Forschung noch intensiver zu vernetzen.

Lebererkrankungen - häufig nicht erkannt

Weltweit sind ca. 500 Millionen Menschen von einer chronischen Hepatitisvirusinfektion betroffen. In Deutschland sind schätzungsweise 800.000 bis eine Million Menschen chronisch mit dem Hepatitis B- oder C-Virus infiziert. Nur ein kleiner Anteil, wahrscheinlich weniger als ein Drittel der Betroffenen, weiß von der Erkrankung. Langfristig ruft das Virus bei 20 bis 30 Prozent der Infizierten eine Leberzirrhose hervor, fünf bis 15 Prozent bekommen schließlich sogar Leberkrebs. Vor allem der schleichende und teilweise über Jahrzehnte ohne Symptome einhergehende Verlauf der Infektionen ist so tückisch. Oft kommt die Diagnose zu spät, z.B. wenn schon eine Zirrhose oder ein Leberkrebs entstanden ist, so dass entsprechende Maßnahmen nicht mehr greifen können.

Neue Medikamente entwickelt

Die therapeutischen Möglichkeiten haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, so dass z.B. die chronische Hepatitis C in mehr als 60 Prozent der Fälle dauerhaft geheilt werden kann, wenn sie rechtzeitig erkannt und therapiert wird. Neue noch effektivere Medikamente sind in der Entwicklung. Auch bei der chronischen Hepatitis B sind deutliche Fortschritte gemacht worden. Es ist im Prinzip bei jedem Patienten möglich, durch direkt antiviral wirksame Medikamente zunächst die Virusmenge zu minimieren. Mit den neu entwickelten Medikamenten, wird es auch weniger Resistenzen gegen einzelne Arzneien geben. Langzeitbehandlungen mit Medikamenten werden dadurch möglich. Im Gegensatz zur Hepatitis C gibt es gegen Hepatitis B eine effektive und sichere Impfung.

Ansprechpartner:

Dr. Markus Cornberg
Deutsche Leberstiftung
c/o MHH - Kompetenznetz Hepatitis
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
Tel.: 0511/532-6819
cornberg.markus@mh-hannover.de
Für Anfragen betr. Pressemappe, Interviews etc.:
Rita Wilp
pr und kommunikation
Elbinger Str. 24
37083 Göttingen
Tel.: 0551/770 80 61
Fax: 0551/707 67 42
info@wilp-pr.de
Hintergrund: Telematikplattform für Medizinische Forschungsnetze (TMF)
In der TMF haben sich Netzwerke und vernetzt arbeitende Einrichtungen der medizinischen Forschung zusammengeschlossen, um gemeinsame Strategien und Lösungen zu übergreifenden Fragestellungen der vernetzten medizinischen Forschung - besonders im Bereich der Telematik - zu entwickeln. Ihr gehören unter anderem die 17 Kompetenznetze in der Medizin, zwölf Koordinierungszentren für Klinische Studien, verschiedene Netzwerke für Seltene Erkrankungen, das Nationale Genomforschungsnetz und weitere Forschungsinstitutionen an. Die TMF nutzt die thematische und fachliche Vielfalt in den Verbünden, um eine breite inhaltliche Abstimmung ihrer Ergebnisse in der medizinischen und medizininformatisch-biometrischen Fachwelt zu erreichen.

Antje Schütt | idw
Weitere Informationen:
http://www.tmf-ev.de
http://www.du-lebst.de
http://www.kompetenznetz-hepatitis.de

Weitere Berichte zu: Hepatitis Hepatitis C Leberstiftung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verbesserte Heilungschancen durch individualisierte Therapie bei Hodgkin Lymphom
23.10.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie