Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Diabetes: Mit speziellen Behandlungsprogrammen Amputationen vorbeugen

30.01.2002


Mit gezielten Programmen zum Schutz von Diabetikerfüßen kann die Amputationsrate nach Ansicht von Experten deutlich gesenkt werden.

Das berichtete die „Ärzte Zeitung“ am Dienstag. Danach haben sich laut Prof. Dr. Ernst Chanteleau von der Diabetes-Fuß-Ambulanz der Düsseldorfer Universität in internationalen Studien besonders drei Maßnahmen als nützlich erwiesen. Dazu gehört das Screening (Reihenuntersuchung) zur Früherkennung, ein Programm zum Schutz gefährdeter Füße und die differenzierte Behandlung. Je nach Studie konnte mit einem derart gezielten Programm die Amputationsrate bei Diabetikern um bis zu 80 Prozent gesenkt werden.

Den Erfolg solcher Programme belegt zum Beispiel eine britische Studie mit fast 10.000 Diabetes-Patienten. Hier konnte die Amputationsrate bei den Teilnehmern im Vergleich zur Kontrollgruppe bereits nach sechs Monaten um zwei Drittel gesenkt werden. In den USA wiederum zeigte die Auswertung der Krankenkassendaten von 255.000 Diabetes-Patienten die Bedeutung der gezielten Fußbehandlung. Dabei stellte sich heraus, wie wichtig es ist, dass die Behandlung auch von den Kassen bezahlt wird. So konnte mit der Kostenübernahme durch eine Kasse die Amputationsrate drastisch auf ein Viertel vermindert werden, denn unter dieser Voraussetzung ließen die Patienten die Behandlung auch vornehmen. Auch im Einzugsgebiet der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein habe sich gezeigt, wie mit einer strukturierten ambulanten Versorgung von Diabetikern Folgeerkrankungen vorgebeugt werden könne, schreibt das Blatt. Hier war es gelungen, entscheidende Werte wie den HbA1c und den Blutdruck der Diabetiker langfristig zu vermindern.

Am 28. Januar hat der Koordinierungsausschuss der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen in Berlin vier Krankheitsbilder für strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch Kranke ausgewählt. Danach sollen laut einer aktuellen AOK-Mitteilung so genannte Disease-Management-Programme für Diabetes Mellitus (Typ-1 und Typ-2), chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen/Asthma, Brustkrebs und koronare Herzerkrankungen (KHK) entwickelt werden. Die endgültige Entscheidung liegt allerdings beim Bundesgesundheitsministerium.

Die Verbesserung der medizinischen Betreuung chronisch kranker Menschen ist Teil der Reform des Risikostrukturausgleichs in der gesetzlichen Krankenversicherung. Dieses Reformgesetz ist zum 1. Januar 2002 in Kraft getreten. Danach können Krankenkassen ihren Versicherten spezielle Behandlungsprogramme für ausgewählte Krankheitsbilder anbieten. Die Kosten für die Behandlung der in diesen Programmen eingeschriebenen Versicherten werden innerhalb des Risikostrukturausgleichs gesondert ausgeglichen.

mc | AOK

Weitere Berichte zu: Amputationsrate Diabetes

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten