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Brückenschlag zwischen Forschung und Praxis

02.11.2006
Hannover und Oldenburg starten gemeinsame Audiologie-Initiative

Eine gemeinsame Audiologie-Initiative Niedersachsen haben HNO-Mediziner und Hörforscher aus Hannover und Oldenburg gestartet. Die HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), international führende Forschungseinrichtung für Cochlea-Implantationen, und die Universität Oldenburg mit exzellenten Referenzen im Bereich der Hörgeräte-Forschung vereinbarten eine kontinuierliche Zusammenarbeit.

Für die kommenden fünf Jahre hat das Land Niedersachsen die Unterstützung der Initiative für die Arbeitsschwerpunkte audiologische Forschung und Translationsforschung zugesagt. Geplant ist darüber hinaus der Bereich der Versorgungsforschung, der Maßnahmen zur Optimierung der audiologischen Versorgung hörgeschädigter Menschen untersuchen soll. Koordiniert wird die Audiologie-Initiative vom Oldenburger Kompetenzzentrum für Hörgeräte-Systemtechnik HörTech.

"Unser Ziel ist es, die audiologische Diagnostik zu optimieren", so Professor Birger Kollmeier von der Universität Oldenburg, Sprecher des Kompetenzzentrums HörTech. Und wir wollen herausfinden, welche Einflüsse individuelle Besonderheiten eines Hörgeschädigten auf die Leistung von audiologischen Produkten haben, um diese Einflüsse gegebenenfalls kompensieren zu können."

Neben dieser audiologischen Forschung bildet die so genannte Translationsforschung einen weiteren Arbeitsschwerpunkt der Initiative: Wie können Ergebnisse der Grundlagenforschung schnellstmöglich zur Entwicklung neuer audiologischer Produkte sowie zur besseren klinischen Versorgung der Patienten genutzt werden? - Um die Übertragung neuer Forschungsergebnisse in die Praxis noch effizienter zu gestalten, soll die Infrastruktur der audiologischen Zentren in Hannover und Oldenburg weiter ausgebaut werden.

"Im Rahmen der Initiative werden wir die Indikationsrichtlinien für einerseits Hörgeräte, andererseits Cochlea-Implantate besser auf einander abstimmen. Es gilt ferner, den gesamten Prozess der Begutachtung beim HNO-Arzt zu reformieren", ergänzt Professor Thomas Lenarz, Direktor der HNO-Klinik der MHH. "Darüber hinaus planen wir eine Zusammenarbeit auch in einem dritten Schwerpunkt, der Versorgungsforschung. Anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse wollen wir Leistungspakete für eine optimale Versorgung hörgeschädigter Menschen definieren. Und wir beabsichtigen, diese Pakete im Hörzentrum Hannover sowie im Hörzentrum Oldenburg zu testen und weiterzuentwickeln."

Pressekontakt: Martin Schaarschmidt, ZS&P, Tel: (030) 40 88 94-36, Fax: -94, eMail: m.schaarschmidt@zsp-berlin.de

Die HörTech gGmbH wurde 2001 als Kompetenzzentrum für Hörgeräte-Systemtechnik vom Hörzentrum Oldenburg und der Universität Oldenburg gegründet. Ziel der gemeinnützigen Gesellschaft ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung und die Gewinnung neuer Methoden und Erkenntnisse im Bereich des Hörens. Das Institut, das ursprünglich aus einem bundesweiten Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hervorgegangen ist, genießt mittlerweile internationale Anerkennung und leistet viel beachtete Grundlagenforschung zur Verbesserung von Hörgeräte-Technik. Die Mitarbeiter der HörTech suchen nach neuen Möglichkeiten, Hörgeräte besser an die individuellen Bedürfnisse ihrer Träger anzupassen, sowie nach Methoden, die die Rehabilitation von Hörgeschädigten erleichtern. Für die wissenschaftliche Arbeit werden neueste Erkenntnisse über Audiologie und digitale Verarbeitung von Signalen zusammengeführt. Dabei greift die HörTech auf ein bundesweites Kompetenz-Netzwerk zurück. Sitz der HörTech gGmbH ist das "Haus des Hörens" in Oldenburg-Wechoy: www.hoertech.de.

Das Hörzentrum (HZH) der Medizinischen Hochschule Hannover wurde 2003 gegründet und bietet für alle Patienten mit Hörstörungen einen integrierten Service mit umfassender Diagnostik, Beratung und Therapie. Hörhilfen aller Art werden indikationsgerecht ausgewählt und angepasst. Der technische Service wird durch die im Zentrum ansässigen Hersteller gewährleistet.

Dabei werde die bislang aufgesplitterten einzelnen Dienstleistungen unter einem Dach zusammengeführt: Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, Hörgeräteakustiker, Audiologie, Pädaudiologie und Hersteller. Durch die enge Anbindung an die MHH wird der jeweils modernste Standard hinsichtlich ergänzender diagnostischer Verfahren und der operativen Behandlungsmöglichkeiten gewährleistet. Außerdem bietet das Zentrum die Möglichkeit zur Nachsorge operativ behandelter Patienten, speziell auf dem Gebiet der implantierbaren Hörhilfen: Cochlea-Implantate und implantierbare Hörgeräte.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

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