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Bei Einnahme von Blutdrucksenkern auf Tageszeit achten

30.10.2006
Medikamente gegen zu hohen Blutdruck, so genannte Antihypertensiva, wirken morgens anders als abends. Insbesondere die häufig verschriebenen ACE-Hemmer - sie verhindern die Bildung eines stark Blutgefäß verengenden Hormons - sollten bei Patienten mit noch vorhandenem nächtlichen Blutdruckabfall in der Regel morgens gegeben werden.

"Nehmen Patienten diese Mittel abends, kann es zu einem verstärkten nächtlichen Blutdruckabfall kommen, der gefährlich sein kann", warnt Professor Dr. med. Björn Lemmer vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Heidelberg im Vorfeld des 30. Wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Hochdruckliga "Hypertonie 2006" in München.

Der Blutdruck folgt bei den meisten Menschen einem natürlichen biologischen Rhythmus. Er steigt morgens rasch an, hat meist abends noch einen zweiten, kleineren Gipfel und fällt nachts deutlich ab ("Dipper"). Auch bei den meisten Hochdruckpatienten gibt es diese rhythmischen Schwankungen; bei einigen fällt der Blutdruck nachts jedoch nicht, sondern bleibt konstant hoch oder steigt sogar noch ("Non-Dipper"). Diese Patienten haben ein stark erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Neue Untersuchungen haben ergeben, dass sie bestimmte Kalziumkanalblocker - Medikamente, die die Gefäße erweitern und damit den Blutdruck senken - abends nehmen sollten, weil sich dadurch der nächtliche Blutdruck normalisierte. "Dies ist in Anbetracht der erhöhten Sterblichkeit an Herzkreislauf-Erkrankungen bei diesen Patienten von außerordentlicher Bedeutung", erklärt Lemmer.

Eine ähnliche normalisierende Wirkung haben offensichtlich auch Diuretika, die Patienten häufig auch als "Wassertabletten" bekannt sind. Sie entlasten Blutgefäße und Nieren von überschüssigem Salz und Wasser. Für andere, häufig eingesetzte Hochdruck-Medikamente wie beispielsweise Beta-Blocker und AT1-Rezeptor-Antagonisten, stehen entsprechende Studienergebnisse jedoch noch aus. Professor Lemmer: "Die Untersuchungen zeigen, dass der biologische Rhythmus des Blutdrucks und die unterschiedlichen tageszeitabhängigen Wirkungen der Medikamente in die Therapie unbedingt einbezogen werden sollten. Dadurch können Nebenwirkungen vermieden und bessere Behandlungsergebnisse erzielt werden."

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TERMINHINWEISE:

Vorab-Pressekonferenz
anlässlich des 30. Wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Hochdruckliga
16. November 2006, München
Kongress-Pressekonferenz
anlässlich des 30. Wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Hochdruckliga
22. November 2006, Dorint Sofitel Bayerpost München
Pressestelle
Hypertonie 2006
Silke Jakobi
Postfach 30 11 20
D-70451 Stuttgart
Telefon: 0711 89 31-163
Fax: 0711 89 31-566
E-Mail: jakobi@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://awmf.org

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