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Neuartige Schrittmacher bei Herzflimmern in Witten implantiert

01.03.2001


Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Rhythmusstörungen des Herzens, die mit unregelmäßigem Puls und Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit einhergeht. Aber auch Embolien und sogar Schlaganfälle
können hierdurch hervorgerufen werden. Ca. 3 Millionen Deutsche haben Vorhofflimmern, jährlich kommen 80.000 hinzu. Jeder zweite Patient mit Herzmuskelschwäche leidet an einem solchen Durcheinander des Herzschlages. Trotz aller Fortschritte waren die Behandlungserfolge eher bescheiden. Medikamente wirken oft überhaupt nicht und haben häufig erhebliche Nebenwirkungen.
Eine Neuheit verspricht hier Abhilfe. Während ein normaler Schrittmacher lediglich ein Absinken der Herzfrequenz verhindert, kann das jetzt in Witten eingepflanzte Gerät durch eine ständige Überwachungsfunktion erkennen, ob Vorhofflimmern droht und dieses durch geeignete Stimulationsabgaben verhindern.
Seit Ende 2000 ist der neue Schrittmacher in Deutschland verfügbar. Bereits bei sieben Patienten wurde er in der Kardiologie des Marien-Hospitals, einer Kooperierenden Klinik der Uni Witten/Herdecke eingesetzt. Bei der High-Tech-Operation arbeiten Chirurgen, Kardiologen und Medizin­Ingenieure Hand in Hand. "Vorhofflimmern ist eine der schwierigsten Rhythmusstörungen, mit denen wir es zu tun haben", so Chefarzt Professor Dr. Martin Bergbauer. "Sowohl für die Patienten als auch für die Ärzte war die bisherige Behandlung vor allem wegen der hohen Rückfallquoten frustrierend." Gerade die bisherige Elektroschockbehandlung bedeutete für viele Betroffene eine erhebliche Belastung. Das soll sich jetzt ändern. "Endlich haben wir ein System zur Verfügung, mit dem wir den Rhythmusstörungen nicht ständig hinterher laufen, sondern das deren Entstehung bereits im Ansatz verhindern kann", ergänzt Oberarzt Dr. Luis Maeso. Leider eignet sich der Schrittmacher nicht für alle Patienten mit Vorhofflimmern. Wenn jedoch die Voraussetzungen vorliegen, dann stehen die Chancen gut, diese Patienten auf Dauer von ihrem Leiden zu befreien.
Kontakt: Prof. Dr. med. Martin Bergbauer, Kardiologische Klinik Marien-Hospital, 58452 Witten, Tel.: 02302-173-1303, E-Mail: bergbauer@herzzentrum.de

Christiane Bensch | idw

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