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Der Traum junger Krebspatientinnen vom eigenen Kind

06.11.2006
Das erste bundesweite Netzwerk aus Reproduktionsmedizinern, Gynäkologen und Onkologen will jungen Frauen nach einer erfolgreichen Krebsbehandlung helfen, ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

Die Koordination des im Juni in Heidelberg gegründeten Netzwerks, an dem sich bis jetzt 33 Universitätskliniken beteiligen, übernahmen die Universitätsklinika Heidelberg und Bonn. Vom 10. bis 11. November lädt die Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin der Bonner Universitätsfrauenklinik zum 2. Arbeitstreffen in Bonn ein.

Dank der modernen Medizin werden heutzutage immer mehr junge Menschen von ihrem Krebsleiden geheilt. Doch häufig kann eine Chemo- und Strahlentherapie Eierstöcke oder Hoden unrettbar schädigen und somit zu einer Unfruchtbarkeit führen. Ohne Problem können die Spermien von Männern vor einer Krebsbehandlung für eine spätere Befruchtung eingefroren werden. Auch bei jungen Frauen gibt es fruchtbarkeitserhaltende Maßnahmen, die aber teilweise noch im Erprobungsstadium sind. "Doch werden diese Möglichkeiten derzeit nicht flächendeckend angeboten", sagt Professor Dr. Hans van der Ven, Direktor der Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin der Bonner Universitätsfrauenklinik.

So können nach einer 14-tägigen Hormonstimulation befruchtete oder unbefruchtete Eizellen bei minus 196 °C unbegrenzt konserviert werden - heutzutage die Methode der Wahl. Hier kann ein Schockgefrierverfahren, die so genannte Vitrifikation, die Erfolgschancen noch erhöhen. Denn dabei bilden sich keine Eiskristalle, die eine Eizelle schädigen können. "Bei traditionellen Verfahren überlebt nur etwa jede zweite Eizelle das spätere Auftauen", sagt Professor van der Ven. Derzeit wird dieses neue Verfahren nur in Bonn und Lübeck angeboten.

Doch eine Hormonbehandlung verzögert die Krebstherapie. Alternativ lassen sich daher auch Eierstockgewebe oder unreife Eizellen einfrieren. Zudem kann ein Eierstock bei einer lokalen Strahlentherapie kurzfristig chirurgisch verlegt werden. Eine weitere Option ist der Schutz der Eierstöcke bei einer Chemotherapie durch Medikamente.

"Auch wenn wir nicht allen betroffenen jungen Frauen eine spätere Schwangerschaft garantieren können, sollten wir alle möglichen Maßnahmen ergeifen", sagt Professor van der Ven. So will das Deutsche Netzwerk für fertilitätsprotektive Maßnahmen bei Chemo- und Strahlentherapie "FertiProtekt" neue therapeutische Optionen entwickeln, bereits in die klinische Praxis eingeführte Therapien optimieren und flächendeckend in Deutschland anbieten.

Hinweis für die Medien:

Am Freitag, 10. November, beantworten Professor van der Ven und Privatdozent Dr. Michael von Wolf um 14 Uhr in der Universitätsfrauenklinik (Sekretariat Prof. van der Ven) gerne Ihre Fragen. Um Anmeldung wird gebeten unter der Telefonnummer 0228/73-7647, Telefax: 0228/73-7451 oder E-Mail: presse@uni-bonn.de.

Kontakt für die Medien:
Professor Dr. Hans van der Ven
Direktor der Gynäkologischen Endokrinologie
Zentrum für Geburtshilfe und Frauenheilkunde am Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-15779
E-Mail: hans.van_der_ven@ukb.uni-bonn.de

Dr. Andreas Archut | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/

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