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Eltrombopag verbessert Thrombozytenzahl signifikant und ermöglicht antivirale Therapie bei Hepatitis C-Patienten

16.11.2006
Daten aus Phase II-Studie belegen dies

Im Rahmen der 57. Jahreskonferenz der American Association for the Study of Liver Diseases (AASLD) in Boston, Massachusetts (USA), hat GlaxoSmithKline jetzt die Ergebnisse einer weltweiten Phase II-Studie zu Eltrombopag vorgestellt.

Der orale Thrombopoetin-Rezeptoragonist befindet sich derzeit in der klinischen Entwicklung. Die Studie umfasste 74 Hepatitis C-Patienten mit Thrombozytopenie. Bei über 95 % (p

Weiterhin waren 71 bis 91 % der Patienten in allen Behandlungsgruppen in der Lage, eine antivirale Behandlung mit pegyliertem Interferon-α (IFN) und Ribavirin aufzunehmen. Bei 65 % konnte die Therapie fortgesetzt werden. 1

Thrombozytopenie ist die häufigste hämatologische Komplikation bei chronischen Lebererkrankungen. 2,3 Sie entsteht infolge einer Schädigung der Leberzellen, die den natürlichen Thrombozyten-Wachstumsfaktor Thrombopoietin produzieren, oder als Folge der Progression der Krankheit zur Zirrhose. Das Krankheitsbild ist durch niedrige Thrombozytenzahlen gekennzeichnet; dies bringt für die Patienten ein erhöhtes Risiko spontaner Blutergüsse, Schleimhautblutungen und in schweren Fällen auch von Gehirnblutungen mit sich.

Pegyliertes IFN in Kombination mit Ribavirin stellt das Standardbehandlungsregime zur Bekämpfung von Infektionen mit Hepatitis C-Virus (HCV) dar. Die Therapie ist äußerst wichtig, um die HCV-Infektion erfolgreich unter Kontrolle zu bringen und bietet den Patienten auch eine Heilungschance.

Leider kann dieses wirksame Behandlungsregime zur Bekämpfung der HCV-Infektion jedoch eine Thrombozytopenie auslösen. Folglich war der Einsatz von IFN bei Patienten mit bereits bestehender Thrombozytopenie (Plättchenzahl

„Bei Patienten mit Hepatitis C und geringer Thrombozytenzahl ist eine antivirale Therapie in der Regel nur verzögert, in niedriger und weniger wirksamer Dosierung oder überhaupt nicht möglich,“ sagte Professor Geoffrey Dusheiko, Dozent für Medizin und Honorary Consultant am Leberzentrum der Royal Free and University College School of Medicine des Royal Free Hospital in London. „Ohne antivirale Therapie ist ein klinischer Behandlungserfolg bei diesen Patienten nur schwer zu erzielen. Diese Daten sind daher höchst interessant. Sie deuten darauf hin, dass Eltrombopag das erste orale Arzneimittel mit dem Potential sein könnte, bei Patienten mit einer Hepatitis C-bedingten Thrombozytopenie die Thrombozytenzahl zu steigern und die Aufnahme und Fortsetzung der antiviralen Behandlung zu ermöglichen.“

Studienaufbau1

In dieser multizentrischen, randomisierten, doppelblinden Placebo-kontrollierten Phase II-Dosisfindungsstudie waren 74 Patienten mit Hepatitis C-bedingter Thrombozytopenie eingeschlossen. Für die Studie kamen Patienten mit kompensierter Zirrhose und einer Thrombozytenzahl von 20.000 bis 70.000/µl in Frage. Sie wurden in eine von vier Behandlungsgruppen randomisiert und erhielten entweder 30, 50 oder 75 mg Eltrombopag oder Placebo. Im ersten Teil der Studie erhielten die Patienten vier Wochen lang einmal täglich Eltrombopag. Patienten, die den Thrombozyten-Zielwert (>70.000/µl bei Pegasys und >100.000/µl bei PEG-Intron) erreichten, konnten an Teil 2 der Studie teilnehmen, wo die Behandlung mit der randomisiert zugeteilten Dosis Eltrombopag fortgesetzt und durch eine antivirale Therapie mit IFN und Ribavirin ergänzt wurde.

Studienergebnisse1

Anstieg der Thrombozytenzahl

Unter den Hepatitis C-Patienten mit einer Thrombozytenzahl zwischen 20.000 und 70.000/µl erreichten über 95 % der mit 75 mg Eltrombopag behandelten Teilnehmer den primären Endpunkt der Studie, der als Anstieg der Thrombozytenzahl innerhalb von vier Behandlungswochen auf ≥ 100.000/µl definiert war; in der Placebo-Gruppe waren es 0 %. Von den Patienten, die 50 mg bzw. 30 mg Eltrombopag erhielten, erreichten fast 74 % bzw. 75 % den primären Endpunkt der Studie.

Einleitung der antiviralen Therapie

Bei 91 % der Patienten, die 75 mg Eltrombopag erhielten, konnte die antivirale Therapie eingeleitet werden; in der Placebo-Gruppe waren es nur 22 %. Unter den Patienten, die mit 50 mg bzw. 30 mg Eltrombopag behandelt wurden, wurde bei bis zu 74 % bzw. 71 % die Aufnahme der antiviralen Therapie ermöglicht.

Fortsetzung der antiviralen Therapie

Von den Patienten, bei denen die antivirale Behandlung aufgenommen wurde, schlossen 65 % eine 12-wöchige Therapie ab; in der Placebo-Gruppe waren es nur 6 %. Von den Studienteilnehmern, die 50 mg bzw. 30 mg Eltrombopag erhielten, konnten 53 % bzw. 36 % die volle 12-wöchige antivirale Behandlungsdauer zu Ende bringen.

Sicherheitsdaten

Unerwünschte Ereignisse (UE) wurden in den ersten vier Behandlungswochen von 17 % der Teilnehmer in der Placebo-Gruppe gemeldet; in den Eltrombopag-Gruppen waren es 21 % (30 mg), 42 % (50 mg) bzw. 26 % (75 mg). Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Übelkeit und Diarrhö. Während der Behandlung wurden zwei schwerwiegende unerwünschte Ereignisse gemeldet, die jedoch offenbar beide nicht auf das Studienmedikament zurückzuführen waren. Bei drei Teilnehmern wurden während der Nachbeobachtungszeit (nach Beendigung der Eltrombopag-Behandlung) schwerwiegende unerwünschte Ereignisse beobachtet; bei einem Patienten kam es zu Bauchschmerzen und Niereninsuffizienz, bei einem anderen zu einer Myositis (Muskelentzündung), bei dem dritten Patienten trat die Thrombozytopenie erneut auf – dies ist das einzige schwerwiegende unerwünschte Ereignis, das vermutlich durch das Studienmedikament ausgelöst wurde. Nach Beginn der antiviralen Therapie wurden die üblichen Nebenwirkungen beobachtet, die bei der Interferon- und Ribavirin-Behandlung zu erwarten sind.

Über Eltrombopag

Eltrombopag ist ein Thrombopoetin-Rezeptoragonist und befindet sich derzeit in der klinischen Entwicklung. Das small molecule stimulierte in der präklinischen Phase und in klinischen Studien die Proliferation und Differenzierung der Megakaryozyten (dies sind die Knochenmarkriesenzellen, in denen die Thrombozyten gebildet werden). Eltrombopag wird einmal täglich in Tablettenform eingenommen. Die neuen Daten lassen die weitere Erforschung von Eltrombopag bei dieser Patientenpopulation über eine längere Behandlungsdauer als sehr sinnvoll erscheinen.

Quellen:

1 JG McHutchison et al. Efficacy and safety of eltrombopag an oral platelet growth factor in subjects with HCV-associated thrombocytopenia: final results from a phase II multicenter, randomized, placebo controlled, double-blind, dose-ranging study. Abstract presented at the 57th Annual Meeting of the American Association for the Study of Liver Diseases (AASLD).

2 Aref S, Mabed M, Selim T, et al. Thrombopoietin (TPO) levels in hepatic patients with thrombocytopenia. Hematology. 2004;9:351-356.

3 Koruk M, Onuk MD, Akcay F, Savas MC. Serum thrombopoietin levels in patients with chronic hepatitis and liver cirrhosis, and its relationship with circulating thrombocyte counts. Hepatogastroenterology. 2002;49:1645-1648.

4 Pegasys® (peginterferon alfa-2a) prescribing information. Nutley, N J: Hoffmann-La Roche Inc; 2003.

Unternehmensinformation

GlaxoSmithKline – eines der weltweit führenden forschungsorientierten Arzneimittel- und Healthcare-Unternehmen – engagiert sich für die Verbesserung der Lebensqualität, um Menschen ein aktiveres, längeres und gesünderes Leben zu ermöglichen.

Für verschiedene onkologische Indikationen hat GSK eine Reihe von Wirkstoffen entwickelt, die bereits für die Therapie zugelassen oder zur Zulassung eingereicht sind. Zudem verfügt das Unternehmen über eine der stärksten und ausgereiftesten Onkologie-Pipelines der Branche: dreizehn Substanzen befinden sich derzeit in der klinischen Erforschung. Wissenschaftler untersuchen die Prozesse, die zur Tumorentstehung führen und arbeiten an der Entwicklung prophylaktischer und therapeutischer Impfstoffe.

Ansprechpartner für Journalisten
Sonja Luz
Wissenschafts-PR
Telefon: 089/360 44-8256
Fax: 089/360 44-8066
E-Mail: Sonja.Luz@gsk.com
Florian Martius
Leiter Unternehmenskommunikation
Telefon: 089/360 44-8329
Fax: 089/360 44-8066
E-Mail: Florian.Martius@gsk.com

Sonja Luz | GlaxoSmithKline
Weitere Informationen:
http://www.glaxosmithkline. de

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